Mourinho baut Druck auf: Real-Pleite „wäre jetzt dramatisch“
Mourinho: „Benfica braucht kein Wunder“
JOSÉ MOURINHO über …
… das Hinspiel in den Playoffs der Champions League gegen Real Madrid (Dienstag, 21 Uhr, im REAL TOTAL-Liveticker und bei DAZN): „Das Real Madrid, das ich morgen erwarte, ist das Real Madrid, das der Kandidat Nummer eins ist, die Champions League zu gewinnen. Natürlich erwarte ich einen ähnlichen Gegner, gegen den wir in Lissabon gespielt haben. Der Trainer konnte einige Dinge daraus ziehen, die mannschaftliche Struktur anpassen und nach einer schwierigen Situation, einer unerwarteten und deutlichen Niederlage, drei Liga-Siege in Folge holen. Ich erwarte ein anderes Spiel. Ich will, dass meine Mannschaft so spielt, wie Real Madrid es nicht will. Wir müssen so spielen, wie ich es will und Real Madrid es nicht will.“
… die Runde gegen die Königlichen: „Ich glaube nicht, dass Benfica ein Wunder braucht, um Real Madrid rauszuwerfen. Benfica muss in absoluter Topform sein. Ich meine nicht nur ein hohes Niveau, sondern das Maximum, beinahe Perfektion, die aber nicht existiert. Ein Wunder nicht. Real Madrid einmal zu schlagen, ist sehr schwierig. Real Madrid zweimal zu schlagen, ist noch viel schwieriger. Und dreimal oder die Runde zu gewinnen, ist das Schwierigste. Noch bedeutender ist aber Real Madrids Motivation, nicht Benfica rauswerfen, sondern die Champions League gewinnen zu wollen. Ihr Ziel ist es nicht, Benfica zu eliminieren, sondern die Champions League zu gewinnen. Wir wissen, warum wir gewonnen haben, auf der anderen Seite wissen wir, dass dieses Spiel keine Kopie werden wird und dass sie sich als Mannschaft trotz der kurzen Zeit weiterentwickelt haben. Wir hoffen auf ein Ergebnis, mit dem wir nach Madrid reisen und dort um das Weiterkämpfen kämpfen können.“
Mourinho freut sich auf Pérez
… das für Real besondere Estádio da Luz mit dem zehnte Europapokal-Triumph 2014 auf der einen und der peinlichen 2:4-Niederlage Ende Januar auf der anderen Seite: „Das Estádio da Luz ist für Real Madrid einzig und allein ein Ort der Freude. Wenn Real Madrid hier 2:4 verliert und dadurch ausscheidet – okay. Aber sie sind nicht ausgeschieden, sondern haben sich einfach nicht direkt für das Achtelfinale qualifiziert. Es ist keine dramatische Situation. Dramatisch wäre es, jetzt zu verlieren.“
… Real-Präsident Florentino Pérez: „Das letzte Mal, dass ich mich mit dem Präsidenten unterhalten habe, war nach meiner Unterschrift bei Benfica. Er schrieb mir, sagte mir: ‚José, ich bin sehr glücklich, dass du wieder bei einem großen Klub bist.‘ Das war das letzte Mal. Als wir hier Zuhause gegeneinander gespielt haben, kam er nicht nach Lissabon. Ich hatte nicht die Möglichkeit, ihn zu grüßen. Ich hoffe, dass er morgen da ist – und wenn nicht, dann nächste Woche in Madrid. Ich bin eng mit dem Präsidenten und seiner Familie befreundet.“
Real-Rückkehr? „Will keine Geschichten füttern“
… die Zuneigung ihm gegenüber in Madrid und eine mögliche Rückkehr: „Ich habe bei Real Madrid alles gegeben, alles, was ich konnte. Ich habe Dinge gut und schlecht gemacht, aber absolut alles gegeben. Wenn jemand mit diesen Gefühlen den Klub verlässt, dann existiert eine Verbindung für immer. Ich bin vor zwölf Jahren gegangen und hatte in diesen zwölf Jahren bei Begegnungen mit Madridistas immer das Gefühl, dass die Leute respektieren, dass ich alles gegeben habe. Die Leute wissen, dass ich mein Bestes gegeben habe, auch meine Fehler hatte. Das ist für mich fantastisch. Damit will ich aber keine Geschichten füttern, die nicht existieren. Ich habe schon gesagt, dass ich ein weiteres Jahr lang einen Vertrag bei Benfica habe. Das Einzige, was existiert, ist ein Vertrag bei Benfica. Mit Real Madrid: null. Und ich sage sogar: Mir würde es sehr gefallen, Real Madrid rauszuwerfen. Mir würde es aber auch sehr gefallen, wenn Álvaro (Arbeloa) die Meisterschaft gewinnt und viele Jahre bei Real Madrid bleibt. Er ist ein Junge mit vielen Fähigkeiten, hat einen großen Madridismo in sich und die Persönlichkeit, Real Madrid zu trainieren. Das ist kein Job für jedermann.“
… die Frage, ob man Real bei einem Angebot auch absagen könne: „Ja, kann man.“
„Bin einer der wenigen, die nicht entlassen wurden“
… das, was er rückblickend als Real-Trainer anders gemacht hätte: „Ich würde nichts ändern, denn ich kann nichts ändern. Und wenn ich nichts ändern kann, werde ich mir den Kopf nicht zerbrechen. Ich verbleibe damit, alles gegeben zu haben. Wenn du alles gibst, auch wenn du Fehler machst, stellt dich das zufrieden. Ich mache mir keine Vorwürfe, habe alles gegeben. Ich bin mit mir im Reinen.“
… eine eventuelle Frustration, dass Reals einst langersehnter zehnter Champions-League-Titel nicht unter ihm heraussprang, sondern ausgerechnet in der ersten Saison nach seinem Abgang: „Ich muss einer der wenigen Trainer sein, die Real Madrid verlassen haben, ohne entlassen worden zu sein. Wenn du aufgrund deiner eigenen Entscheidung gehst, musst du dir keine Vorwürfe machen, auf nichts neidisch sein. Ich habe Real Madrid mit einer reinen Seele verlassen und vergesse nie, was mir der Präsident und José Ángel gesagt haben, als ich mich entschieden hatte, zu gehen. Sie sagten mir: ‚Jetzt kommt das Gute, jetzt kommt das Einfache, das Schwierige ist getan.‘ Ich habe in dem Moment gedacht, dass es das Beste für mich ist und nach drei harten, intensiven, fast gewaltsamen Jahren auch für Real Madrid. Wir haben uns im idealen Moment getrennt. Alles, was Real Madrid danach zustande gebracht hat, hat mir nur Freude bereitet. Ich fühle mich nicht so, als sei ich ein Teil dessen bin. Der Verdienst gehört denen, die da waren und gewonnen haben.“
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