MAZ: Potsdamer Handballer feiern ersten Heimsieg
Endlich ist der Knoten geplatzt. Die Drittliga-Handballer des VfL Potsdam feierten am Sonntag gegen Springe den ersten Heimsieg in dieser Saison.
Potsdam. Die Geduld hat sich gelohnt. Im zehnten Spiel in der 3. Handball-Liga gab es endlich für den VfL Potsdam auch zu Hause Jubel. Der Tabellenletzte fertigte am Sonntag in der MBS-Arena den Tabellendritten HF Springe überraschend klar mit 34:27 (17:13) ab.
Die Anhänger waren ob der bisherigen Auftritte nahe am Verzweifeln. Ein Auswärtssieg und ein Remis standen bisher zu Buche. Gestern zeigte die Potsdamer Sieben vor 747 Zuschauern ihr wahres Gesicht. Der neue Trainer Daniel Deutsch atmete auf. „Wir haben über 60 Minuten das auf die Platte gebracht, was uns zuvor nur zeitweise gelungen ist.“
Endlich das Potenzial abgerufen
Beim ersten Heimsieg ragte ein VfL-Akteur heraus: Yannik Münchberger. Der Wirbelwind führte nicht nur die Regie, er huschte den Gegnern auch immer wieder davon und erzielte mit seinen ansatzlosen Würfen 13 Treffer. „Endlich haben wir unser Potenzial abgerufen“, atmete Münchberger auf. „Jeder hat sich reingehängt und wollte es dem Anhang zeigen. Ich glaube, unsere Neuzugänge sind jetzt integriert.“ Zwölf Tore hat der 20-Jährige, der vor dreieinhalb Jahren noch als A-Jugendlicher in der Ersten der Potsdamer aufgeboten wurde, in dieser Saison bereits in Braunschweig geworfen. Die interne Torschützenliste führt Münchberger bei 65 Toren mit großem Vorsprung an.
Münchberger huscht allen davon
10:6 führte der VfL nach 19 Minuten und behielt den Vorsprung bis zur Pause. Da schwor die Mannschaft, die Schwächen von Schwerin in der Vorwoche zu vermeiden. Da führte die Truppe 17:12, warf in der zweiten Halbzeit nur noch fünf Tore (bei 22 Versuchen) und verlor 22:26. Gegen Springe trauten die Fans ihren Augen nicht, als die Havelstädter nach 46 Minuten 27:20 führten und den Vorsprung ins Ziel brachten. Den Gästen war viel zu spät ein Licht aufgegangen, dass Münchberger das Treiben verrückt gemacht hatte. Die Manndeckung kam viel zu spät. Gestützt auf eine energische Deckungsarbeit mit Abwehrchef Robin Huntz, hielten die Potsdamer das Tempo und die Konzentration bis zum Schlusspfiff hoch. „Solch ein Spiel wie in Schwerin, wo wir in der ersten Halbzeit überzeugend aufgetreten waren, verlieren wir nicht noch mal“, so Münchberger.
Die VfL-Spieler haben im Abstiegskampf endlich zum Selbstvertrauen gefunden, das zum Überleben erforderlich ist. Nahtlos fügte sich Dominik Steinbuch ein. Der stämmige Linkshänder musste beinahe zwei Jahre lang wegen einer Knieverletzung aussetzen. Der VfL war trotz dieses Handicaps von den Qualitäten Steinbuchs überzeugt und verpflichtete ihn im Sommer. In Schwerin kam der Kanonier im rechten Rückraum zu einem Kurzeinsatz, gegen Springe deutete er bei seinem Auftritt über 20 Minuten an, dass er zur Bereicherung werden kann.
Neuzugang Urios Gonzalez von den jungen Füchsen
Genauso wie Rolando Urios Gonzalez. Der stämmige Kreisläufer wurde in der vergangenen Woche vom Kooperationspartner Füchse Berlin verpflichtet und gilt als Alternative für den bewährten Christian Schwarz. Der 18-jährige Gonzalez ist noch A-Jugendlicher und bekam provisorisch die Nummer 17 aufs schwarze Trikot geklebt. Bei seinen kurzzeitigen Einsätzen trat er auf, als wäre er schon länger dabei. Kein Wunder bei dem berühmten Vater. Der gleichnamige Rolando Urios gilt als spanische Handball-Ikone.
Beim VfL ist niemand vermessen, die Tabelle jetzt von unten aufzureißen. Aber der Kader sollte stark genug sein, den Klassenerhalt zu sichern. Noch im November folgen zwei weitere Heimspiele.
Von Detlef Braune
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