Deutscher Eishockey-Bund: Daniel Hopp tritt wieder an
Von Rainer Kundel
Freising/Mannheim. Bei der am Samstag in Freising stattfindenden 31. ordentlichen Mitgliederversammlung des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) stellt sich das 2014 gewählte Präsidium komplett wieder zur Neuwahl. Besonderer Programmpunkt der Tagung wird die Ehrung des Olympia-Silberteams von Pyeongchang mit Bundestrainer Marco Sturm sein.
Seitdem das Trio Franz Reindl, Daniel Hopp und Berthold Wipfler im Amt ist, gehören Negativmeldungen der Vergangenheit an. Es wird seriös gearbeitet und miteinander statt übereinander geredet. Die finanzielle Konsolidierung ist schnell fortgeschritten, schon im Januar erklärte das bewährte Trio ebenso wie der für die Landesverbände zuständige Marc Hindelang, dass es für eine weitere Wahlperiode antritt. Der Garmischer Franz Reindl, ehemaliger Nationalspieler und jahrelang als Generalsekretär des DEB in einflussreichen internationalen Gremien vertreten, steht mitsamt der Vizepräsidenten Daniel Hopp (zuständig für den Kontakt zu den Profiligen) und Marc Hindelang (Oberliga/Landesverbände) sowie Schatzmeister Berthold Wipfler aus Walldorf (Finanzen/Nachwuchs) für eine Fortsetzung des strategischen Kurses der letzten Jahre, bei dem der DEB vor allem seine Einnahmeseite verbessern konnte.
Hindelang, bisher Fußball-Reporter beim Pay-TV-Sender Sky, wird am 1. Juli eine neue Stelle antreten und hauptamtlicher Pressesprecher von Eintracht Frankfurt werden. Der 49-jährige, zugleich Präsident des Eishockey-Oberligisten EV Lindau, betonte ausdrücklich, auch in dieser Funktion weiter mitzuarbeiten. Kein Wunder: Hindelang arbeitete bis vor wenigen Jahren für mehrere private TV-Stationen als Eishockey-Reporter. "Wir haben viele Dinge auf den Weg gebracht, sind aber noch lange nicht am Ziel", umschreibt Reindl die Vorhaben für seine nächste Amtszeit. "Wir wollen den Verband und das Eishockey insgesamt weiterbringen". Was vor dem Hintergrund der ausgegebenen Langfrist-Strategie mit der Überschrift "Powerplay 2026" - ab diesem Jahr soll Deutschland bei jedem WM-Turnier und den Olympischen Spielen in Medaillennähe spielen - auch nötig ist.
Das aktuelle Präsidium hat nach einer bis 2014 währenden chaotischen Außendarstellung inklusive der ständigen Streitkultur mit der Deutschen Eishockey Liga (DEL) erreicht, dass die 14 Proficlubs wieder Mitglieder im DEB wurden und nicht unwesentlich zu dessen wirtschaftlichen Konsolidierung beitrugen. Dennoch gibt es noch zahlreiche Baustellen zu bewältigen, insbesondere die vom Bundestrainer Marco Sturm wiederholt bemängelten Defizite in der Nachwuchsarbeit. Sturm bezweifelt, ob das im März getroffene Agreement mit der DEL für die Verbesserung Nachwuchsförderung ausreicht, um der überalterten A-Nationalmannschaft mehr Potenzial zuzuführen. Danach muss ab der kommenden Saison jeder Klub der höchsten Spielklasse mindestens einen für die Nationalmannschaft spielberechtigten U23-Spieler unter den 19 Feldspielern auf dem Spielberichtsbogen stehen haben.
Die Zahl erhöht sich in den Jahren danach sukzessive auf drei und soll 2021 einer Überprüfung zugeführt werden. Die Zahl der Importspieler in der DEL (neun plus zwei) sowie DEL2 (vier) bleibt unangetastet.Kritisiert wird vor allem, dass die Klubs keine Einsatzverpflichtung für U23-Akteure haben und diese auch das komplette Spiel auf der Wechselbank verbringen könnten.

