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Champions League: Das nächste Ausrufezeichen

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Von Daniel Hund

Heidelberg/Szeged. Das Siegertänzchen blieb diesmal aus. Eigentlich war es aber angebracht. Denn das, was die Rhein-Neckar Löwen bei Pick Szeged zeigten, war sensationell. 60 Handball-Minuten zum Genießen. Zum Verneigen. Völlig ungefährdet nahmen Andy Schmid und Co. diese knifflige Auswärtshürde in der Champions League. Beim 34:31 (19:14) kamen die Ungarn sogar noch glimpflich davon. Löwen-Trainer Nikolaj Jacobsen sah es ähnlich. "Kurz vor Schluss waren wir ja schon mit neun Toren weg", sagt der Däne, "unsere Abwehr und unser Torhüter Andreas Palicka waren sehr stark."

Szeged und die Löwen - das passte zuletzt gar nicht. Meist zahlte der deutsche Meister Lehrgeld. Die Bilanz ist ernüchternd: Aus dem letzten sechs Partien holten die Gelben gerade mal einen Sieg. Höchste Zeit also, mal zurückzuschlagen. Das war auch der Plan von Jacobsen. Und der tat das, was er häufig tut, wenn die Badener auswärts in der Gruppenphase der Königsklasse am Ball sind: Er schickte die zweite Reihe auf die Platte. Jerry Tollbring, Bogdan Radivojevic, Harald Reinkind und Filip Taleski sollten sich beweisen. Genau wie Rafa Baena, der seinen massigen Körper als siebter Feldspieler am gegnerischen Kreis ausbreitete. Ein Schachzug, der voll aufging. Schnell legten die Löwen auf 4:1 vor (6.).

Doch auch Szeged blieb dran. Vor allem Sergei Gorbok glänzte. Der Ex-Löwe steuerte vier der ersten fünf Treffer der Ungarn bei. Das Hauptproblem war aber ein anderes: Nämlich Spielmacher Stas Skube, der Mittelmann von Szeged. Gerade mal 1,76 Meter ist der groß. Und genau das macht es auch so schwer. Der wieselflinke Slowene ist kaum zu greifen, taucht immer wieder zwischen den Abwehr-Riesen ab und nutzt die Lücken. Ausgleichen konnten die Ungarn aber nie. Dazu waren die Löwen zu stark, zu ausgebufft. Andy Schmid führte mal wieder perfekt Regie. Der Schweizer ließ das Bällchen passgenau durch die eigenen Reihen flutschen. Der Lohn: In die Halbzeit ging es mit einer 19:14-Führung. Beeindruckend war’s. So atemberaubend, dass sich auch Keeper Andreas Palicka beim Gang in die Kabine ein verschmitztes Lächeln nicht verkneifen konnte.

Um ihn herum war den Zuschauern das Lachen längst vergangenen. Sie grübelten, resignierten aber nicht. Die Hoffnung lebte. Und gewonnen war ja auch noch nichts. Nicht in Szeged, nicht im berüchtigten Hexenkessel. Aber der war spätestens zu Beginn der zweiten Halbzeit keiner mehr. Die Löwen betätigten sich als Spaßbremse, als Stimmungskiller. Tor um Tor zogen sie weg. Zwischendurch begannen die treuen Anhänger gar zu pfeifen. Sie konnten nicht fassen, was sie da sahen.

Szeged selbst konnte man eigentlich gar keinen Vorwurf machen. Der ungarische Spitzenklub probierte alles, nahm Schmid kurz, fing den Ideengeber schon auf der Höhe der Mittellinie ab. Doch die Löwen können es mittlerweile eben auch ohne den Ausnahmekönner. Am Sonntag fand unter anderem auch Youngster Taleski Lösungsansätze. Alles in allem war es ein Auftritt, der Mut macht, der den Traum vom Final Four in der Königsklasse immer realistischer werden lässt.

Am Sonntag wurde auch das Viertelfinale im DHB-Pokal ausgelost. Und die Löwen erwischten eine lösbare Aufgabe: Es geht zuhause gegen den Liga-Konkurrenten Leipzig. "Mit dem Heimspiel sind wir zufrieden, aber Leipzig ist sicher keiner unserer Lieblingsgegner", warnt Jacobsen.

Rhein-Neckar Löwen: Schmid 9/2, Tollbring 6, Baena 4, Guardiola 2, Reinkind 3, Rnic 2, Pekeler 2, Radivojevic 4, Taleski 2. Spielfilm: 1:1, 1:4, 10:11, 10:13, 13:14, 13:17, 14:19 (Halbzeit), 16:19, 16:22, 18:25, 19:27, 23:31, 26:34, 31:34 (Endstand).

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