Ladenburg: Aus für die "ARTenVielfalt"?
Ladenburg. (skb) Kreativ, originell, hochwertig und höchst abwechslungsreich: Das ansprechende Angebot des Kunsthandwerkermarktes ARTenVielfalt konnte sich sehen lassen. Dennoch hatte die Veranstaltung eine erschütternde Nachricht parat: "Es ist die letzte ARTenVielfalt", sagte Elke Weiser, die den Markt organisiert.
Zusammen mit Elke Friedrich-Albiez, Renata Boström, Margit Uhlmann, Ingrid Karll und Kathrin Deichen tut Weiser dies seit 14 Jahren. "Am Samstag hatten wir so wenige Besuche wie noch nie", bilanzierte Weiser nüchtern, was unter anderem den schwülen Temperaturen zuzuschreiben sei.
Die Ursache der unsicheren Zukunft der Veranstaltung liegt jedoch vielmehr im Bürokratischen: "Es kommen immer mehr Auflagen." So mussten erstmals sowohl eine Organisationshaftpflicht vorgelegt sowie eine Ausschankgenehmigung eingeholt werden.
Im Einzelnen jeweils keine großen Brocken, die sich jedoch summieren: "Das muss ja alles erstmal erwirtschaftet werden", gibt Elke Friedrich-Albiez zu bedenken. Die Entscheidung gegen eine weitere Ausrichtung sei keinem leichtgefallen, geben die Aussteller, die das Ambiente seit Jahren schätzen, zu Protokoll.
Wehmut schwingt auch beim Organisationsteam mit, das die zuletzt im Zweijahresturnus stattfindende Veranstaltung sehr zeitintensiv und jeweils bereits ab dem Herbst vorbereitet hat. Zum Aus nach der elften Auflage erklärt Elke Weiser in Hinblick auf die Ursachen: "Das desillusioniert natürlich; solche Veranstaltungen werden zunehmend erschwert und immer bürokratischer."
Doch im Hier und Heute ließ sich die gesamte Angebotspalette, die ausnahmslos die Kriterien erfüllte, nach denen alles selbst gemacht sein muss und nichts hinzugekauft werden darf, noch einmal unbeschwert genießen. Zu den Besonderheiten des Marktes gehört die kulinarische Geschmacksofferte - erneut hatte Ingrid Karll mit Unterstützung von Katharina Deyck aus regionalen Zutaten leckere Suppen gekocht, darunter eine karibische Süßkartoffelsuppe und Zitronen-Avocado-Basilikum-Suppe. Letztere ließ sich auch kalt genießen und war flugs ausverkauft.
Einige der 21 Aussteller hatten ihre Stände im Freien aufgebaut, wo es sich unter den schattenspendenden Bäumen gut aushalten ließ. Während im Glashaus durchaus die Schweißperlen rollten.
Perlen ganz anderer Art, nämlich wunderschöne Schmuck-Unikate, formte Sinah Well. 700 Grad heiß ist die Bunsenbrenner-Flamme, die Glas zum Schmelzen bringt, das unter permanentem Drehen in die gewünschte Form gebracht und verziert wird. Eine Kunstfertigkeit, die sich die studierte Kunsttherapeutin vor Jahren autodidaktisch beigebracht und seitdem immer weiter verfeinert hat.
Auch Filzkünstlerin Tanja Kahl aus Gorxheimertal hatte vorsorglich die Handspindel mitgebracht. 2007 hat sie ihre Leidenschaft fürs Filzen entdeckt, inzwischen hat sie auch eine Ausbildung zur Filzgestalterin absolviert. Augenfällig sind an ihrem Stand gefilzte Skulpturen wie die Badenixen: Charlotte samt Schwimmente in der Badewanne oder der korpulente Hans mit dem schütteren Haupthaar in seiner weiß gepunkteten roten Badehose.
Filzgestalterin Kahl, zum ersten Mal dabei, gefiel das Ambiente: "Würde die Veranstaltung noch einmal stattfinden, käme ich wieder." Ob es dazu kommt, steht in den Sternen, die Organisatoren haben ihre Entscheidung deutlich formuliert. Ein Hoffnungsschimmer bleibt dennoch; wie Elke Weiser berichtet, habe sich Albert Klar-Bauder von der Initiative im Waldpark dahingehend geäußert, diese Veranstaltung nicht sterben lassen zu wollen.

