Rhein-Neckar Löwen verlieren in Wetzlar: Spiel eins nach der Meisterschaft "nicht unser bestes"
Wetzlar. (miwi) Sie spielten nicht lustlos, sie kämpften tapfer, aber letztlich war ihnen anzumerken, dass es um nicht mehr viel ging. Der frischgebackene Handballmeister Rhein-Neckar Löwen kassierte gestern seine dritte Saisonniederlage. Bei der HSG Wetzlar unterlag die Mannschaft von Nikolaj Jacobsen mit 24:30 (15:15).
Es dauerte nur knappe zehn Minuten, ehe die Zuschauer in der Rittal-Arena die Gewissheit hatten, dass die Löwen das erste Spiel nach dem Titelgewinn auf keinen Fall als reine Spaßveranstaltung ansahen. Der Tobsuchtsanfall von Jacobsen zeigte, dass er nicht gewillt war, entspannt einem Handballspiel beizuwohnen. Nach einer fragwürdigen Zeitstrafe gegen Hendrik Pekeler schimpfte der Löwen-Trainer so lange mit den der Schiedsrichtern, bis er die Gelbe Karte unter die Nase gehalten bekam. Jetzt war nicht nur der Coach auf Betriebstemperatur, sondern auch die Spieler, die den Wutausbruch ihres "Bosses" nutzten, um auch aggressiver zu werden.
Aus einem schnellen 3:5-Rückstand machten die Badener eine 13:10-Führung (22.). Dabei half die taktische Maßnahme Jacobsens, im Angriff konsequent mit sieben Feldspielern zu agieren. Gleichzeitig sollte diese Taktik als Kraftersparnis dienen, schließlich war die Trainingsarbeit in den zurückliegenden sieben Tagen etwas zu kurz gekommen.
Personell hatte Jacobsen kräftig durchgewürfelt, denn mit Andy Schmid, Patrick Groetzki und Hendrik Pekeler (als siebter Feldspieler) standen im Angriff nur drei Stammkräfte auf dem Feld. Der Rest durfte sich zunächst auf der Bank ausruhen. Kim Ekdahl du Rietz saß sogar dahinter, er pausierte wegen Knieschmerzen und soll am Samstag bei seinem "Abschiedsspiel" fit sein.
Die gute Phase der Löwen, die eine 13:10-Führung zur Folge hatte, endete kurz vor der Pause, so dass es nach 30 Minuten 15:15 stand. Die Badener hatten sich nicht für eine im Grunde gute Leistung belohnt und sahen sich knapp drei Minuten nach Wiederbeginn plötzlich einem Drei-Tore-Rückstand ausgesetzt (15:18). Als die HSG 14 Minuten vor dem Ende auf 24:19 erhöhte, war die Niederlage besiegelt. Aber selbst Jacobsen explodierte jetzt nicht mehr - schließlich ist die Meisterschaft in trockenen Tüchern.
"Wir haben sicher nicht unser bestes Spiel gemacht", sagte Jacobsen. Dass er sich über die Deutlichkeit der Niederlage ärgerte, deutete darauf hin, dass seine Mannschaft am Samstag gegen Melsungen besser spielen wird.
HSG Wetzlar: Buric, Nikolai Weber - Cavor 1, Mirkulovski 1, Philipp Weber 8/1 - Björnsen 4, Kvist 6 - Kohlbacher 5 - Kneer, Pöter 1, Hahn, Berggren 3, Klesniks 1, Lindskog.
Rhein-Neckar Löwen: Appelgren, Palicka - Reinkind 4, Schmid 6/3, Mensah Larsen 1 - Groetzki 5/1, Manaskov 5/1 - Baena - Sigurdsson, Steinhauser, Pekeler, Taleski 1, Guardiola 2, Petersson.
Spielfilm: 5:3 (7.), 6:8 (14.), 10:13 (22.), 15:15 (Hz.) 21:17 (37.), 24:19 (46.), 26:21 (52.), 30:24 (Ende); Zeitstrafen: 3/1; Siebenmeter: 3/1 - 7/5; Zuschauer: 4421; Schiedsrichter: Blümel/Loppaschewski (Berlin).

