MAZ: Der Mann für die Überraschungsmomente
Matti Spengler empfängt mit dem 1. VfL Potsdam in der 3. Handball-Liga Nord am Sonntag den HSV Hannover. Der Rückraumakteur ist einer der Spieler, die für den entscheidenden Unterschied sorgen können. Der VfL bastelt außerdem am Kader für die kommende Saison: Zwei Akteure bleiben, ein Spieler wird den Verein dagegen verlassen.
Potsdam. Das Fazit fiel kritisch aus, als Matti Spengler eine Zwischenbilanz dieser Spielzeit zog: „Wir sind auf dem richtigen Weg“, sagt der Rückraumspieler des 1. VfL Potsdam, „es ist eine Weiterentwicklung zu sehen, aber wir sind noch nicht zufrieden. Es gibt einige Spiele, in denen wir gehofft hatten, dass wir schon weiter sind.“ Auch das Hinrundenduell beim HSV Hannover, als der VfL in der 3. Handball-Liga Nord die bisher höchste Saisonniederlage (26:31) hinnehmen musste, gehört in die Kategorie Streichresultate. Am Sonntag können die Adler Revanche nehmen, wenn der Tabellenneunte aus Niedersachsen in der MBS-Arena antritt (16 Uhr).
Und: Der VfL könnte den nächsten Entwicklungsschritt machen. Derzeit befindet sich das Potsdamer Ensemble bei der perspektivisch geplanten Rückkehr in die zweite Liga in einer Art Zwischenstadium. Das Team hat sich deutlich von der zweiten Tabellenhälfte abgesetzt und spielerisch zugelegt – die absoluten Spitzenteams aber sind in den entscheidenden Momenten noch Nuancen entfernt. „Es geht beispielsweise auch darum, in engen Spielen in der Schlussphase frischer zu sein als der Gegner“, sagt Spengler, „das macht dann oft den Unterschied.“
So wie Spengler: Rechtshänder, ungewöhnlich trickreich und geschmeidig – oft verschafft sich der 1,83-Meter-Mann durch Überraschungsmomente den entscheidenden Freiraum. „Das ist sicherlich auch deshalb so, weil ich nicht der Größte bin“, sagt der Lehramtsstudent, „und als Rückraumspieler Wege finden musste, um mit schnellen Beinen die Größennachteile auszugleichen.“ Spengler, der vor wenigen Tagen seinen 24. Geburtstag feierte und mit Kapitän Yannik Münchberger eine Art Schalt- und Kreativzentrale bildet, gehört zu den Schlüsselfiguren auf dem Feld.
VfL-Trainer Daniel Deutsch lobt: „Matti ist ein Leistungsträger und sehr vielseitig in Abwehr und Angriff einsetzbar. Seine beste Qualität neben seinem guten Eins-gegen-eins-Verhalten ist, dass er seine Mitspieler gut ins Spiel bringen kann und sich dementsprechend auch immer Gedanken macht, wie das im nächsten Angriff am besten passieren kann.“ Der Coach sagt aber auch: „Manchmal steht er sich noch selbst im Weg, weil er sich über alles mögliche zu viele Gedanken macht. Da würde ich ihm manchmal wünschen, einfach drauf loszuspielen und auf seine Fähigkeiten zu vertrauen.“ Auch Matti Spengler, der 2016 von den Füchsen Berlin kam, kann diesbezüglich gegen den HSV, eine gestandene Eingreiftruppe, den nächsten Entwicklungsschritt machen. „Hannover ist ein erfahrener Gegner“, urteilt Spengler, „der schon lange auch in dieser personellen Zusammensetzung dabei ist.“ Es könnte also wieder auf die kleinen, feinen Unterschiede ankommen.
Der VfL feilt am Kader für die kommende Saison
Josip Simic (18), mit 132 Treffern aktuell Führender in der Torschützenliste der A-Jugend Bundesliga (Nord), erhält beim Handball-Drittligisten einen zwei Jahres-Vertrag beim VfL. Linksaußen Joe Boede (21) wird ebenfalls ein weiteres Jahr in der Landeshauptstadt spielen. Nach der Saison getrennte Wege gehen werden die Adler und Phil-Lukas Winter (24).
Quelle: Märkische Allgemeine Zeitung, Sittig, Lars (2019) (http://www.maz-online.de/Sportbuzzer/Sportmix/Matti-Spengler-Der-Mann-fuer-die-Ueberraschungsmomente) [05.03.2019]

