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Chainless zum WM-Titel: Guido Tschugg gewinnt Masters-WM

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Totgesagte leben länger – und Ex-Profis sowieso: Guido Tschugg hat bei der UCI Downhill Masters Weltmeisterschaft in den chilenischen Anden die Goldmedaille in der Kategorie Ü40 abgeräumt. Der Allgäuer bewältigte seinen Finallauf großteils ohne Kette.

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Drama in den Anden: Defekt-Sieg in über 2.000 Metern Höhe

Knapp neun Jahre nach seinem letzten Masters-Titel in Andorra stand Guido Tschugg in Pinto, Chile, kurz vor seinem 50. Geburtstag erneut ganz oben auf dem Treppchen. Doch der Weg zum Titel verlief alles andere als planmäßig. Nach einem starken Qualifying kam es im Finale zum technischen Super-GAU: Im oberen Drittel der Strecke touchierte Tschugg bei einem massiven Double-Drop einen Felsen, was zum sofortigen Riss der Kette führte. Pedalieren war ab diesem Moment unmöglich.

# Gehört noch lange nicht zum alten Eisen – Guido Tschugg hat sich in Chile den Masters WM Titel Ü40 gesichert – und das ohne Kette.

Im oberen Drittel touchierte mein Kettenblatt bei einem massiven Double-Drop einen Felsen. Dabei riss die Kette sofort – ab diesem Moment war Pedalieren unmöglich. […] Ich musste die Bremsen komplett offen lassen und jede Welle perfekt drücken, um den Schwung durch die Waldsektionen zu retten.

Guido Tschugg

Trotz dieses Handicaps sicherte sich Tschugg mit einer Zeit von 2:25,509 Minuten den Sieg. Mit fast drei Sekunden Vorsprung verwies er den Chilenen Sebastian Vasquez Cid auf den zweiten Platz. Den Erfolg schreibt der Wahl-Chiemgauer vor allem seinem jahrzehntelangen BMX-Background zu: Die Fähigkeit, Geschwindigkeit allein durch „Pushen“ auf dem Kurs zu generieren, rettete ihm in Chile den entscheidenden Vorsprung.

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Tech-Check: Raaw statt E-Bike

Da das UCI-Reglement bei den Masters-Weltmeisterschaften keine Unterstützung durch Motoren erlaubt, musste der Hepha-Markenbotschafter sein gewohntes E-MTB gegen ein klassisches Downhill-Bike tauschen. Zum Einsatz kam ein Raaw Yalla!! – ein potentes Race-Bike, das für seine kompromisslose Geometrie bekannt ist. Die Wahl war kein Zufall: Raaw unterstützt den Hersteller Hepha derzeit bei der Entwicklung neuer Rahmenkinematiken.

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Als Guido für die Weltmeisterschaften ein reinrassiges Downhill-Bike ohne E-Antrieb wollte, waren wir natürlich sofort dabei. […] Wir bei RAAW unterstützen HEPHA als Dienstleister und bringen unsere Expertise in den Bereichen Geometrie, Kinematik und Konzeption ein. Es gibt jedoch kein E-Bike von RAAW in der Pipeline.

Ruben Torenbeek, Raaw

Tschugg, der als technischer Berater für Hepha fungiert, bewies damit einmal mehr, dass er auch mit 50 Jahren und ohne Motorunterstützung – und in diesem Fall sogar ohne Kettenzug – zur internationalen Spitze im Downhill-Zirkus gehört.

Guido Tschugg: Vom Heizungsbauer zum WM-Gold

Der Erfolg in Chile schließt einen Kreis in der beeindruckenden Karriere des Allgäuers. Vom BMX-Sport kommend, prägte Tschugg über Jahre die deutsche 4Cross- und Downhill-Szene, war mehrfacher Deutscher Meister und der einzige Deutsche, der jemals bei der Red Bull Rampage startete. Heute kombiniert er seine Erfahrung als Profi-Athlet mit seiner Arbeit als Streckendesigner und Berater für die Bike-Industrie.

Zugegeben, wir sind etwas spät dran – die WM war bereits Ende März. Aber Ehre, wem Ehre gebührt. Herzlichen Glückwunsch Guido!

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Sieg ohne Kette – Aaron Gwin lässt grüßen! Was sagt ihr zu Guidos fahrerischer Leistung in Chile?

Infos und Bilder: Pressemitteilung Hepha

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