Leidenschaft zum Beruf machen: Walldürnerin Laura Hefner macht Soziales Jahr bei Hardheimer Handballern
Hardheim/Walldürn. (adb) "Ich war schon von klein auf handballbegeistert", sagt Laura Hefner über sich selbst. So mutet ihr Freiwilliges Soziales Jahr wie der viel zitierte "Sechser im Lotto" an: Seit 1. September 2018 leistet die 19-jährige Walldürnerin ihr FSJ im Sport in der Handballabteilung des TV Hardheim ab.
Bevor sie ihre Stelle antrat, legte sie 2018 am Karl-Ernst-Gymnasium (Amorbach) ihr Abitur ab. Nach Hardheim kam Laura mit einem klaren Ziel: "Ich erhoffe mir hier wertvolle Erfahrungen für mein späteres Berufsleben, da ich Sport auf Lehramt studieren möchte, und es sicher besser ist, mit gewissen Vorkenntnissen insbesondere aus dem Schulbetrieb in das Studium zu gehen - so hat sich das FSJ im Sport einfach angeboten", erklärt sie und freut sich über ihre "sehr abwechslungsreiche Tätigkeit", die sich über 38,5 Stunden pro Woche erstreckt und längst nicht nur in der Sporthalle des Walter-Hohmann-Schulzentrums stattfindet. "Zu meinem Pensum gehören Hausaufgabenbetreuung, sportliche Früherziehung in der ,Kindervilla Kunterbunt’ an zwei Terminen pro Woche, Mithilfe im Hort der Gemeinde und natürlich die Trainingseinheiten mit den gemischten Handball-Minis, der E-Jugend sowie der weiblichen D-Jugend", schildert sie und weist auf eine Besonderheit hin, die sich "Handballer für Handballer" nennt.
Hier geht es um eine ganz besondere Form von Nachhilfe-Unterricht: "Aktuell betreue ich zwei Jugendliche aus dem Handballer-Bereich bei den Hausaufgaben und der gezielten Vorbereitung auf Klassenarbeiten", lässt Laura Hefner wissen. "Außerdem aktualisiere und betreue ich die Homepage der Jugend-Handballer."
Damit ist ihr Engagement keinesfalls beendet - so gibt weder einen festen Arbeitsbeginn noch einen festen Feierabend, dafür aber auch durchaus Events "außer der Reihe", wie sie sagt. "Darunter fallen Weihnachtsfeiern, Spielfeste der Minis, der Grundschul-Aktionstag zum Thema ‚Handball’, aber auch Spielstunden sowie die Spiele der D- und E-Jugend, die mich an den Wochenenden teilweise bis in den Heilbronner Raum führen." Dankbar ist sie für die Möglichkeit, die Sportlehrer des Walter-Hohmann-Schulverbunds bei der Gestaltung von Sportstunden zu begleiten. "Hier kann ich besonders viel lernen, weil ich aktiv dabei bin und auch in manches eingebunden werde, das im Studium eine Rolle spielen wird", weiß sie und gibt zu verstehen, sich gerade über die Begegnungen mit den Kindern sehr zu freuen.
"Allerdings bereitet mir das Training an sich dann doch besonders viel Spaß, weil es direkt mit Handball zu tun hat, ich hier das Gelernte schon in die Tat umsetzen und meine Kenntnisse immer weiter verbessern kann", räumt Laura Hefner ein und bezeichnet Handball als "ihren eigenen Lieblings-Sport" - schließlich übt sie ihn auch bereits seit ihrem sechsten Lebensjahr aus. Als "tolles Gefühl" bezeichnet die Walldürnerin auch die sichtbaren Fortschritte in den Trainingseinheiten. Dabei beruft sie sich auf die sogenannten "Zielvereinbarungen", die sie zu Anfang ihrer Tätigkeit aufstellte: "Hier wird festgehalten, welche Lernziele und Kompetenzen man sich selbst setzt", informiert sie.
Wenn Laura nicht gerade zwischen Schule, Hort, Sporthalle und Kindergarten pendelt, erweitert sie ihr Wissen auf den insgesamt 25 Bildungstagen. "Jeweils zehn Tage entfallen auf die Einführungs- und Abschluss-Seminare sowie den Erwerb des C-Trainerscheins an der Sportschule Schöneck, während ich mich an den restlichen fünf Tagen individuell fortbilden lassen kann", hält sie fest und spricht von "bisher äußerst informativen Inhalten mit wenig Theorie, aber ganz viel Sport und Spiel mit Gleichgesinnten". Wohl seien speziell für die C-Lizenz - die sie Mitte Februar bestanden hat - sehr hohe Anforderungen zu erfüllen, "aber dafür muss man sich eben anstrengen", fügt sie an.
Bisher jedenfalls sei sie "rundherum zufrieden" mit ihrer Einsatzstelle: "Wer viel mit Sport zu tun haben möchte und sich für Handball interessiert, kommt auf seine Kosten!", resümiert sie und spricht von einem "guten Zwischenjahr zum Sammeln neuer Eindrücke", das sie jederzeit wieder antreten würde und weiterempfehlen könne.
Auch der Verantwortliche für das FSJ im Sport beim TV Hardheim Norbert Fürst zieht eine positive Bilanz über das Wirken von Laura Hefner und auch das Freiwillige Soziale Jahr im Allgemeinen: "Man bemerkt im Jahresverlauf, aber besonders zum Ende hin stets die menschliche Weiterentwicklung unserer FSJ’ler und ein selbstbewussteres Auftreten", schildert er und führt den "absoluten Kompetenzgewinn für alle Beteiligten" als erfreulichen Nebeneffekt an. Dankbar ist er auch der Gemeinde Hardheim und Hans Sieber vertretenen Arnold-Hollerbach-Stiftung sowie Dr. Ingo Großkinsky für die finanzielle Unterstützung: "Die Finanzierung dieser Stellen ist alles andere als einfach", gibt Fürst abschließend zu bedenken.

