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Tierschutz-Verdachtsfall gegen Pferdehalter H. aus dem nördlichen Nordrhein-Westfalen

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Verletzte oder kolikende Pferde, um die sich nach Angaben einer ehemaligen Einstellerin nicht ausreichend gekümmert und die infolgedessen gestorben sein sollen. Massive Schläge, infolge derer ein Pferd ein Auge verloren haben soll: Das sind nur zwei der vielen Vorwürfe, die gegen den Züchter und ehemaligen Händler H. aus dem Kreis Paderborn im nördlichen Nordrhein-Westfalen im Raum stehen.

Ein ganzer Ordner mit Videos und Fotos landete in unserer Redaktion, die die Vorgänge um H. dokumentieren sollen: Abgemagerte Jungpferde, verwahrloste Stallungen, festliegende, hilflose Pferde und blutige Wunden sind darauf zu sehen. Die ehemalige Einstellerin hat die Fälle dokumentiert und schließlich beim Veterinäramt im Sommer 2025 Anzeige erstattet – kein ganz einfaches Unterfangen, da es drei Ställe, also Betriebsstätten, gab und somit drei Veterinärämter zuständig waren.

Die ersten Meldungen erhält das Veterinäramt Soest jedoch schon früher und handelt. Bei mehreren Kontrollen gab es offenbar Beanstandungen. Zwei tote Pferde wurden zur Obduktion abgeholt, um die Todesursache zu klären.

Auf Anraten des Veterinäramtes erstattet die ehemalige Einstellerin Anzeige bei der Polizei. Die Betriebsstätten von H. werden im Sommer 2025 durchsucht. Dabei finden sich auch Medikamente, die sichergestellt werden. Deren strafrechtliche Relevanz wird nach Angaben eines Sprechers der Staatsanwaltschaft Arnsberg noch geprüft.

Im Rahmen eines Verwaltungsverfahrens wurde H. durch den Kreis Soest die gewerbsmäßige Haltung, Zucht und der Handel mit Pferden untersagt. Zudem wurde ihm auferlegt, seinen Pferdebestand zu reduzieren. Zwei Betriebsstätten gab er daraufhin auf. Seine verbliebenen Pferde hält er nach derzeitigen Informationen im Kreis Paderborn.

Die Unterlagen zu dem Verdachtsfall sind nun bei der Staatsanwaltschaft Arnsberg, deren Sprecher auf unsere Nachfrage erklärte, dass in Kürze eine Entscheidung darüber getroffen werde, ob Anklage(n) gegen H. erhoben werde(n).

Mittlerweile liegen Unterlagen auch beim zuständigen Pferdesportverband Westfalen e.V. vor.  Dessen Vorstand Daniel Stegemann, bestätigte auf unsere Anfrage, dass gegen H. ein Ermittlungsverfahren laufe an dessen Ende eine Entscheidung der Disziplinarkommission stehen könne.

In einem ersten kurzen Telefonat mit H. gab er uns gegenüber an, dass diese Vorwürfe eine große Intrige einer einzelnen Frau gegen ihn seien, das könne er belegen. Einen Fragenkatalog würde er beantworten. Doch nachdem wir ihn ihm zuschickten, passierte: nichts. Auch Rückfragen blieben unbeantwortet.

Während H. uns gegenüber nicht mehr reagierte, erhielt die ehemalige Einstellerin nach eigenen Angaben über seine Anwältin eine Unterlassungserklärung samt Kostennote in Höhe von 527,21 Euro. (cls)


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Der Beitrag Tierschutz-Verdachtsfall gegen Pferdehalter H. aus dem nördlichen Nordrhein-Westfalen erschien zuerst auf Dressur-Studien.

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