Die Downhill World Cup-Premiere in Südkorea war ein voller Erfolg: Das Finale hat packende Entscheidungen geliefert und war bis zur letzten Hundertstelsekunde äußerst spannend. Und auch die südkoreanischen Fans haben gezeigt, dass sie definitiv ziemlich begeisterungsfähig sind. Unsere Fotostory erzählt die kleinen und großen Geschichten des Tages.
Viel wird im Downhill-Sport geredet über die neue Generation, die jungen, furchtlosen und besonders schnellen Nachwuchs-Fahrer und die Tatsache, dass es die etablierten Kräfte mit jeder Saison schwerer haben werden – nur, damit am Ende dann wieder die üblichen Verdächtigen ganz oben auf dem Podium landen. Aber wenn es noch einen Beweis für den Generationenwechsel im Downhill braucht, dann muss man sich einfach nur den World Cup-Auftakt zur Saison 2026 in Südkorea anschauen.
#Eigentlich wollte ich endlich mal in Ruhe einkaufen gehen, aber dann sind mir blöderweise Gregor (links, braucht Nachhilfe beim Weste anziehen) und Patrick (rechts, natürlich mit weißer Energy Drink-Dose) über den Weg gelaufen – also doch ab auf die Strecke!
Denn: Mit zarten 24 Jahren ist Vali Höll die mit Abstand älteste Gewinnerin des Tages – alle anderen sind noch Teenager, was bei den Junioren-Kategorien zugegebenermaßen keine besondere Überraschung ist, bei den Männern aber schon eher. Dass die Alrans oder eben Asa Vermette zweifelsohne das Potenzial besitzen, die Elite von Beginn an aufzumischen, stand schon seit einigen Jahren fest. Aber trotzdem: Die Tatsache, dass Asa Vermette bei seinem ersten Elite-World Cup auf Anhieb nicht nur die Quali, sondern auch das Finale gewinnt, ist eine fette Ansage. Oder um es in den Worten von Susanne Daubner zu sagen: Das crazy.
Diashow: Downhill World Cup 2026 – Südkorea: Das crazy – Fotostory vom Finale
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#Wenn man bedenkt, dass es noch gar nicht so lange her ist, dass Vali Höll als das große Talent und die zukünftige Top-Fahrerin bezeichnet worden ist, merkt man, wie schnell die Zeit vergeht – die Commencal-Fahrerin war im Finale zwar nicht ganz happy mit ihrem Lauf, für den Sieg hats aber trotzdem gereicht.
Schon das Rennen der Juniorinnen hat viel Spannung versprochen, denn die Kategorie ist so umkämpft wie wohl noch nie in der Geschichte des Sports. Am Ende konnte sich Aletha Ostgaard mit einer Zeit durchsetzen, die auch in der Elite zum Sieg gereicht hätte – vor der amtierenden Weltmeisterin Rosa Zierl und Tilly Boadle auf Platz 3, die bei ihrem ersten World Cup direkt mal gezeigt hat, dass ihr die Zukunft gehört.
#Saisonübergreifend konnte Aletha Ostgaard in Südkorea nun den dritten World Cup in Folge gewinnen – die junge Canyon-Fahrerin hätte mit ihrer Zeit übrigens auch die Elite-Kategorie gewonnen.
Die Kategorie der Junioren bleibt auch nach dem Abgang der Alran-Zwillinge, Asa Vermette, Tyler Waite und Co. äußerst interessant. Als Favorit ins Rennen gegangen ist Jonty Williamson, der letztes Jahr bereits einige starke Ergebnisse einfahren konnte, aber wie immer gibt’s auch einige neue, schnelle Junioren. Am Ende konnte der Yeti-Fahrer aber knapp vor Malik Boatwright aus Neuseeland und Sacha Brizin aus Frankreich gewinnen. Von den Zeiten der Elite sind die Junioren derzeit zwar noch ein Stück entfernt, aber was nicht ist, kann bestimmt noch werden.
#Vor dem Rennen wurde Jonty Williamson am ehesten als Favorit bei den Junioren gehandelt – dieser Rolle ist der Yeti-Fahrer im Finale gerecht geworden.
Das Finale der Männer war bei ziemlich optimalen Bedingungen zunächst geprägt von Stürzen, Defekten und sonstigen Missgeschicken. Ryan Pinkerton saß zunächst lang im Hot Seat, bis er von Till Alran aus diesem verdrängt wurde. Der junge Commencal-Fahrer wurde am Ende Sechster, war aber gleichzeitig nur fünftschnellster Franzose – kein Scherz. Kurz danach hat Superbruni mal wieder gezeigt, weshalb er genau diesen Spitznamen trägt. Doch als Amaury Pierron gerade dabei war, einen regelrechten Husarenritt auf der staubtrockenen Strecke hinzulegen, war Loïc Bruni schon kurz davor, aus dem Hot Seat aufzustehen – bis plötzlich ein Raunen durch die Menge ging, denn Amaury Pierron ging zu Boden. Trotz Sturz wurde er am Ende aber noch Dritter und er hätte das Rennen wohl gewonnen, wenn … ach, lassen wir das.
#So langsam, aber sicher beschleicht mich das Gefühl, dass dieser Asa Vermette-Typ ganz gut Fahrrad fahren kann – in seinem ersten Elite-World Cup hat er sich direkt mal den Doppelsieg in Quali und Finale geschnappt.
So blieb am Ende noch einem Fahrer die Möglichkeit, den Franzosen in die Suppe zu spucken – und genau das hat Asa Vermette in seinem ersten Elite-Rennen gemacht. Falls er im Starthäuschen nervös war, hat man ihm davon jedenfalls nix angemerkt. Mit einem starken Run, der perfekt am Limit war, hat er Superbruni und den Rest der Weltelite direkt hinter sich gelassen. Im ersten Elite-Rennen überhaupt zu gewinnen, ist zuvor nur Nico Vouilloz und Jordan Williams gelungen. Und auch für Frameworks geht damit der kometenhafte Aufstieg weiter: Vom Eigenbau-Brutzel-Projekt innerhalb weniger Jahre zum Sieg in der Elite ist eine Feelgood-Story, die auch aus Hollywood stammen könnte.
#Immer, wenn Gregor und ich unsere Kameras vom Nikon-Service in Frankfurt abholen, fragt uns der sehr nette Mitarbeiter, was zur Hölle wir mit unserem Equipment machen, damit der Kram so dermaßen vollgestaubt ist – nächstes Mal zeig ich ihm einfach dieses Bild.
#Schon beim EDC-Auftakt in Portugal hat Gianna Nef mit einem Sieg in der U19 auf sich Aufmerksam gemacht – in Südkorea war die junge Schweizerin wieder stark unterwegs und wurde am Ende 4.
#Lina Frener war wie gewohnt schnell und mit einem tollen Fahrstil unterwegs, doch aktuell fehlen der Österreicherin noch ein paar Prozent, um um den Sieg mitzufahren.
#Tilly Boadle ist nicht nur stylisch, sondern auch sehr schnell unterwegs – Platz 3 für die Neuseeländerin bei ihrem ersten World Cup!
#Ob mit dem Plakat Rosa Zierl gemeint war? Eher nein. – Die amtierende Weltmeisterin hatte wie alle anderen auch mit den staubigen Bedingungen zu kämpfen, dürfte am Ende aber mit Platz 2 zufrieden sein.
#Es scheint so, als führt derzeit an Aletha Ostgaard kein Weg vorbei – seit dem Nordamerika-Abstecher des World Cups it die US-Amerikanerin in der höchsten Rennserie ungeschlagen.
#Das Podest der Juniorinnen: Aletha Ostgaard gewinnt vor Rosa Zierl und Tilly Boadle.
#Da kann man auch als Downhill-Legende durchaus mal die Fäuste ballen!
#Sieht aus wie Paris Dakar, ist aber der Downhill World Cup in Südkorea – Felix Griffiths hängt hart am Gas.
#Im Winter ist Malik Boatwright von Continental Atherton verpflichtet worden – gut möglich, dass es sich hierbei um eine klassische Win-Win-Situation handelt, denn in Südkorea war der Neuseeländer direkt ziemlich flott unterwegs und ist 2. geworden.
#Für Luke Mallen ist das Finale ziemlich unsanft geendet: Der Amerikaner ist im Steinfeld außer Kontrolle geraten und in einen Baum geknallt – im Training hat er mit seinem Speed aber ziemlich Eindruck hinterlassen.
#Sacha Brizin werden wir sicherlich nicht zum letzten Mal auf einem World Cup-Podium gesehen haben – der junge Franzose ist eine der Neuentdeckungen des Saison-Auftakts.
#Camden Rutherford kann nicht nur extrem gute Whips und Scrubs, sondern ist insgesamt äußerst schnell – das Podium hat der junge Neuseeländer nur knapp verpasst.
#Von diesen 3 verfügt Jonty Williamson nicht nur über die meiste Erfahrung im World Cup, sondern darf sich nun auch Gewinner nennen – der Neuseeländer hat in Südkorea vor Malik Boatwright und Sacha Brizin gewonnen.
#Wie man mit viel Style durch die Lüfte segelt, muss man Vali Höll vermutlich nicht mehr erklären …
#Valentina Roa Sanchez war im Finale stark unterwegs, doch die Kolumbianerin musste sich am Ende mit Platz 5 begnügen – nichtsdestotrotz ein starkes Ergebnis für ihr Team!
#Auch Gloria Scarsi ist im Finale ganz knapp hinter Vali Höll gelandet.#Am Ende gabs die mehr als faire Gratulation!
#Und auch bei MS Zerode war die Freude natürlich ziemlich ausgeprägt.
#Als letzte Fahrerin ging Hattie Hardnden ins Rennen – für den Sieg hat es jedoch nicht ganz gereicht.
#Die Stimmung war bei Hattie Harnden im Ziel eher kühl und niedergeschlagen.
#Das Podest der Frauen: Vali Höll gewinnt vor Gloria Scarsi und Myriam Nicole!
#Noch einen Blick auf die etwas gewöhnungsbedürftige Statue …#… und noch ein Erinnerungsfoto mit Team-Kollegin Tilly Boadle!
#Für den ersten World Cup in Asien seit Jahrzehnten sind auch die lokalen Stars angereist – etwa Tomomi Nishikubo, seines Zeichens Trial-Fahrer auf YouTube.
#Es waren gleich mehrere Loïc Brunis in Mona YongPyong unterwegs.
#Beim letzten Trainingslauf vorm Finale verstehen die meisten Profis keinen Spaß – nicht so Jackson Goldstone, der diesen fette Table vor den olympischen Ringen rausgehauen hat.
#Für Richie Rude lief die erste komplette DH-Saison 2025 eher durchwachsen – der Enduro-Weltmeister war aber aggressiv wie eh und je unterwegs und hat keine Kurve ganz gelassen auf seinem Weg zu Rang 22.
#Troy Brosnan war lange Jahre ein Garant für eine Podiumsplatzierung. – Mittlerweile ist der Australier Papa und in Korea sichtlich etwas von der Top-Pace weg.
#Sechs Ex-Junioren sind in ihrem ersten Elite-Rennen ins Finale – darunter Tyler Waite, der am Ende 24. wurde. Kein schlechter Einstand, auch wenn er etwas gegen die Leistung von Asa Vermette verblasst ist.
#Andi Kolb war alles andere als zufrieden mit seinem sehr aufregenden Rennlauf. – Seine GoPro hat der Österreicher zu allem Übel auch noch verloren.
#Platz 17 ist wohl kaum das Ziel von Aaron Gwin – die Strecke in Korea war jedoch eher etwas für die jungen Wilden und der Altmeister scheint in echt guter Verfassung zu sein.
#Benoit Coulanges ist wieder da! – Weg war er zwar nicht, aber er ist 2025 seiner alten Form ziemlich hinterhergefahren. Platz 11 ist sicher nicht ganz sein Anspruch, allerdings ein guter Schritt in die richtige Richtung.
#Der Speed, mit dem die Fahrer Richtung Ziel rasen, ist wirklich heftig. – So schnell kann man sich im Oberkörper kaum drehen, um Antoine Pierron noch vor die Linse zu bekommen.
#Ryan Pinkerton hat mit seiner Zeit eine erste Duftmarke gesetzt, an der sich lange die restlichen Fahrer die Zähne ausgebissen haben.
#Die Commencal-Fahrer sind kaum auseinanderzuhalten. Alle haben mittlerweile Monster-Helme und ähnliche Fahrstile. – Das bisschen Blau am Helm verrät: Es handelt sich um Max Alran, der bei seinem Elite-Debüt 9. wurde.
#Der Wechsel zum Commencal / Schwalbe / Les Orres-Team scheint Evan Medcalf richtig gut getan zu haben. – Platz 13 für den jungen US-Amerikaner, der damit alle überrascht hat.
#Luca Shaw war die ganze Woche sehr unauffällig unterwegs – dafür umso lauter auf der Afterparty.
#Reece Wilson ist auf einem mehr als merkwürdigen Setup unterwegs – es wirkt auch teilweise so, als ob der Schotte zwanghaft andere Linien fahren will als andere und dadurch noch mehr Kurven einbaut, als die Strecke ohnehin hat. Platz 20 kann sich nach einigen harten Jahren allerdings sehen lassen.
#Loïc Bruni stapelt angesichts der aufkommenden Konkurrenz zwar gerne tief, ist aber so schnell wie eh und je.
#Bräunen ist in Korea nicht so angesagt. – Wer etwas auf sein Aussehen hält, bedeckt das Gesicht komplett. In den Nobelvierteln von Seoul sieht man das sehr oft.
#Der junge Herr war offensichtlich deutlich zu viel Sonne ausgesetzt. – Da hilft selbst Schutzfaktor 50 nicht mehr.
#Kein guter Tag für das restliche Specialized-Team – sowohl Jordan Williams …
#… als auch Finn Iles sind mit Platten runtergerollt gekommen. – Letzterer hatte trotzdem noch Speed für einen schönen Euro-Table.
#Andi Kolb ist mit eigenem Mini-Fanclub angereist.
#Till war eigentlich immer der etwas langsamere Alran-Bruder – in Korea wäre er allerdings beinahe aufs Podium gerast und ist die ganze Woche über extrem gut gefahren.
#Ein Rennlauf zum Vergessen für den Weltmeister Jackson Goldstone. – Er ist gestürzt, war aber auch vorher ein gutes Stück hinter der Pace.
#Loïc Bruni ist die letzten Jahre schon extrem stark in die Saison gestartet. – Den Sieg hätte er sich sicherlich gern gegönnt, war aber wieder einmal nah dran.
#Die großen DH-Stars waren auch den koreanischen Fans gut bekannt.
#Schade, dass es kein 5-er Podium mehr gibt. – Nathan Pontvianne hat in Korea weitergemacht, wo er 2025 aufgehört hat und ist mal eben 5. in einem krass besetzten Feld geworden.
#Wie kann Loris Vergier bei Mach 10 in der Pose eigentlich noch etwas sehen? – Er galt als aussichtsreicher Kandidat für den Sieg auf der technisch anspruchsvollen Strecke, ist am Ende aber knapp am Podium vorbeigeschrammt.
#Hätte, hätte … Amaury Pierron war Pace-mäßig auf einem andern Stern unterwegs mal wieder – der Franzose ist in Führung liegend gestürzt und kam trotzdem knapp als Zweiter ins Ziel. Das erinnert an alte Sam Hill-Zeiten!
#Am Ende Platz 3 für Amaury – auf dem Podium konnte er sich dann sogar wieder freuen.
#In der Quali hat er noch einen Hardtail-Fahrer überholen müssen, im Finale war dann freie Bahn – Asa Vermette hat dem Druck trotz großer Aufregung standgehalten und sich als erst Dritter Fahrer in der Geschichte den ersten Sieg beim ersten Rennen in der Elite geschnappt. Es dürfte nicht der letzte gewesen sein.
#Die Reaktion beim Anblick der Zwischenzeiten sagt alles …#… gratuliert wird im DH-Sport allerdings immer!
#Asa Vermette hat eindeutig ein paar Sekunden gebraucht, um zu realisieren, was er gerade geschafft hat.
#Es waren nicht extrem viele Fans vor Ort, aber gegen Ende des Rennens war einiges los und gute Stimmung im Ziel.
#Trotz aller Begeisterung waren die Leute sehr rücksichtsvoll und höflich, was es in Europa definitiv nicht so gibt.
#Kein Sieg, aber Team des Tages für Commencal – Außerdem 5 Franzosen in den Top 6.
#Nach dem initialen Schock dann die Erkenntnis bei Asa Vermette über das, was ihm gelungen ist!
#Team-Manager Neko Mulally hat es auf Social Media angekündigt, sein junger Star hat's eingelöst!
#Der erste Elite-Sieg für Frameworks – was ihm als Fahrer nie gelang, hat Neko Mulally als Team-Manager und Entwickler nun geschafft.
#Wie viele andere auch war Asa Vermette in Korea auf Matschreifen unterwegs.
#Asa Vermette siegt vor Loïc Bruni und Amaury Pierron.
#Um diese Trophäe geht's am Ende der Saison!#Und Loïc Bruni muss sich nun mit noch mehr Konkurrenten herumschlagen.
#Wir treten derweil den Heimweg an – immer der Nase nach, dann kann nichts schiefgehen.