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Rhein-Neckar Löwen: So lief der BGV Handball Cup

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Von Tillmann Bauer

Heidelberg. Handball findet in der Halle statt. Das ist von Nachteil, wenn es in Zeiten von Corona um Zulassungen von Zuschauern geht. Sportarten, die an der frischen Luft ausgeübt werden, haben bessere Karten. Doch stickige Hallen haben auch Vorteile; sie haben kein Problem mit dem Wetter. Als die Rhein-Neckar Löwen beim BGV Handball Cup gegen den TVB Stuttgart mit 27:25 gewannen, regnete es im Schwabenland in Strömen. Es war, als wolle der Himmel die handballfreie Zeit beenden und die Hallensaison einläuten. Wir klären die wichtigsten Fragen, die sich bei diesem Testturnier ergeben haben.

Was haben die Löwen sportlich geboten? Es war noch nicht das Gelbe vom Ei. Das hat Löwen-Trainer Martin Schwalb nach Abpfiff treffend formuliert, auch wenn nach der Zwangspause wirklich kein Feuerwerk zu erwarten war. "Wenn man sieht, wer alles noch gefehlt hat, muss ich sagen, wir haben trotzdem gewonnen", lachte Schwalb: "Da bin ich nicht so unglücklich." Zwar war deutlich zu spüren, dass die Stuttgarter schon einige Testspiele hinter sich hatten, dennoch behielten die Löwen in den Schlussminuten die Nerven und sicherten den Sieg. Erfreulich: Romain Lagarde übernahm in der entscheidenden Phase Verantwortung und avancierte zum Matchwinner. Schwalb drückte es so aus: "Am Ende habe ich auf ihn gesetzt und er hat die Dinger gemacht. Das tut ihm sehr, sehr gut."

Wie haben sich die Neuen geschlagen? Albin Lagergren machte einen positiven Eindruck. Der Schwede, der aus Magdeburg gekommen war, glänzte zwar nicht als Vollstrecker, dafür aber als cleverer Vorbereiter. "Albin macht einfach Spaß", sagte Schwalb: "Er macht das sehr, sehr schlau." Auch sein schwedischer Landsmann Lukas Nilsson feierte sein Debüt im Löwen-Trikot – und drosch den Ball nach einer Viertelstunde zu seinem Premieren-Treffer in die Maschen. Dass er aber leicht angeschlagen war, merkte man – Schwalb nahm ihn nach 20 Minuten vom Feld. Während Mait Patrail ebenfalls verletzt gar nicht erst auf dem Spielberichtsbogen stand, ergab sich die Chance für den jungen Philipp Ahouansou. Beim Nachwuchsmann lief natürlich noch nicht alles rund, aber er brachte sich im Rückraum gut ein und deutete sein Potenzial an.

Wie hygienisch lief es ab? Sehr hygienisch. Der BGV Handball Cup soll quasi ein Testlauf sein, wie Handball vor Zuschauern während der Corona-Pandemie aussehen könnte. 450 Zuschauer durften in die 2200 Personen fassende Scharrena – das Ticket-Kontingent war erwartungsgemäß schnell erschöpft. Jeder Fan musste eine Selbstauskunft ausfüllen, bis zu seinem Platz Maske tragen, bestimmte Laufwege innerhalb der Arena einhalten und die Hände desinfizieren. Positiv: Die Handball-Fans durften nach 175 Tagen mal wieder ihre Idole sehen, außerdem war die Stimmung vergleichsweise gut.

Durch die Enge der Halle und das Trommeln, Gesinge und Gerufe der Menschen war nur bedingt zu merken, dass die Arena halbleer war. Kapitän Uwe Gensheimer sagte: "Es war schon gut was los. Für uns war es einfach ein Segen, mal wieder mit Zuschauern zu spielen." Negativ: Auf die im Handball so beliebte Fan-Nähe mit Selfies und Autogrammstunde wird man wohl noch eine Weile verzichten müssen.

Wie geht es weiter? Nächsten Sonntag (15 Uhr) steht in Göppingen das nächste Spiel gegen die SG BBM Bietigheim an.

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