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Rhein-Neckar Löwen: Als Oliver Roggisch im Tor stand

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Von Tillmann Bauer

Heidelberg. Oliver Roggisch war mal Torwart. Kein Scherz, als vor wenigen Jahren die Handballer der Rhein-Neckar Löwen wieder einmal über Verletzungspech zwischen den Pfosten klagten und der Trainingsbetrieb im Kronauer Leistungszentrum dadurch gefährdet war, schickte der damalige Übungsleiter Gudmundur Gudmundsson spontan seinen Abwehrchef in den Kasten. Die Erwartungen waren gering – diese Anekdote erzählte Roggisch kürzlich im Gespräch mit der RNZ.

Roggisch gab also alles, er hielt zwei Gegenstöße, einen von Andy Schmid und einen von Kim Ekdahl Du Rietz. Er muss grinsen, als er davon erzählt. Roggisch sagt: "Gudmi war stinksauer. Er ist dermaßen durchgedreht und hat die Mannschaft beschimpft. Er dachte, die würden alle extra verwerfen."

Pustekuchen – Hexer Roggisch nutzte seine Körpergröße geschickt, zudem schaffte er es, die Augen offenzuhalten. Er sagt: "Ich hatte und habe keine Angst vor dem Ball. Das ist schonmal sehr wichtig."

Wenn die Rhein-Neckar Löwen am Donnerstagabend (19 Uhr/Sky) im Bundesliga-Auswärtsspiel in Kassel auf die MT Melsungen und besagten Ex-Coach Gudmundur Gudmundsson treffen, wird Roggisch aber höchstwahrscheinlich nicht im Tor stehen, sondern auf der Bank sitzen. Glück gehabt, Gudmi!

Sollte der Taktikfuchs der Melsunger aber während des Spiels trotzdem sauer werden, wäre es ein gutes Zeichen für die Löwen. Zwar hatte das Team von Trainer Martin Schwalb in den vergangenen Jahren in Kassel immer Probleme, die Melsunger, deren Kader mit vielen deutschen Nationalspielern besetzt ist, hinken aber den eigenen Ansprüchen hinterher.

Passend: Unter Gudmundsson gewannen die Löwen 2013 den EHF-Pokal. Der heißt mittlerweile European League und seit kurzem steht fest, dass man im Viertelfinale auf die Russen von Medwedi Tschechow trifft. Während Linksaußen Jerry Tollbring noch am Dienstag mit dem Fahrrad zum Spiel in den neuen SNP Dome strampeln konnte, müssen er und seine Kollegen also zum nächsten Auswärtsspiel über 2 000 Kilometer in den Moskauer Vorort reisen. Das Hinspiel findet am 13. April in Russland statt, bevor es dann am 20. April in Heidelberg um die Wurst geht.

Wenn es schon um Trainer geht: Kürzlich kamen neue Gerüchte auf, Sebastian Hinze vom Bergischen HC soll neuer Coach der Löwen werden. Das aber erst ab Sommer 2022 und nicht ab der kommenden Saison. Ob das wahr ist, werden die kommenden Tage und Wochen zeigen. In diesem Fall müssten die Badener aber wieder eine Zwischenlösung präsentieren – es wäre nicht der Optimal-Fall.

Ach ja, Roggischs Torwartkünste kommen nicht von ungefähr. Der kleine Oli stand nämlich auch schon früher, in der D-Jugend bei einem Spiel im Tor. An das Ergebnis erinnert er sich noch genau. Er lacht: "16:0". Vielleicht ist Roggisch ja doch eine echte Alternative.

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