Fußball zur Schlafenszeit: Anstoß in der Nacht: Gibt es Public Viewing bei der WM?
Die Spiele der Fußball-WM in den USA, Kanada und Mexiko finden zu deutscher Zeit spät statt. Zwar hat dei Bundesregierung mit einer Verordnung den Lärmschutz teilweise ausgesetzt, doch das öffentliche "Rudelgucken" fällt 2026 wohl kleiner aus.
Ein Fußball-Sommer ohne "Rudelgucken"? Aufgrund der Zeitverschiebung dreht sich der Ball bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 in den USA, Kanada und Mexiko hauptsächlich, wenn hierzulande Schlafenszeit ist. Für den ersten Gruppenspieltag liegen die Anstoßzeiten zwischen 19 Uhr am Abend und sechs Uhr in der Früh deutscher Zeit. Anpfiff der letzten beiden Gruppenspiele der deutschen Elf gegen die Elfenbeinküste und gegen Ecuador etwa ist erst um 22 Uhr in Deutschland.
In der KO-Phase sind sogar noch spätere Anstoßzeiten möglich. Einige der Begegnungen finden darüber hinaus noch unter der Woche statt. So manch Fußball-Fan mag sich deshalb vielleicht fragen, ob es zu dieser WM überaupt Fußball-Feste auf öffentlichen Fanmeilen in Deutschland geben wird.
Die Antwort auf diese Frage lautet wohl: Nein. Ein "Rudelgucken" mit Sommermärchen-Feeling wird es in Deutschland in diesem Jahr wohl nicht geben. Zahlreiche Kommunen haben öffentlichen Fan-Festen bislang eine Absage erteilt, darunter auch Hamburg, wo in diesem Jahr keine große Leinwand auf dem Heiligengeistfeld die WM-Spiele der Deutschen Mannschaft übertragen wird. Auch in Berlin wird es am Brandenburger Tor für dieses Turnier keine offizielle Fan-Meile geben, da sich kein Veranstalter gemeldet hatte.
In Nordrhein-Westfalen werden die Kommunen ebenfalls keine offiziellen Public-Viewing-Events organisieren. In Köln, Düsseldorf, Gelsenkirchen, Aachen und Dortmund wird es, anders als bei der Heim-EM 2024, keine Fan-Zones geben, wie eine Umfrage des "WDR" ergab. Auch in den Städten Mülheim (Ruhr), Düren, Krefeld, Wuppertal, Remscheid und Solingen ist kein öffentliches Public Viewing geplant.
Doch es gibt Ausnahmen: Einzelne Kommunen planen kleinere Public-Viewing-Veranstaltungen in Zusammenarbeit mit Kooperationspartnern. So wird es in Recklinghausen bis zu 7500 Besucherinnen und Besuchern möglich sein, Spiele, die bis 22 Uhr angepfiffen werden, gemeinsam zu verfolgen. In Hückelhoven im Rheinland können bis zu 3000 Fans die Spiele schauen.
Im Süden zeigt sich kein anderes Bild. In den fünf größten Städten Bayerns – München, Nürnberg, Augsburg, Regensburg und Ingolstadt – wird es laut "Abendzeitung" ebenfalls kein offizielles Public Viewing geben. Neben den späten Anstoßzeiten wird hier auch vereinzelt eine schwindende Nachfrage als Grund angegeben. So sagte ein Sprecher der Olympiapark München GmbH, dass das Interesse nachlasse, weil es Public Viewing praktisch in jedem Biergarten gäbe.
Public Viewing zur WM fast nur bei privaten Anbietern
Tatsächlich haben Fans die Gelegenheit, bei zahlreichen privaten Public-Viewing-Veranstaltungen mit dem deutschen Team mitzufiebern. Oft wird dafür jedoch Eintritt verlangt. Möglich macht das die sogenannte "Public-Viewing-Verordnung" der Bundesregierung, die Ausnahmen von Lärmschutz während der Fußball-WM erlaubt und so auch Übertragungen bis spät in die Nacht gestattet. Denn eigentlich gilt ab 22 Uhr der Lärmschutz. Doch auch die Zahl der privaten Public-Viewing-Angebote ist im Vergleich zur Heim-EM 2024 deutlich gesunken.
Eine Auswahl der größten Publice-Viewing-Events in Deutschland:
Die Arena auf Zeche Ewald in Herten fasst bis zu 10.000 Besucher.
Auf dem Freigelände der Rudolf-Weber-Arena in Oberhausen können bis zu 40.000 Zuschauer das erste Gruppenspiel der DFB-Elf verfolgen.
Die BallsportARENA Dresden bietet 1500 Fans beim Indoor-Public-Viewing bei jedem Spiel der deutschen Mannschaft ein wetterunabhängiges Fußball-Fest.
WM mit Strandfeeling gibt es in Berlin im Beach Neukölln, wo Fans die Spiele auf 1500 Quadratmetern auf zwei Leinwänden verfolgen können.
Einige private Anbieter werden ihre Türen noch für Public-Viewing-Events öffnen. Fußball-Fans sollten sich aber mit dem Gedanken anfreunden, dass die diesjährige Fußballweltmeisterschaft wohl in kleinerem Rahmen im Biergarten oder in die Kneipe, anstatt auf der Fanmeile geguckt werden kann. Wer damit liebäugelt, sollte sich frühzeitig um Plätze kümmern.

