Tour de France: Vollering erhält ein Zehntel der Pogačar-Siegprämie
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Demi Vollering gewinnt mit 78 Sekunden Vorsprung auf die Polin Kasia Niewiadoma die Tour de France. Dafür erhält sie jedoch nur ein Zehntel der Prämie im Vergleich zu ihrem männlichen Pendant. Demi Vollering rauschte beim Finale furioso mit ausgebreiteten Armen über die prachtvolle Promenade des Anglais in Nizza, dann stemmte sie ihre Rennmaschine in die Höhe. "Es ist ein Traum", sagte die Niederländerin, nachdem die Revanche im Sekundenkrimi der Tour de France geglückt war. Die niederländische Europameisterin holte sich mit 78 Sekunden Vorsprung vor der polnischen Ventoux-Königin Kasia Niewiadoma zum zweiten Mal nach 2023 den Gesamtsieg bei der wichtigsten Frauen-Rundfahrt und beglich damit eine alte Rechnung. Vor zwei Jahren hatte noch die Polin mit der Winzigkeit von vier Sekunden vor Vollering den Tour-Triumph im Radsport-Mekka Alpe d'Huez bejubelt. Ganz leer ging das Leipziger Canyon-Team um Niewiadoma aber nicht aus. Denn die deutsche Radsport-Hoffnung Antonia Niedermaier holte sich – ähnlich wie Florian Lipowitz im vergangenen Jahr – das Weiße Trikot als beste Nachwuchsfahrerin und verbesserte sich zugleich am Schlusstag noch auf den vierten Platz. Mit der 23-Jährigen aus Rosenheim, die schon beim Giro d'Italia hinter Vollering auf Platz zwei gefahren war, dürfte in Zukunft zu rechnen sein. 24 Jahre Altersunterschied: Liebeserklärung von Sport-Star "Ich habe jeglichen Respekt vor ihr verloren": V orwürfe bei Tour de France Femmes "Ich glaube, es dauert ein bisschen, bis man das realisiert. Es war eine supertolle Tour. Ich freue mich, dass es ein gutes Ergebnis geworden ist. Leider ist es für Kasia nicht Gelb geworden. Aber trotzdem sind wir superstolz auf sie", sagte Niedermaier in der ARD und ergänzte mit Blick auf das Weiße Trikot: "Ich hoffe, dass es eine Inspiration ist für die jungen Mädchen." Tour-de-France der Frauen: Direktorin vom Preisgeld-Thema genervt Mit Platz vier bekommt die Niedermaier zudem noch eine Prämie in Höhe von 8000 Euro. Für Gesamtsiegerin Vollering gibt es 50.000 Euro, das ist jedoch gerade einmal ein Zehntel von dem, was Tadej Pogačar vor einigen Wochen beim Gesamtsieg der Männer bekommen hatte. Dort erhält der Gesamtsieger eine halbe Million Euro, Platz zwei 200.000 Euro und Platz drei 100.000 Euro. Bei den Frauen sind es 25.000 Euro für Rang zwei und 10.000 Euro für den dritten Platz. Tourdirektorin Marion Rousse reagierte darauf bereits vor Beginn. "Die Frage nach den Siegprämien begleitet mich seit der ersten Auflage der Tour de France Femmes, und das nervt mich ehrlich gesagt etwas", sagte sie im Interview mit der Deutschen Welle. Denn es sei schwierig, einen Wettbewerb mit 21 Renntagen und einen mit neun zu vergleichen. Durch die längeren Etappenrennen würden auch die Sponsoring-Einnahmen und TV-Gelder steigen. Tour der Frauen mit zahlreichen Führungswechseln Am Ende gewann mit Vollering die derzeit wohl stärkste Fahrerin, die die niederländische Dominanz im Frauen-Radsport fortsetzt. Erst im Juni gewann die 29-Jährige den Giro, nachdem sie im Frühjahr schon bei der Flandern-Rundfahrt, dem Fleche Wallonne und Lüttich-Bastogne-Lüttich triumphiert hatte. Doch das war nicht von Beginn an abzusehen. Im Vergleich zu den Männern, wo Weltmeister Pogačar zum dritten Mal in Serie die Tour gewann, gab es beim Frauen-Pendant ständige Führungswechsel. Auf den neun Etappen über 1175 Kilometer gab es fünf verschiedene Trägerinnen des Gelben Trikots. Der Zweikampf zwischen Vollering gegen Niewiadoma hatte sich in den letzten Tagen hochgeschaukelt. Die Polin stellte am Samstag nach dem Zieleinlauf Vollerings Teamkollegin Célia Géry zur Rede und warf ihr vor, sie in der entscheidenden Rennphase abgedrängt zu haben. Die deutschen Fahrerinnen müssen weiter seit 2023 auf einen Etappensieg bei der Tour warten, spielten aber trotzdem eine gute Rolle. Die deutsche Meisterin Franziska Koch leistete als Edelhelferin von Vollering wichtige Arbeit. Gleiches galt für Liane Lippert im Team von Zeitfahr-Weltmeisterin Marlen Reusser, die auf der letzten Etappe nach einem Sturz ihren Podestplatz verlor. Und Niedermaier gehört ohnehin die Zukunft.

