Rhein-Neckar Löwen: Gegen den Bergischen HC über die Ziellinie gerettet
Von Daniel Hund
Mannheim. Als alles vorbei war, streckte Nikolaj Jacobsen, der Trainer der Rhein-Neckar Löwen, seinen linken Arm aus und ballte die rechte Faust. Es war quasi die letzte Aktion an einem durchwachsenen Handball-Abend. Einem Abend, an dem sich die Badener gegen den Bergischen HC mit einem 31:28 (18:15)-Sieg vor 5 273 Zuschauern in der SAP Arena über die Ziellinie gerettet hatten. Teammanager Oliver Roggisch sah es ähnlich. Sein Fazit: "Wir wussten, dass es schwer wird, weil wir uns gegen den BHC immer schwer tun. Gegen diesen Gegner kommen wir einfach nicht ins Laufen."
Der Auftakt war zäh. Gästekeeper Gustavsson rückte gleich mal ins Rampenlicht, wurde zum Helden, weil er zwei "Hundertprozentige" der Löwen entschärfte. Ein Raunen ging durch die Arena. Aber nur kurz, denn dann schlugen sie zurück, die Löwen. Mit Tempo, mit Spielwitz. Andy Schmid, der Denker und Lenker, führte die Badener an. Kluge Pässe sind sein Spezialgebiet und Tore, schöne Tore!
Und der BHC? Der probierte vor allem das Tempo zu verschleppen, spielte viel quer und wollte die Löwen so aus der Reserve locken. Eine Taktik, die aufging. Abschütteln war nicht, das Kellerkind blieb dran, lauerte auf die Überraschung. Selbst von einer zwischenzeitlich komfortablen 15:9-Führung der Löwen ließ sich der Bergische HC nicht verunsichern.
In die Pause gingen die Löwen mit einem Drei-Tore-Polster (18:15). War der Meistertraum etwa in Gefahr? Musste man sich Sorgen machen? Wenig später schon. Nichts war’s mehr nach der Pause. Leichtsinnsfehler schlichen sich ein. Dazu kamen mit Lars Geipel und Marcus Helbig zwei Schiedsrichter, die teilweise fragwürdige Entscheidungen trafen. In Zahlen: In der 40. Minute stand es plötzlich 20:20. Spannung kam auf. Jacobsen tobte, schrie sein Personal während der zweiten Auszeit 60 Sekunden lang an.
Und das zeigte Wirkung. Die Besten aus dem Südwesten waren nun wacher, stemmten sich mit aller Macht gegen die drohende Pleite. Das Problem: Der Bergische HC hatte Blut geleckt, war heiß auf die Überraschung. Die Zuschauer in der SAP Arena sahen ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Bis zur 57. Minute - da fiel die Entscheidung: Kreis-Koloss Rafa Baena versenkte mit seiner ersten Aktion einen Siebenmeter zum 29:26.
Roggisch pustete danach tief durch: "Das war noch enger, als es das Ergebnis vermuten lässt. Ich bin wirklich froh, dass wir in der entscheidenden Phase die wichtigen Tore gemacht haben."
Spielfilm: 0:1, 2:3, 7:4, 8:8, 15:9. 15:13, 18:15 (Halbzeit), 20:20, 23:21, 24:23, 29:26, 31:28 (Enstand)
Rhein-Neckar Löwen: Schmid 5, Sigurdsson 5, Baena 1/1, Mensah Larsen 2, Pekeler 3, Groetki 2, Guardiola 2, Petersson 7, Ekdahl du Rietz 4
Bergischer HC: Preuss 4, Hoße 2, Artmann 4/3, Nippes 1, Hermann 4, Babak 5, Vilovski 3, Nourouzinezhad 3, Criciotoiu 2.

