Cape Epic 2026 – 4. Etappe: Stehaufmännchen Schwarzbauer – die Fotostory
Defekte, Stürze und ein Comeback wie aus dem Lehrbuch: Luca Schwarzbauer und Sam Gaze sichern sich auf der vierten Etappe des Cape Epic 2026 trotz mehrerer unfreiwilliger Zwangsstopps den Tagessieg, hauchdünn vor den beiden gesamtführenden Italienern Simone Avondetto und Luca Braidot. Bei den Damen durchbrechen Kate Courtney und Greta Seiwald die Siegesserie von Candice Lill und Alessandra Keller und sichern sich ihren ersten Tageserfolg.
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Damen: Courtney & Seiwald mit erstem Etappenerfolg
Nach einer bis dato makellosen Vorstellung von Candice Lill und Alessandra Keller kletterten auf der vierten Etappe des Cape Epic 2026 erstmals neue Gesichter auf das Podest der Tagessiegerinnen: Kate Courtney und Greta Seiwald sicherten sich nach 61 Kilometern und 1.450 Höhenmeter dank einer taktischen Meisterleistung im Finale den Tageserfolg hauchdünn vor den beiden bisherigen Dominatorinnen Lill und Keller. Rang drei ging an Hayley Preen aus Südafrika und Haley Smith aus Kanada.
Nach der längsten Etappe des Cape Epic 2026 am Vortag, ging es für die Eliteklasse der Damen auf der vierten Etappe rund um Greyton verhältnismäßig ruhig zu – eine Vielzahl fordernder Singletrails und ein zäher finaler Anstieg mit dem Gipfel knapp zehn Kilometer vor dem Ziel, sorgte aber einmal mehr für einen packenden Rennverlauf und einmal mehr etwas Drama.
Letzteres betraf vornehmlich das bis zum Beginn der vierten Etappe an Position drei liegende Duo Vera Looser / Roosa van Doorn, das von nun an nicht mehr Teil des Cape Epics 2026 ist. Van Doorn stürzte im Verlauf der Etappe schwer und zog sich eine Knieverletzung zu, die ein Weiterfahren nicht mehr möglich machte.
Davon unbeeindruckt waren zum Zeitpunkt des Unglücks der Niederländerin einmal mehr die beiden gesamtführenden Duos Candice Lill / Alessandra Keller und Kate Courtney / Greta Seiwald an der Spitze enteilt und auf dem Weg den Tageserfolg unter sich auszumachen. Im Gegensatz zu den Vortagen gelang es den beiden Gesamtführenden Lill und Keller dieses Mal nicht ihre beiden direkten Kontrahentinnen im Verlauf der Etappe abzuschütteln, sodass sich ein enges Sprintfinish anbahnte.
Und so kam es dann schließlich auch zum engen Kopf-an-Kopf-Duell der beiden Teams auf den letzten Metern: Greta Seiwald setzte sich rund zwei Kilometer vor dem Ziel solo an der Spitze ab, sodass Kate Courtney in der Folge lediglich eine der beiden Kontrahentinnen im Sprint bezwingen musste. Das gelang der US-Amerikanerin dann auch, sodass Seiwald und Courtney unter großem Jubel ihrem ersten Tagessieg beim diesjährigen Cape Epic entgegenfuhren. Rang zwei ging schließlich mit 2,6 Sekunden Rückstand an Alessandra Keller und Candice Lill, die damit weiterhin komfortabel in der Gesamtwertung in Führung liegen. Mit recht deutlichem Abstand von 1:44 Minuten belegten Hayley Preen und Haley Smith den dritten Rang, mit vier Minuten Rückstand folgten die Litauerin Katazina Sosna und Giorgia Marchet.
Ergebnisse Damen
Tageswertung Top 3
- She Sends Foundation – Kate Courtney / Greta Seiwald: 02:56:37
- Thömus Maxon Sabi Sabi – Candice Lill / Alessandra Keller: +00:03
- Chemchamp Honeycomb – Hayley Preen / Haley Smith: +01:44
Gesamtwertung nach der 4. Etappe Top 3
- Thömus Maxon Sabi Sabi – Candice Lill / Alessandra Keller: 14:18:54
- She Sends Foundation – Kate Courtney / Greta Seiwald: +4:50
- Chemchamp Honeycomb – Hayley Preen / Haley Smith: +31:52
Herren: Schwarzbauer & Gaze trotzen Defektpech
Die vierte Etappe über 87 Kilometer und 1750 Höhenmeter rund um Greyton in der Herrenkategorie hatte es in sich – und bot nach dem ereignisreichen vierten Renntag abermals ein faszinierendes Spektakel unterschiedlichster Rennwendungen. Am Ende jubelten zum zweiten Mal bei diesem Cape Epic Luca Schwarzbauer und Sam Gaze vom Team Canyon, hauchdünn vor den beiden Italienern Simone Avondetto und Luca Braidot, die ihrerseits ihre Gesamtführung verteidigen konnten.
Eimal mehr gestaltete sich das Rennen der schnellsten Herren beim Cape Epic in diesem Jahr lange Zeit offen. Bis Kilometer 65 lagen noch elf Teams gemeinsam an der Spitze – alle Favoriten mit inbegriffen. Bereits zu diesem Zeitpunkt bereits durch mehrere Reifendefekte gehandicapt, aber stets wieder in der Lage die Lücke zur Spitze zu schließen, das Canyon-Team um Luca Schwarzbauer und Sam Gaze. Zwischenzeitlich lag das deutsch-neuseeländische Duo eine Minute hinter der Spitze, doch gegen Rennende sollte sich immer mehr das Blatt zugunsten der beiden Sieger der zweiten Etappe wenden – oder, wie Gaze es später augenzwinkernd formulierte: „Wenn dein Teamkollege die FTP eines Traktors hat, weißt du, dass immer noch eine Chance hast.“
Die Entscheidung des Tages brachte schließlich der finale Anstieg zum UFO-Pass mit knapp 400 Höhenmeter am Stück. Der Belgier Wout Alleman setzte zu einer ersten Attacke an, kam jedoch wenig später in einer Abfahrt zu Fall – und die Konkurrenz zog davon. Gleichzeitig verloren auch die beiden Träger des gelben Führungstrikots der ersten Tage, Tristan Nortje und Matthew Beers, den Anschluss. An der Spitze verblieben letztlich das Canyon-Duo Schwarzbauer / Gaze, sowie die beiden Italiener Simone Avondetto und Luca Braidot.
So lief am Ende schließlich alles auf ein enges Sprintduell zwischen Canyon und den Gesamtführenden von Wilier-Vittoria hinaus, welches Schwarzbauer und Gaze für sich entscheiden konnten. Mit einer Fahrzeit von knapp dreieinhalb Stunden feierten Schwarzbauer und Gaze somit ihren zweiten Etappensieg dieser Woche, knapp vor den beiden Italienern Braidot und Avondetto. 23 Sekunden hinter Gaze und Schwarzbauer belegten Matthew Beers und Tristan Nortje Rang drei.
Auf Rang vier folgte mit 2:06 Minuten Rückstand das deutsche KTM Singer-Duo Simon Stiebjahn / Martin Frey, das sich dank ihres besten Tagesergebnisses in der Gesamtwertung vom zwölften auf den zehnten Rang verbessern konnten. An der Spitze der Gesamtwertung liegt weiterhin das Wilier-Vittoria-Team mit 1:37 Minuten Vorsprung vor Matthew Beers und Tristan Nortje, sowie 5:10 Minuten vor Sam Gaze und Luca Schwarzbauer.
Mit der Königsetappe auf dem Weg von Greyton nach Stellenbosch am morgigen Tag steht nun der vielleicht entscheidende Abschnitt des diesjährigen Cape Epic bevor – 134 Kilometer und stolze 2.750 Höhenmeter stellen sich den Teilnehmerinnen und Teilnehmer in den Weg. Für die Damen fällt die Strecke etwas kürzer aus: Sie werden 89 Kilometer und 2.150 Höhenmeter bewältigen müssen.
Ergebnisse Herren
Tageswertung Top 3
- Canyon – Luca Schwarzbauer / Sam Gaze: 3:29:32
- Wilier-Vittoria – Luca Braidot / Simone Avondetto: +00:01
- Toyota Specialized Imbuko – Matthew Beers / Tristan Nortje: +00:24
Gesamtwertung nach der 4. Etappe Top 3
- Wilier-Vittoria – Luca Braidot / Simone Avondetto: 16:09:00
- Toyota Specialized Imbuko – Matthew Beers / Tristan Nortje: +1:37
- Canyon – Luca Schwarzbauer / Sam Gaze: +5:10
Fotostory
Absa Cape Epic 2026 auf MTB-News.de
Wir berichten auch in diesem Jahr täglich ausführlich vom Absa Cape Epic – alles dazu findet ihr auf unserer Kategorie-Seite zum Cape Epic 2026. Wie gewohnt gibt’s jeden Tag große Fotostories und einem ausführlichen Bericht über die Renngeschehnisse vom Spektakel in Südafrika.
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