1:2-Niederlage gegen Hertha BSC nach Last-Minute Nackenschlag
Der SC Preußen hat in dieser Spielzeit schon viele Tore in den Schlussminuten erzielt und sich durch den einen oder anderen Lucky-Punch wichtige Punkte erkämpft. Beim Heimspiel gegen Hertha BSC am Sonntagnachmittag war es anders. Die Adlerträger kassierten in der dritten Minute der Nachspielzeit durch einen perfekt ausgespielten Konter den späten Nackenschlag. Trotz Leistungssteigerung im zweiten Durchgang unterlagen die Gastgeber mit 1:2 – und verloren somit nach dem Pokalaus (3:5 i.E.) und der Hinspiel-Niederlage (1:2) auch das dritte Aufeinandertreffen mit dem Hauptstadtclub.
Zwei Änderungen nahm Trainer Alexander Ende im Vergleich zum 2:1-Auswärtssieg in Braunschweig vor: In der Innenverteidigung ersetzte Niko Koulis den Gelb-Rot-gesperrten Paul Jaeckel. Zudem feierte Winterneuzugang Shin Yamada sein Startelf-Debüt im Adlertrikot. Für den Japaner rückte Yassine Bouchama auf die Bank.
Auf dem Platz dauerte es ein wenig, bis die Teams in Fahrt kamen. Mit der ersten ansehnlichen Kombination ergab sich jedoch direkt die Möglichkeit für den SCP in Führung zu gehen. Allerdings verpasste es Imad Rondic bei seinem Kopfball aus kurzer Distanz ausreichend Druck hinter das Leder zu setzen (9.). Gleiches galt auch für Marvin Schulz‘ Versuch aus der zweiten Reihe (22.). Bei der Hertha, die im ersten Durchgang deutlich mehr vom Spiel hatte (60 % Ballbesitz), entwickelte vor allem Winterneuzugang Josip Brekalo Gefahr. Sein erster Abschluss lies das Außennetz zappeln (14.), der zweite Versuch segelte nur wenige Zentimeter am langen Pfosten vorbei (31.). Kurz vor dem Pausenpfiff kam es zum Schreckmoment für die Gastgeber. Michael Cuisance war im Sechzehner zu Boden gegangen, Schiedsrichter Felix Bickel wurde zum VAR-Monitor gebeten. Dort konnte der Unparteiische nichts erkennen, da ein Zuschauer den Stecker der technischen Anlage gezogen hatte. Videoassistentin Katrin Rafalski verwies jedoch auf einen Tritt ans Schienbein durch Niko Koulis. Die Entscheidung: Elfmeter! Hertha-Kapitän Fabian Reese ließ sich nicht zweimal bitten und versenkte den Ball ins untere rechte Eck zum 0:1-Pausenstand (45.+5).
Nach dem Seitenwechsel brauchte der SCP nicht lange, um die passende Antwort auf den Rückstand zu geben. Die erste Minute nach Wiederanpfiff war noch nicht rum, da ließ Jannis Heuer nach Flanke von Oliver Batista Meier das ausverkaufte LVM-Preußenstadion beben. Der Ausgleich verlieh den Preußen sichtbar Stabilität. Und fast jede Offensivaktion lief über den Torschützen, der schon vor zwei Wochen gegen Kaiserslautern einen Doppelpack erzielte. Erst verpasste Heuer eine flache Hereingabe nur knapp (56.), etwas später setzte der Innenverteidiger nach einer geklärten Flanke zum Direktversuch an – auch hierbei fehlte nicht viel (70.). Die Gastgeber spielten jetzt klar auf Sieg, ließen aber im letzten Drittel zu häufig die letzte Präzision vermissen. Weil auch die Gäste zwei Chancen in der Schlussphase nicht nutzten, deutete alles auf eine Punkteteilung hin. Bis die Berliner in der dritten Minute der Nachspielzeit einen Konter perfekt ausspielten und in Person von Marten Winkler vollendeten.
Alexander Ende: „Die Leistung in der ersten Halbzeit war nicht akzeptabel. Daher bin ich in der Pause sehr emotional und klar geworden. Wenn du gegen eine Mannschaft mit so viel Qualität spielst, musst du voll da sein – das waren wir nicht. Wir haben ihnen durchgehend frei Füße gegeben, sind überhaupt nicht in den Zweikampf gekommen. Mit den Umstellungen in der zweiten Halbzeit wurde es definitiv besser und es gab noch einige Situationen, die wir leider nicht ganz sauber zu Ende spielen. Den Konter dürfen wir nicht zulassen, da wollen wir auf einen Quadratmeter nochmal den Doppelpass spielen und werden für diese Entscheidung bestraft. Da bin ich auch sauer drüber. Am Ende müssen wir schauen, wie wir als Mannschaft besser in die erste Halbzeit kommen und die Dinge, die wir beeinflussen können, besser machen.“
Spieldaten
Aufstellung SCP: Schenk – ter Horst, Heuer (Paetow, 74.), Koulis, Meyerhöfer – Preißinger (Benger, 46.) – Schulz (Bouchama, 62.), Hendrix – Batista Meier – Rondic (Vilhelmsson, 62.), Yamada (Mees, 46.)
Aufstellung BSC: Ernst – Karbownik (Eitschberger, 81.), Gechter, Dardai, Kolbe – Sessa (Mamuzah Lum, 60.), Seguin – Reese (Winkler, 73.), Cuisance (Dudziak, 81.), Brekalo – Kownacki (Schuler, 73.)
Tore: 0:1 Reese (FE, 45.+5) 1:1 Heuer (46.) 1:2 Winkler (90.+3)
Gelbe Karten: Koulis, Benger / Reese, Cuisance
Zuschauer: 10.642
Schiedsrichter: Felix Bickel
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