Champions League: Fehlstart der Rhein-Neckar Löwen gegen Skopje
Von Michael Wilkening
Mannheim. In dieser Saison soll es endlich etwas mit einem ernsthaften Versuch werden, das Final Four der Handball-Champions-League in Köln zu erreichen - das war das ausgegebene Ziel vor dem Start in die zweite Saisonhälfte gestern Abend. Nach der 27:30 (12:16)-Niederlage gegen den RK Vardar Skopje ist klar, dass die Löwen einen schweren Weg gehen müssen, um das Kräftemessen der vier besten Teams der Königsklasse zu erreichen. Die Gruppenphase werden die Badener nicht auf einem Spitzenplatz beenden, was bedeutet, dass es die Löwen in den K.o.-Runden mit besseren Gegnern zu tun bekommen.
"Es wird jetzt richtig schwer, den zweiten oder dritten Platz in der Gruppe zu erreichen", sagte Patrick Groetzki nach einem Spiel, in dem die Heim-Sieben weit hinter den eigenen Erwartungen und den Ansprüchen der Mehrzahl der 4149 Zuschauer in der SAP Arena zurückblieb. "Wir müssten wohl alle drei ausstehenden Spiele in der Gruppenphase gewinnen und wenn wir so auftreten, wird es schwer, überhaupt noch eine Partie als Sieger zu beenden", erklärte Rechtsaußen Groetzki.
Die Löwen machten über weite Strecken der 60 Minuten den Eindruck, als seien sie fünf Wochen lang unterwegs gewesen ohne miteinander trainieren zu können, hätten sich dabei für verschiedene Nationalmannschaften körperlich und mental verausgabt und wären erst vor wenigen Tagen wieder zusammengekommen. Die Badener fehlte es an Tempo und der letzten Sicherheit beim Zusammenspiel. Der Eindruck stimmte mit der Realität überein, durfte jedoch nicht als alleiniger Grund für den Fehlstart ins Jahr 2019 geltend gemacht werden. Schließlich befinden sich im Kader der Mazedonier ebenfalls viele WM-Fahrer, die in den zurückliegenden Wochen ähnlich viel Energie gelassen hatten. "Skopje hatte auch einige Spieler bei der WM, die waren aber nicht bis zum Schluss dabei wie viele von uns", sagte Groetzki. Das war richtig, konnte die schwache Leistung der Löwen aber nur bedingt erklären.
Die Vardar-Cracks fanden von Anfang an und dauerhaft einen Zugang zum ersten Match nach der WM-Pause. In den ersten 20 Minuten legten sie den Grundstein für den Auswärtssieg, denn sie spielten im Angriff unaufgeregt, warteten auf die sich bietenden Chancen, während sie in der Defensive von den technischen Fehlern der Badener profitierten. Beim 7:13-Rückstand war Jacobsen gezwungen, der Partie bei seiner zweiten Auszeit eine Wende zu geben. Es half allerdings nichts, der 12:16-Rückstand zur Pause schmeichelte den Löwen eher, als dass er die Kräfteverhältnisse auf dem Feld widerspiegelte.
"Wir waren in der ersten Halbzeit in der Abwehr nicht aggressiv genug", sagte Groetzki. Der ausgetüftelte Plan gegen Stas Skube und Igor Karacic, die zwei schnellen Rückraumspieler der Mazedonier, defensiv zu agieren, um ihnen keine Räume zu geben, führte zu großer Passivität. Die erhoffte Aufholjagd nach der Pause blieb ebenfalls aus, weil Vardar zu clever agierte, um sich einen deutlichen Vorsprung noch nehmen zu lassen. Beim 20:27 (50.) war die Entscheidung gefallen, in den letzten Minuten gelang den Löwen nur noch etwas Ergebniskosmetik.
Rhein-Neckar Löwen: Appelgren, Palicka (ab 20.) - Petersson (4), Schmid (9/2), Mensah (2) - Groetzki (1), Tollbring (2) - Kohlbacher (8) - Lipovina, Sigurdsson, Radivojevic, Abutovic, Guardiola (1), Taleski
Vardar Skopje: Milosavljevic, Kizic, Ghedbane - Kristopans (4), Skube (3), Karacic (6) - Schischkarew (2), Dibirow (7) - Stoilov (6) - Nedanovski, Popovski, Dissinger, Kalaresch, Cupic (2/1), Vojvodic, KiIselev
Spielfilm: 3:5 (7.), 6:10 (17.), 7:13 (20.), 12:16 (Hz.), 14:21 (37.), 20:27 (50.), 27:30 (Endstand)
Zuschauer: 4149

