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Interviewt: Phil-Lukas Winter

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Hallo Pille, ich habe eigentlich von noch keinem Handballer gehört, der aus ernsthaften sportlichen Erwägungen sowohl auf der linken Rückraum- und Außenposition als auch als Kreisspieler eingesetzt wurde. Wie kommt es dazu, dass ausgerechnet Du auf diesen drei Positionen bereits Erfahrungen gesammelt hast?

Phil-Lukas Winter: Jeder Positionswechsel hat seine eigene Geschichte. Eigentlich wurde ich als Rückraumspieler ausgebildet. Bei meinem Gastspiel bei Grün-Weiß Werder erkannte der damalige Trainer Silvio Krause, dass ich meine Stärken auch als Kreisspieler einbringen könnte. Dort und auch im Rückraum setzte mich Jens Deffke auch bei meiner Rückkehr zum VfL ein. Tja, und vor dieser Saison wurde beim VfL eben ein zusätzlicher Linksaußen benötigt.

Dass Du auch kein schlechter Linksaußen bist, hast Du ja eindrucksvoll bei Eurem tollen Gastspiel in Oranienburg bewiesen: vier Würfe – vier Treffer.

Ja, Danke, aber meine Lieblingsposition bleibt der Rückraum.

Du hast mir erzählt, dass Du in der Kindheit acht Jahre Fußball im Verein gespielt hast. Unser Rechtsaußen Philipp Jochimsen hat ja bekanntlich eine ganz ähnliche Karriere hingelegt. Besteht Eure Mannschaft eigentlich nur aus verkappten Fußballern?

Naja, mit Blick zum Beispiel auf Akteure wie Christian Schwarz oder Levi Schwark würde ich das nicht gerade behaupten :-) Der Eine ist technisch - vorsichtig formuliert - nicht der Beste, haut aber wenigstens alles um, was er vor die Füße bekommt. Der andere hat eine Trefferquote von gefühlt 0%. Zum Glück habe ich den Erstgenannten in meinem Team.

Philipps Worten zufolge soll Team Jung beim Fußball (Anm. der Red.: die jüngeren Spieler in der Mannschaft) aber dennoch ein schwer zu schlagendes Team sein...

Dieser Darstellung muss ich klar widersprechen. Team Alt hat durch seine clevere Spielweise ebenfalls stets gute Siegchancen. Mit Robin Huntz und eben Christian Schwarz in der Abwehr sowie Matti Spengler im Sturm sind wir gut aufgestellt. 

Woher kommst Du und wie kamst Du zum Handballsport?

Ich bin waschechter Berliner und lebe noch immer im Stadtbezirk Reinickendorf. Mein Bruder spielte schon Handball, so dass ich es in der D-Jugend auch einmal probierte. Innerhalb eines Jahres gelang mir von der dritten Mannschaft der Sprung an die Sportschule in Berlin.

Ich nehme an, Ihr wart mit der Jugendmannschaft der Füchse erfolgreich? 

Ja, die Meisterschaft in Berlin haben wir schon regelmäßig gewonnen, im Pokal allerdings schnappte uns Preußen Berlin mit Matti Spengler oder der TSV Rudow mit Dominik Steinbuch und Caspar Jacques den Pokal vor den Augen weg. Mit Caspar wechselte ich später gemeinsam von der Sportschule Berlin zu der in Potsdam.

Wie kam es dazu?

Ich muss zugeben, dass meine Leistungen auf der Berliner Sportschule eher durchwachsen waren. Das wurde mir im Rahmen eines sogenannten Leistungsgespräches von meinem damaligen Schulsporttrainer, Alexander Haase, auch mitgeteilt. Als er dann nach einiger Zeit ein zweites Leistungsgespräch ankündigte, schrillten bei mir und dem ebenfalls betroffenen Caspar die Alarmglocken. Wir befürchteten, von der Schule zu müssen. Es ergab sich die Möglichkeit nach Potsdam zu wechseln, die wir beide wahrnahmen. Detlef Doering war in der B-Jugend unser erster Trainer.

Wie hast Du den Übergang zum Männerbereich erlebt?

Schon als A-Jugendlicher hätte sich beinahe die Chance ergeben, schon ständig im Männerbereich aktiv zu sein. Wir hatten beim VfL die Bundesligaqualifikation verpasst und erwogen, als Nachwuchsmannschaft in der Ostsee-Spree-Liga der Männer zu starten. Letztlich entschieden wir uns (aus meiner Sicht leider) dagegen. Ein Jahr später wechselte ich zu Grün-Weiß Werder und stieg dort in eben diese Liga auf. Für meine Entwicklung war dieser Schritt vermutlich kein Nachtteil. Jens Deffke holte mich rund eineinhalb Jahre später zurück zum VfL in die Bundesligamannschaft.

Bist Du jetzt auch in Potsdam wohnhaft?

Nein, nur meine Arbeitsplätze sind seit Längerem hier. Neben der Sportkarriere absolviere ich gerade eine Lehre als Industriemechaniker bei den Stadtwerken Potsdam. Die Ausbildung könnte als Grundlage für ein späteres Studium in diesem Bereich dienen. Ich wohne aber noch immer daheim bei den Eltern in Reinickendorf und pendele jeden Tag.

Wie lange bist Du so zusätzlich unterwegs?

Zwischen 30 und 45 Minuten, je nach Tageszeit. Ich fahre gern Auto und beschäftige mich auch intensiv mit dem Mobilsport. So könnte ich mir zum Beispiel vorstellen, Fahrzeugtechnik zu studieren. Fahrzeuge zu entwerfen oder ihre Fahrweise zu beeinflussen, wäre sicher ein interessantes Themenfeld.

Ich nehme an, dieses Hobby beschäftigt auch Dein Fernsehverhalten?

Schon, wobei mich Autorennen wie die Formel 1 jetzt nicht so interessieren. Die sind mir zu taktisch geprägt. Automagazine wie GRIP allerdings verfolge ich schon.

Was fährst Du denn aktuell für ein Fahrzeug?

Einen Renault Megane. Das kommende Auto wird auch ein Megane sein - allerdings in der Rennsportvariante.

Dann wärst Du also noch schneller in Potsdam?

Naja, ich fahre schon den Verkehrsregeln entsprechend. Aber ein paar Minuten könnte es schon schneller gehen.

Pille, eine letzte Frage: Woher hast Du eigentlich Deinen Spitznamen? Vermutlich abgeleitet von Deinem Vornamen Phil-Lukas?

Nein, da ist der Patenonkel meines Bruders "Schuld" dran. Ich war in meiner Kindheit ziemlich zappelig, und er sagte öfters: Gebt dem Jungen doch mal eine Pille, damit er ruhiger wird. Das ist der Ursprung des Spitznamens.

Vielen Dank für das Interview!

Das Interview führte Jens Pichotta

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