Tubeless vs. Butyl-Schlauch vs. TPU-Schlauch: Welches System ist das Beste?
Butyl-Schlauch, Tubeless oder TPU-Schlauch – was ist die beste Lösung für dein Mountainbike? Wir haben die drei Optionen auf dem Prüfstand und in der Praxis gegeneinander getestet. Hier erfährst du, welches System das schnellste ist, welches das leichteste ist und was für deinen speziellen Anwendungsfall am meisten Sinn macht.
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Video: Schlauch, Tubeless oder TPU-Schlauch: Welches System ist das Beste?
Schlauch, Tubeless oder TPU-Schlauch: Was ist die beste Lösung fürs Mountainbike?
Was verbirgt sich im Inneren deiner Mountainbike-Reifen? Ein klassischer Schlauch? Dichtmilch? Oder sogar ein TPU-Schlauch? Das viel diskutierte Thema Schlauch vs. Tubeless ist vor allem für Einsteiger interessant. Durch die rasante Verbreitung des TPU-Schlauchs bekommt die Grundsatzfrage allerdings auch im Performance-Bereich jede Menge frischen Wind.
Doch welches System ist das beste? Welche Vorurteile gehören ins Reich der Märchen und welche treffen in der Praxis wirklich zu? Wir sind tief in das Thema eingetaucht, um diese Fragen zu klären. Neben einem ausführlichen Praxistest auf dem Trail haben wir alle drei Systeme auch bei Schwalbe auf dem Prüfstand getestet, um Rollwiderstand und Haltbarkeit präzise zu quantifizieren. Außerdem beleuchten wir natürlich den Montage- und Wartungsaufwand sowie die Reparaturmöglichkeiten auf dem Trail.
Kurzfazit: Für wen ist welches System die beste Wahl?
Wer einfach nur die schnelle Antwort will, bekommt sie direkt hier:
- Für die meisten sportlichen Mountainbiker ist Tubeless die beste Wahl. Das System bietet die beste Kombination aus Performance, Pannenschutz und Fahrgefühl.
- TPU ist die beste Schlauchlösung. Die TPU-Schläuche sind deutlich leichter und schneller als Butyl und eignen sich auch hervorragend als Ersatzschlauch im Rucksack.
- Butyl ist vor allem günstig und unkompliziert – im Hinblick auf die Performance ist der Butyl-Schlauch den anderen Systemen aber klar unterlegen.
Test-Setup: So haben wir getestet
Um vergleichbare und belastbare Testbedingungen zu schaffen, haben wir für alle drei Systeme Produkte von Schwalbe verwendet. Das sorgt für ein einheitliches Testumfeld, auch wenn klar ist: Absolute Werte können je nach Hersteller, Reifen und Karkasse variieren. Die grundsätzlichen Tendenzen der drei Systeme lassen sich so aber sauber vergleichen. Zum Einsatz kamen:
- Butyl Schwalbe Schlauch Nr. 19
- TPU Schwalbe Aerothan Tube 29″ MTB
- Tubeless Schwalbe Doc Blue Dichtmilch + Schwalbe Tubeless-Ventile
Alle drei Kandidaten wurden auf den gleichen Felgen mit 30 mm Innenweite, mit gleichem Felgenband und standardisierten Reifen montiert. Hierbei haben wir uns für den neuen Schwalbe Romy mit 2,4″ Breite, Trail Pro-Karkasse und Soft-Gummimischung entschieden, um den Trail-Bereich abzudecken. Für einen zweiten Testlauf haben wir dann auf den 2,25″ breiten Schwalbe Rick XC mit XC Pro-Karkasse und Speedgrip-Gummimischung gewechselt, um den XC-Einsatz zu simulieren. Bei der Laufradgröße haben wir uns auf 29″ limitiert.
Die Schläuche und das Tubeless-Setup wurden jeweils mit 1,5 bar Druck befüllt.
- XC-Setup: Schwalbe Rick XC 2,25″, XC Pro-Karkasse, Speedgrip-Gummimischung
- Trail-Setup: Schwalbe Romy 2,4″, Trail Pro-Karkasse, Soft-Gummimischung
Prüfstand Teil 1 – Rollwiderstand: Welches System ist das schnellste?
Als Erstes mussten sich die drei Kandidaten auf dem Schwalbe Rollwiderstand-Prüfstand beweisen. Hier wird der Rollwiderstand in Watt auf ebenem Untergrund bei einer Geschwindigkeit von 20 km/h gemessen. Dafür wurden alle Varianten mit einem Luftdruck von 1,5 bar befüllt. Das Laufrad wird in die Prüfmaschine eingespannt und anschließend mit einem Gewicht von 50 kg auf die rotierende Prüffläche gedrückt. Alle Kombinationen wurden jeweils zweifach getestet, um fehlerhafte Messungen oder krasse Ausreißer ausschließen zu können. Wir präsentieren hier den Mittelwert aus beiden Testdurchläufen als Ergebnis.
Ergebnisse XC-Setup
Beim XC-Setup zeigt sich ein klares Bild. Die Kombination mit Butyl-Schlauch ist deutlich am langsamsten und weist einen Rollwiderstand von 19,5 Watt auf. Entscheidend schneller präsentiert sich der TPU-Schlauch mit einem Rollwiderstand von 16,3 Watt. Der Sieger ist das Tubeless-Setup mit einem zarten Vorsprung von 1,3 Watt. Die Werte beziehen sich natürlich nur auf einen Reifen. Da man beim Fahrradfahren in der Regel allerdings auf zwei Reifen unterwegs ist, muss man den hier angegebenen Rollwiderstand für die Praxisabstraktion verdoppeln.
- Tubeless ist 4,5 Watt und somit 23,1 % schneller als Butyl
- Tubeless ist 1,3 Watt und somit 8 % schneller als TPU
- TPU ist 3,2 Watt und somit 16,4 % schneller als Butyl
Im XC-Bereich sind diese Unterschiede sehr relevant. Vor allem der Sprung von Butyl auf TPU oder Tubeless ist deutlich. Der Abstand zwischen Tubeless und TPU ist hingegen kleiner. Wer auf Race-Performance schaut, bekommt mit Tubeless das schnellste Setup. Wer Tubeless vermeiden will, ist mit TPU aber erstaunlich nah dran.
Ergebnisse Trail-Setup
Insgesamt deutlich höhere Rollwiderstände tauchen erwartungsgemäß beim Trail-Setup mit dem Schwalbe Romy auf. Am Ranking ändert dies allerdings nichts. Auch hier ist Tubeless mit einem Rollwiderstand von 27,8 Watt am schnellsten, gefolgt von TPU mit 28,3 Watt und Butyl mit 30,9 Watt.
- Tubeless ist 3,1 Watt und somit 10 % schneller als Butyl
- Tubeless ist 0,5 Watt und somit 1,8 % schneller als TPU
- TPU ist 2,6 Watt und somit 8,4 % schneller als Butyl
Im Trail-Einsatz sind die Unterschiede kleiner als im XC-Bereich. Der Abstand zwischen Tubeless und TPU ist hier so gering, dass ihn die meisten Fahrer auf dem Trail kaum bewusst wahrnehmen dürften. Der Unterschied zu Butyl bleibt aber klar. Gerade im sportlichen Einsatz verschenkt man mit dem klassischen Schlauch spürbar Effizienz.
Prüfstand Teil 2 – Durchstich: Wer gewinnt in der Dornenhecke
Im nächsten Test ging es um den Durchstichschutz. Simuliert wurden Defekte durch Dornen, Nägel, Äste und andere spitze Gegenstände. Dafür wird ein Metall-Dorn mit einer kugelförmigen Spitze von 1 mm Durchmesser mit steigender Kraft auf das Material gedrückt, bis es zum Durchstich kommt. Gemessen werden die benötigte Kraft und der Weg, den der Dorn bis zum Defekt zurücklegt.
Wichtig: Dieser Prüfstand testet nicht den kompletten Reifen, sondern ausschließlich den Schlauch. Deshalb gibt es hier nur Werte für Butyl und TPU. Das Tubeless-Setup lässt sich in diesem Aufbau nicht direkt vergleichen, weil es als Gesamtsystem mit Reifen und Dichtmilch funktioniert.
Ergebnisse Durchstichtest
Beim Durchstichtest zeigt sich ebenso wie beim Rollwiderstand ein sehr klares Bild. Der TPU-Schlauch wird bei einer Krafteinwirkung von 35,36 Newton durchstochen, während für ein Loch im Butyl-Schlauch lediglich 13,14 Newton nötig sind. Entsprechend verformt sich der TPU-Schlauch auch ganze 12,39 mm, bis er nachgibt, während Butyl bei 6,12 mm die Segel streicht. Damit bleibt festzuhalten: Der TPU-Schlauch ist gegenüber Durchstichen über 2,5-mal stabiler als das Butyl-Äquivalent. Das im Prüfstand nicht getestete Tubeless-Setup kann hier dank Dichtmilch und Selbstreparatur natürlich auf ganz andere Art und Weise glänzen.
- TPU ist gegenüber Durchstichen 2,69-mal stabiler als Butyl
Prüfstand Teil 3 – Durchschlagsschutz: Snakebite, nein danke!
Den Abschluss macht der martialischste Test unserer Prüfreihe: der Durchschlagstest. Hier werden Reifen und das gewählte Setup auf einer sehr robusten Stahlfelge mit 30 mm Innenweite montiert. Diese wird dann in den entsprechenden Prüfstand eingesetzt. Hier wird nun ein 14 kg schweres Gewicht mit keilförmiger Spitze aus einer definierten Höhe auf den Reifen fallen gelassen. Die Fallhöhe wird Schritt für Schritt erhöht, bis es zum Defekt kommt. Zwischen den Schlägen wird der Reifen weitergedreht, damit jeweils eine frische Stelle getroffen wird. Die Reifen wurden mit einem Luftdruck von 1,5 bar befüllt. Dieser Luftdruck wurde über die gesamte Testdauer konstant gehalten. Auch hier wurden jeweils zwei Testdurchläufe pro Setup durchgeführt und die Ergebnisse gemittelt.
Ergebnisse XC-Setup
Während bei den anderen beiden Prüfstand-Tests Butyl weit abgeschlagen auf dem letzten Rang landete, sieht es hier anders aus. Der Rick XC mit Tubeless-Setup strich im Test die Segel, nachdem das Gewicht aus einer Höhe von 300 mm fallen gelassen wurde, und ist damit der Sieger. Auf dem zweiten Rang folgt hier allerdings nicht TPU, sondern Butyl. Hier war bei 280 mm Schluss. Der TPU-Schlauch hingegen zeigte bereits bei 260 mm Fallhöhe einen Defekt. Ein Ergebnis, das für uns vor allem in Bezug auf Butyl eher überraschend kam. Hier weichen unsere Praxis-Erfahrungen vom Prüfstand-Test etwas ab, was im entsprechenden Absatz thematisiert wird.
- Tubeless zeigt sich auf dem Prüfstand am stabilsten, gefolgt von Butyl und TPU
Ergebnisse Trail-Setup
Noch interessanter wird es dann beim Trail-Reifen Romy. Hier sind, wie zu erwarten war, höhere Fallhöhen bis zum Defekt nötig. Überraschend ist allerdings, dass hier Butyl und Tubeless gleichauf liegen. Beide Systeme zeigten erst bei einer Fallhöhe von 440 mm Defekte. Ein Verhalten, das wir mit unseren Praxiserfahrungen nur schwer vereinbaren können. Der TPU-Schlauch hingegen erlebte bei einer Fallhöhe von 420 mm den ersten Defekt.
- Tubeless und Butyl zeigen sich auf dem Prüfstand am stabilsten, gefolgt von TPU
Praxistest
Neben den im Prüflabor ermittelten harten Fakten haben wir Tubeless, TPU-Schlauch und Butyl-Schlauch natürlich auch auf dem Trail in der Praxis getestet. Dabei mussten sich die Systeme in der gleichen Konfiguration unter Beweis stellen. In diesem subjektiven Vergleich hat für uns ganz klar Tubeless die Nase vorn. Zwar würde ich mich keineswegs zur Aussage hinreißen, ich könnte etwa den Rollwiderstandsunterschied eines TPU-Schlauchs gegenüber dem Tubeless-Setup erfühlen zu können. In der Summe überzeugt Tubeless allerdings durch das Fahrgefühl, die Stabilität auch bei niedrigen Drücken, die Selbstreparatur bei kleinen Durchstichen und damit, dass es das Tubeless-System in den allermeisten Fällen am schnellsten und einfachsten geflickt ist, wenn es doch mal zum Defekt kommt. Ein gewisser Wartungsaufwand ist allerdings natürlich vorhanden.
Ein Punkt, in dem unser Praxiseindruck sehr stark vom Prüfstand-Test abweicht, ist das dortige so gute Abschneiden von Butyl im Durchschlagtest – meiner Meinung nach ein deutlicher Fingerzeig dahin, dass Prüfstände zwar versuchen, die Realität zu simulieren, diese aber nicht immer vollständig abbilden können. Während Butyl im Prüfstand gleichauf mit Tubeless landet, liegen zwischen beiden Systemen in der Praxis Welten. Selbst wenn ich den Butyl-Schlauch mit deutlich mehr Druck als das Tubeless-Setup fahre, habe ich beim sportlichen, abfahrtsorientierten Mountainbiken nach kürzester Zeit die erste Zwangspause zum Flicken auf dem Programm. Jeder, der sich abseits von Forststraßen bewegt, sollte hier definitiv nicht zum Butyl-Schlauch greifen.
Interessanterweise hätte ich auf Basis meiner Fahreindrücke vor dem Prüfstand-Test auch geschätzt, dass der TPU-Schlauch sich stabiler als die Butyl-Variante verhält, da ich hiermit gefühlt nicht ganz so schnell Plattfüße zu beklagen hatte. Allerdings sind solche Testruns natürlich immer subjektiv und von einer Vielzahl von Faktoren abhängig. Jeder Stein, jede Wurzel, jede Kurve ist anders und auch jede einzelne Fahrt ist anders.
- vor allem im abfahrtsorientierten Trail-Bereich geht Tubeless als klarer Favorit aus dem Praxistest hervor
Montage & Wartung
Tubeless
Der nächste Punkt ist gerade für viele Einsteiger die große Achillesferse des Tubeless-Setups: Montage & Wartung. Sauerei durch Dichtmilch, verstopfte Ventile, undichtes Felgenband, eingetrocknete Dichtmilch und vieles mehr sind für den ein oder anderen Mountainbiker Abschreckung genug. Mittlerweile ist das erfolgreiche Aufsetzen eines Tubeless-Systems aber bei weitem kein Hexenwerk mehr. Meist werden Laufräder ab Werk bereits mit Tubeless-Tape ausgeliefert und die Felgen springen oft willig mit der Standpumpe ins Felgenhorn, wodurch kein Kompressor nötig ist. Also: Wenn du noch zögerst und den Aufwand scheust, dein Bike auf Tubeless umzurüsten, probier es einfach mal aus.
Dennoch ist das Tubeless-Setup ganz klar aufwendiger als ein Schlauch und kann seine Fallstricke haben. Zudem ist eine regelmäßige Wartung nötig. Denn eingetrocknete Milch kann selbstverständlich keine neuen Löcher abdichten. Auch kann das Tubeless-System so über die Zeit mehr Luft verlieren. Systemunabhängig sollte man allerdings sowieso vor jeder Fahrt den Luftdruck überprüfen.
Butyl
Zur Montage des Butyl-Schlauchs muss man eigentlich keine großen Sätze verlieren. Hier muss man lediglich aufpassen, dass der Schlauch bei der Montage nicht zwischen Reifenflansch und Felge geklemmt und dadurch beim Aufpumpen beschädigt wird.
TPU
Anders sieht es beim TPU-Schlauch aus. Dieser kann aufgrund der Formstabilität des Materials nicht so leicht geklemmt werden. Allerdings muss man hier ein paar andere Faktoren berücksichtigen. Der Schlauch muss langsam aufgepumpt werden, da sich das TPU-Material nicht so schnell ausdehnen kann. Ballert man hier mit dem Kompressor vollgas Luft rein, wird der Schlauch dementsprechend schnell platzen. Außerdem behält der Schlauch seine Form bei und zieht sich nicht wieder zusammen, wenn die Luft abgelassen wird. Dementsprechend passt ein TPU-Schlauch nach der Erstmontage in einem breiteren Reifen im Anschluss nicht mehr in einen schmaleren Reifen.
Da die Wandstärke bei einigen TPU-Schläuchen ziemlich dünn und weitaus dünner als bei Butyl ist, reagieren diese zudem mitunter empfindlicher auf Dreck, Steinchen oder andere Störfaktoren im Reifen. Hier können die TPU-Schläuche im schlimmsten Fall durchgescheuert werden.
Reparatur
Doch wie sieht es aus, wenn mal was richtig schiefgeht und man plötzlich ohne Luft im Reifen im Wald steht? Die klassische Kombi aus Flicken, Schmirgelpapier und Vulkanisier-Flüssigkeit kennt vermutlich jeder. Damit bekommt man kaputte Butyl-Schläuche in aller Regel wieder fit. Aber auch für TPU-Schläuche gibt es spezifische Flicken. Diese Klebepads brauchen kein Schmirgeln oder zusätzliche Vulkanisierflüssigkeit, sondern sind selbstklebend. Allerdings sollte der Schlauch an der defekten Stelle zuvor gründlich mit Isopropylalkohol gereinigt werden. Hierfür empfiehlt es sich, separat verpackte, in Isopropyl getränkte Tücher mitzuführen. Ganz so zuverlässig wie bei Butyl-Schläuchen funktioniert die Reparatur bei der TPU-Variante unserer Erfahrung allerdings nicht. Hier kommt es öfter zu undichten Flicken. Auch muss man hier gründlicher vorgehen und noch besser aufpassen, dass kein Dreck irgendeiner Art zwischen Schlauch und Reifen landet, da dieser den Schlauch langfristig beschädigen könnte.
Ganz anders sieht die Reparatur beim Tubeless-Setup aus. Kleinere Löcher schließt die Dichtmilch im besten Fall direkt von allein und ohne Zutun ab. Bei größeren Löchern schaffen klebrige Flickwürste meist effektiv und schnell Abhilfe. Ein großer Vorteil gegenüber dem Schlauch-Setup ist dabei, dass der Reifen hierfür nicht abgezogen werden muss und somit deutlich schneller repariert ist. Auf lange Sicht können sich diese Würste allerdings auch wieder aus dem Reifen herausziehen. Ich bin allerdings schon monatelang absolut problemlos mit derart geflickten Reifen gefahren. Größere Löcher und vor allem Risse in der Seitenwand können es allerdings erforderlich machen, einen Schlauch einzuziehen. Eine ebenfalls funktionale Lösung ist es, die Löcher im Reifen von innen mit einem klassischen Fahrradflicken zu flicken.
- Butyl-Schlauch: gut und klassisch reparierbar mit herkömmlichen Flicken
- TPU-Schlauch: separater Flicken nötig, etwas geringere Erfolgsquote, empfindlicher
- Tubeless: kleine Löcher werden selbst abgedichtet, schnellste Flicken per Flickwurst von außen, große Risse können Schlauch erforderlich machen
Gewicht
Kommen wir zu einem der meistdiskutierten Punkte: dem Gewicht. Hier schlägt eine der großen Stunden des TPU-Schlauchs. Dieser fällt bei gleicher Größe nämlich deutlich leichter aus als die Butyl-Variante. Genauer gesagt ist der Butyl-Schlauch 2,3-mal schwerer. Dies ist bei der, wie wir alle wissen, fürs Mountainbiken sehr relevanten rotierenden Masse ein wahrlich nicht zu vernachlässigender Faktor. Hier lassen sich ganz entspannt 244,6 g pro Fahrrad einsparen.
Doch wie sieht das Ganze im Vergleich mit Tubeless aus? Dies kommt natürlich stark auf die Menge der Dichtmilch an. Wir haben uns für den Test für eine Menge von 100 ml pro Reifen entschieden. Zusammen mit dem 5,5 g schweren Schwalbe Tubeless-Ventil ergibt das ein Gesamtgewicht von 105,5 g. Je nach Reifengröße, Vorlieben und Einsatzbereich kann die Menge an Dichtmilch natürlich variiert werden, was das Gewicht maßgeblich beeinflusst.
- Butyl-Schlauch 217,3 g
- TPU-Schlauch 95 g
- Tubeless 105,5 g (Ventil 5,5 g + 100 ml Dichtmilch)
Preis
Im Hinblick auf den Preis zeichnet sich ein klarer Gewinner ab. Der Butyl-Schlauch ist mit einem Anschaffungspreis von 8,90 € (Schwalbe Nr. 19) deutlich günstiger als der 28,90 € teure Schwalbe Aerothan TPU-Schlauch und steckt auch das Tubeless-System in die Tasche. Bewertet man allerdings das Preis-Leistungs-Verhältnis, dann sieht das Ganze schon anders aus. So günstig wie durch einen Wechsel von Butyl- zu TPU-Schlauch kann man am Mountainbike sonst nur schwer Gewicht einsparen.
Sparfüchse können zudem bei bekannten chinesischen Online-Händlern sehr preiswerte TPU-Schläuche erstehen. Die gebotene Qualität ist allerdings in vielen Fällen fragwürdig.
- Butyl-Schlauch 8,90 €
- TPU-Schlauch 28,90 €
- Tubeless 23,90 € (Tubeless-Ventile) + 23,90 € (Dichtmilch, 500 ml)
Fazit – Tubeless vs. Butyl vs. TPU: Wer gewinnt?
Unser Testfazit ist klar: Für die meisten sportlich fahrenden Mountainbiker bleibt Tubeless die beste Lösung. Das System rollt schnell, bietet den besten Pannenschutz im Gelände und überzeugt im Praxistest am meisten. Gerade auf Trails bietet Tubeless für uns das stimmigste Gesamtpaket. Wer allerdings keine Lust auf Wartung und Montage hat, für den sind TPU-Schläuche eine herausragende Alternative. Hier muss man in vielen Performance-Punkten kaum Abstriche gegenüber dem Tubeless-System machen und kann gegenüber dem klassischen Butyl-Schlauch nicht nur jede Menge Gewicht, sondern auch viel Rollwiderstand einsparen.
Für Butyl sprechen der niedrige Preis und die Simplizität. Im performanten Mountainbike-Einsatz ist das System den moderneren Alternativen aber klar unterlegen.
Gewinner nach Kategorien:
- Du willst das schnellste System: Tubeless
- Du willst das leichteste System: TPU & Tubeless
- Du willst das robusteste System: Tubeless
- Du willst das günstigste System: Butyl
- Du willst das einfachste System: Butyl & TPU
Welche Lösung passt zu dir? Unsere Kaufberatung
Am Ende geht es nicht nur darum, welches System irgendwo den Bestwert erzielt – sondern welches am besten zu dir und deinem Fahrstil passt.
- XC / Marathon: Tubeless oder TPU. Wer maximale Performance und Pannenschutz will, fährt Tubeless. Wer Gewicht sparen will und ein einfacheres Setup bevorzugt, findet in TPU eine starke Alternative.
- Trail / All-Mountain: Tubeless. Gerade bei niedrigen Drücken und höherem Pannenrisiko ist Tubeless die beste Wahl.
- Enduro / Bikepark / E-MTB: Tubeless mit robuster Karkasse, je nach Einsatz zusätzlich mit Insert. Schläuche sind hier eher Not- als Dauerlösung.
- Tour / Reise: TPU spart Gewicht und ist schneller. Das spart auf langen Strecken Körner. Außerdem ist das System genauso wartungsarm wie ein klassischer Butyl-Schlauch.
- Als Ersatzschlauch im Rucksack: TPU. Hier spart man einfach Platz und Gewicht.
- Pendeln: Butyl. Wenn die Performance eine untergeordnete Rolle spielt, punktet der gute alte Butyl-Schlauch durch den günstigen Anschaffungspreis.
Butyl-Schlauch, TPU-Schlauch oder Tubeless – mit welchem System bist du unterwegs?

