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Ittlingen: Ohne Natur ringsherum, gibt es keine Betriebserlaubnis

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		Ittlingen:  Ohne Natur ringsherum, gibt es keine Betriebserlaubnis

Ittlingen. (apo) Rund anderthalb Jahre hat der Gemeinderat über den Bau des Naturkindergartens diskutiert. Wo soll er hin, wie soll er aussehen, und was darf es kosten? Noch vor einigen Wochen dachte man, das Thema abschließen zu können, doch der Gemeinderat stellte sich quer, bemängelte die hohen Kosten und brachte neue Ideen für günstigere Ausführungsvarianten ins Spiel. Weil der Kommunalverband für Jugend und Soziales hierfür jedoch keine Betriebserlaubnis erteilt hätte, wurde in der jüngsten Sitzung mehrheitlich entschieden, das Bauvorhaben so umzusetzen, wie es in der Sitzung vom 7. Mai vorgestellt wurde.

Dabei waren die Ideen auf den ersten Blick nicht abwegig: Den Neubau weiter in Richtung Außengelände des bestehenden Familienzentrums zu verschieben, hätte nicht nur eine bessere Erreichbarkeit für Eltern, Kinder und Angestellte bedeutet, auch die Herstellung des Rettungswegs mit Anschluss an die Friedhofsstraße wäre wesentlich unkomplizierter und damit auch günstiger geworden. Geringere Erschließungskosten versprach auch die zweite Variante, bei der für den Bau ein angrenzendes privates Gartengrundstück in der Burgtorstraße von der Gemeinde gepachtet werden sollte.

Nach "eingehender Prüfung" erteilte der Kommunalverband den Vorschlägen jedoch eine Absage. Begründet wurde diese damit, dass beide Varianten dem Konzept eines Naturkindergartens widersprechen würden. Dieser müsse in einer natürlichen Umgebung und mit pädagogischem Bezug zur Natur hergestellt werden. Im Klartext: Das Grundstück muss als Naturbereich ausgewiesen sein, und die Anlage sollte mindestens 50 Meter von Wohngebäuden entfernt errichtet werden, was bei beiden Varianten nicht gegeben wäre. "Die Natur muss ringsherum wahrgenommen werden, um das Naturkonzept zu erfüllen", argumentierte die Behörde.

"Ohne Betriebserlaubnis geht es nicht", machte Bürgermeister Kai Kohlenberger deutlich. Damit bleibt es bei Erschließungskosten von fast 127.000 Euro. Darin enthalten ist auch die Feuerwehrzufahrt, die aus topografischen Gründen auf dem Bestandsgelände des Familienzentrums hergestellt werden muss. Für den Kauf des Bauwagens wird mit 103.000 Euro gerechnet; für die beiden Holzhütten mit Küche und Toiletten kommen weitere 8000 Euro hinzu. Die geschätzten Kosten für Ausstattung, Trennwände, Sonnensegel, Küchenzeile sowie Sanitär- und Elektroinstallation betragen rund 27.000 Euro. Unterm Strich stehen 266.000 Euro, die Architekten- und Ingenieurleistungen nicht eingerechnet. Im Haushaltsplan sind bislang 200.000 Euro vorgesehen.

Ein Blick in die Gesichter der Gemeinderäte verriet, dass man mit dem Bauvorhaben – zumindest in der jetzt beschlossenen Form – nicht wirklich glücklich ist. Verständnis dafür kam von Karlfred Ebert: "Es ist ein Kompromiss, den wir uns in anderthalb Jahren abgerungen haben." Eine wirkliche Wahl hatten die Räte jedoch nicht, denn bereits Ende des Jahres fehlen Kindergartenplätze. Wenn Eltern dann andere Möglichkeiten der Betreuung in Anspruch nehmen, würde die Gemeinde schadensersatzpflichtig.

Bei einer Enthaltung und einer Gegenstimme beschlossen die Gemeinderäte den Bau und erteilten den Auftrag für den Kindergartenbauwagen.

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