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Eppelheim: Stefano Paggi liebt das Zeichnen

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		Eppelheim:  Stefano Paggi liebt das Zeichnen

Von Sabine Geschwill

Eppelheim. Sein Zeichentalent ist überragend und blieb glücklicherweise nicht unentdeckt. Wenn Stefano Paggi zu Papier und Bleistift oder Tuschefeder und Tinte greift, ist er in seinem Element. "Ich habe schon mein ganzes Leben lang gerne gezeichnet", erfährt man von ihm. Spezielle Zeichenkurse hat der 23-Jährige nicht besucht. Er ist Autodidakt. "Das Talent liegt in der Familie. Mein italienischer Großvater und mein Vater können gut zeichnen und meine beiden jüngeren Schwestern sind auch kunstbegabt", berichtet er.

Geboren wurde Paggi in Mailand. Seit 1998 lebt er mit seinen Eltern und Geschwistern in Eppelheim, besuchte hier die Friedrich-Ebert-Grundschule, dann das Kurfürst-Friedrich-Gymnasium in Heidelberg und derzeit studiert er Physik an der Heidelberger Universität. "In der Schule hatte ich nie besonders gute Noten in bildender Kunst. Das Fach hat mich auch nicht besonders interessiert", erinnert sich der Eppelheimer, der neben dem Zeichnen auch Lesen und Radfahren als Hobbys nennt. Dafür haben in der Schule sowohl sein Lateinlehrer als auch seine Deutschlehrerin sein Zeichentalent erkannt und gefördert.

"In der Schule durfte ich im Fach Deutsch einen Comic zu Johann Wolfgang von Goethes ‚Faust‘ zeichnen. Das Comicformat gefiel mir nicht besonders, aber die Idee, Werke zu illustrieren, ist mir nicht mehr aus dem Kopf gegangen", erzählt Paggi. So kam es, dass er zu Hause angefangen hat, einige Kurzgeschichten von Nikolai Gogol, Alexander Puschkin und Howard Lovecraft zu illustrieren, bevor er sich an Charles Dickens gewagt hat.

Der 23-Jährige hat es sich zur Aufgabe gemacht, sein absolutes Lieblingswerk von Dickens, den Roman "Great Expectations" – Große Erwartungen –, nach seinen eigenen Vorstellungen zu illustrieren. Das Buch in englischer Sprache war 2018 ein Zufallsfund beim Bücherflohmarkt der Eppelheimer Stadtbibliothek. "Zuvor war Dickens ein Nichts für mich, aber nach dem Lesen der ersten Seite war ich sofort ergriffen und habe mich in das Buch verliebt", gesteht der geschichts- und literaturbegeisterte junge Mann. Was er an "Great Expectations" besonders mag, sind das exzellente Englisch, der feine Humor, das Lebendige und Moderne, obwohl die spannende Geschichte im 19. Jahrhundert spielt. "Der Roman ist überragend geschrieben. Keine Seite ist überflüssig", lobt Paggi. Für die Erzählung, die Anfang der 1860er-Jahre in mehreren Abschnitten als Fortsetzungsroman in zwei Wochenzeitschriften veröffentlicht wurde, hat Dickens die Ich-Perspektive gewählt, um die wechselvolle Lebensgeschichte des zu Beginn siebenjährigen Waisenjungen Pip zu erzählen.

Mittlerweile sind über 40 kunstvolle und mit viel Hingabe gezeichnete Illustrationen in unterschiedlicher Größe zu dem Roman entstanden. Stefano Paggi arbeitet auf ein großes Ziel hin: "Wenn ich fertig bin, versuche ich eine mit meinen Bildern illustrierte Version von Charles Dickens Roman ‚Great Expectations‘ herauszugeben."

In der Regel dauert bei ihm der Illustrationsprozess für ein Bild drei Wochen. Als Malwerkzeug nutzt er Bleistifte verschiedener Härtegrade, Tuschfedern, Vogelfedern, Tinte, Lineal und Zirkel. "Ich pause weder etwas ab, noch zeichne ich Bilder nach", merkt der junge Künstler an. Er überlegt sich die Motive für seine Illustrationen selbst. Meist sucht er sich eine Szene oder Stelle aus dem Roman aus, die ihm herausfordernd zu zeichnen erscheint.

"Der schwerste Teil ist gleich der Anfang", erzählt er. "Da kritzle ich zuerst auf ein Papier, wie ich mir ungefähr die Szene vorstelle." Nach den Kritzeleien zeichne er eine ernsthaftere Version mit Bleistift auf Papier. "Diese Version baue ich in einem 3D-Computerprogramm nach. Dies erspart lästige Fluchtpunktkonstruktionen und hilft manchmal zur Erschließung von Lichtquellen im Bild", so Paggi. Danach wird die 3 D-Version als Grundlage genommen für das spätere, finale Bild, das an einer Staffelei entsteht.

Die Arbeit an der Staffelei habe zwei große Vorteile, verdeutlicht Paggi: "Zum einen muss ich mich nicht stundenlang über das Bild bücken, was zu Nackenschmerzen führt, und zum anderen, mache ich keine Perspektivfehler, da ich das ganze Bild immer vom gleichen Winkel im Blick habe." Ist die Illustration fertig, wird sie fotografiert und am Computer bei Bedarf nachbearbeitet, beispielsweise koloriert oder erhält mehr Kontrast.

In der katholischen Kirchengemeinde St. Joseph, der Stefano Paggi angehört, ist man längst auf sein bemerkenswertes Zeichentalent aufmerksam geworden. Zuletzt gestaltete er zum Beispiel für Weihnachten und Ostern Bilder.

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