Jugendbezirksmeisterschaften Halle 2023 - Manche taktieren schon wie bei den Weltstars
Um die acht Wettbewerbe auf den acht Plätzen der Sindelfinger Tennishalle gut über die Bühne zu bringen, verteilte sich der Zeitplan wie gewohnt im Bezirk C auf zwei Wochenenden. Zur Entlastung trugen auch der TC Maichingen und die TA SV Böblingen mit ihren Hallenplätzen bei. „Vor allem am zweiten Wochenende ergaben sich sehr enge Partien mit einigen Match-Tiebreaks, das Leistungsniveau der Spieler bei den Halbfinalspielen am Sonntag war ähnlich, die Ballwechsel oft sehr intensiv“, kommentierte Bezirksjugendwartin Alexandra Christ.
Bezirkstrainer Genadi Mihaylov hat sich als Beobachter vor allem die jüngeren Jahrgänge näher angeschaut: „Ich habe überwiegend Grundlinienspiele mit längeren Ballwechseln und kalkuliertem Risiko gesehen, wobei die Quote der ungezwungenen Fehler häufig höher lag als die der ausgespielten Punkte. Und auch wenn Spielbereitschaft spürbar war, so ist hinsichtlich der Athletik bei einigen Kindern noch Luft nach oben.“ Wie lange solche Ballwechsel dauerten, das haben die auf ihre Einsätze wartenden Kinder in Maichingen im Vorraum laut mitgezählt – und kamen im Fall des U12-Achtelfinales zwischen Jakob Wildermuth (TC Leonberg) und Mika Schwager (TA SV Böblingen) einmal auf 40 Schläge (Endstand 6:2, 1:6, 10:7). „Auch die bei den U12 schon mitspielenden Jahrgänge 2013 haben sich hier wacker geschlagen und gezeigt, dass sie mithalten können“, so Alexandra Christ.
Dass die Kids mitunter zum Teil schon wie die Großen des Welttennis im Fernsehen agieren, Toilettenpausen zu günstigen Augenblicken nehmen, zwischen Seitenwechseln im Tiebreak ausgiebig im Stehen trinken und zwischen Ballwechseln zum Handtuch greifen – auch das ließ sich beim Nachwuchs beobachten. Der Gipfel mag dabei ganz sicher gewesen sein, als ein Spieler bei Rückstand von 3:6, 4:5 den Oberschiedsrichter rief und die Disqualifikation des Kontrahenten forderte, weil der angeblich eine größere als in der Wettspielordnung erlaubte Werbeaufschrift auf seinem T-Shirt getragen haben soll. Der für einen reibungslosen Turnierablauf sorgende Jörg Heinkele ließ sich hier aber nicht vor den Karren spannen und deeskalierte souverän.
Was die Titelvergabe betrifft, so holten die Geschwister Felipa und Emilian Wegener (TC Doggenburg) zum Doppelschlag aus. Sowohl sie als Topgesetzte der U12 wie auch er bei den U14 gaben auf dem Weg zur Meisterschaft keinen Satz ab. Emilian Wegeners Favoritenkollege Marcel Krieg (TEC Waldau) schied frühzeitig gegen Vorjahresfinalist Samuel Löffler (TC Herrenberg) mit 1:6, 6:7 aus (der damit sein Vorjahresergebnis gegen Krieg bestätigte), wobei Löffler den erneuten Finaleinzug gegen Nicolas Breuninger (TEC Waldau) denkbar knapp mit 2:6, 6:4, 9:11 verpasste. Wegener gewann im Anschluss 6:0, 6:2 gegen Breuninger. Ähnlich überzeugend marschierte auch Kristi Thano (STG Geroksruhe) bei den Junioren U12 zum Titel. Sein Finale gegen Ben Schittenhelm (TA SV Böblingen) endete 6:3, 6:0. Deutlich spannender machte es bei den Juniorinnen U14 Ylvie Zahn (TC Tachenberg). Das Endspiel gegen die topgesetzte und im Sommer vom TC Ludwigsburg zur TA SV Böblingen gewechselte Ivayla Raykova entschied sie mit 7:5, 3:6, 10:6 zu ihren Gunsten.
Eine faustdicke Überraschung gelang gewiss Lucas Tommasi vom TC Maichingen in der Königsklasse der Junioren U18, der in seinem Erstrundenmatch den zweifachen Bezirksmeister U16, Aaron Haag (Cannstatter TC), mit 2:6, 6:4, 10:8 bezwang. Tommasi scheiterte im anschließenden Viertelfinale dann an Till Knapp (TC Herrenberg) mit 5:7, 2:6, Knapp daraufhin seinerseits an Luca Wörner (TEC Waldau) mit 0:6, 3:6. Als dessen Endspielgegner empfahl sich im zweiten Halbfinale Nick Haren (TSC Renningen) nach einem umkämpften 6:2, 6:7, 10:7 gegen den Meisterschaftsfinalisten der Freiluftsaison David Deumer (TA SV Böblingen), der damit eine Neuauflage des Sommerfinales bei den Junioren U18 verhinderte. In diesem setzte sich letztlich dann Wörner mit 6:3, 6:2 gegen Haren durch. Bei den Juniorinnen U18 gelang auch Sophie-Charlotte Schorm (TA VfL Sindelfingen) nach einem umkämpften Fight gegen die zwei Jahre jüngere Emmy Müller (TEC Waldau) das Sommer-/Winter-Double (2:6, 6:3, 10:6).
Viereinhalb Jahre nach seinem Titelgewinn als U11-Jugendbezirksmeister ist dem Calwer Silas Lülf (TC Rutesheim) erstmals wieder ein Turniersieg geglückt – und dies ohne Satzverlust. Finalgegner beim 6:4, 6:1-Schlussakt bei den Junioren U16 war Nicolas Hasenwandel (TEC Waldau). Die in dieser Altersgruppe im Juniorinnenfeld ungesetzt an den Start gegangene Rebecca Arnold (TC BW Vaihingen-Rohr) kam durch ein 6:4, 4:6, 10:5 gegen Mia Krajnc (TA SV Böblingen) erstmals zu einem Turniersieg. Interessant übrigens auch, dass die acht vergebenen Hallentitel bei der Jugend an Nachwuchs aus sieben verschiedenen Vereinen gingen. Was die Finalteilnahmen anbelangt, so waren diese viermal mit Jugendlichen des TEC Waldau besetzt, gefolgt von drei Mal der TA SV Böblingen.
Alle Ergebnisse gibt es HIER.
(tv)

