Neue Fox 40 Federgabel im ersten Test: Neues Casting & Luftfeder für die DH-Federgabel
Neue Fox 40 Downhill-Federgabel im ersten Test: Fox hat der DH-Federgabel 40 ein gehöriges Update verpasst. Hier gibt’s unseren ersten Testeindruck und alle Infos zur neuen Fox 40.
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Neue Fox 40 Downhill-Federgabel: Infos & Preise
Vergangenes Jahr konnte sie sich bereits zahlreiche World-Cup-Siege und den Overall sichern, jetzt gibt es sie auch für Normalsterbliche zu kaufen: die neue Fox 40 Downhill-Federgabel. An den grundlegenden Eckdaten hat sich dabei erst mal nicht viel verändert. Nach wie vor gibt’s hier bis zu 203 mm Federweg und die namensgebenden 40 mm Standrohre. Unter der Motorhaube hat sich hingegen einiges getan. Ein neues Casting, die überarbeitete Dämpfung und eine neue Luftfeder sollen die Fox 40 für 2026 noch mal eine Spur besser und schneller machen. Preislich liegt die Downhill-Federgabel in der Factory-Version bei rund 2.200 € und bringt 2.888 g auf die Waage. Neben dem goldenen Factory-Modell wird es auch eine Performance-Variante geben. Diese ist allerdings nicht für den Aftermarket erhältlich und somit OE-Partnern vorbehalten.
- Laufradgrößen 29″ / 27,5″
- Federweg 203 mm / 190 mm
- Federung Glidecore
- Dämpfung GripX2
- Farben Schwarz / Orange
- Achsmaß DH Boost 20 mm
- Einstellmöglichkeiten HSC / LSC / HSR / LSR / Volumenspacer / Luftdruck
- Offset 44 mm / 48 mm / 52 mm / 56 mm
- Gewicht 2.888 g (200 mm / 29″)
- Preis (UVP) 2.199 €
- www.ridefox.com
Neues Casting
Genau wie schon die 36 (Fox 36 Test) zuvor erstrahlt auch die neue Fox 40 in einem frischen Gewand und bekommt das generative designte Casting mit den markanten Löchern in der sehr breiten Brücke verpasst. Zudem wurden die Entlüftungsports überarbeitet und die Bypass-Kanäle, die Schmieröl an den Gleitbuchsen vorbeileiten sollen, von hinten nach innen verlegt. Dies soll die Steifigkeit optimieren. Im gleichen Zuge gibt es einen neuen Fender und eine neue Fender-Montage. Diese lässt nun die Entlüftungsports außen vor und setzt stattdessen auf vier Schrauben.
All diese Updates gibt’s allerdings ausschließlich für die 29″-Version. Die 27,5″-Variante setzt weiterhin auf die bekannte Tauchrohr-Optik.
Glidecore-Luftfeder
Das nächste große Update betrifft die Glidecore-Luftfeder. Diese ist nun horizontal und vertikal schwimmend gelagert. Elastomere sorgen hier für Bewegungsfreiheit. Ein Elastomer befindet sich zwischen Luftschaft und Kolben, das zweite zwischen Schaft und dessen Lagerung im Standrohr. Sollte sich die Gabel unter extremen Belastungen verbiegen, soll der Kolben der Luftfeder davon entkoppelt sein und trotzdem frei laufen können. Dies soll laut Fox für eine deutlich erhöhte Nachgiebigkeit der Luftfeder sorgen. Zudem wurde das Negativvolumen der Luftfeder erhöht, was für eine linearere Kennlinie und ein verbessertes Ansprechverhalten sorgen soll.
Damit es auch dann noch smooth und gescheit bleibt, wenn man den Federweg bei einem harten Durchschlag vollends ausgenutzt hat, kommt bei der 40 ab sofort ein Bottom-Out-Bumper aus mikrozellulärem Polyurethan (MCU) zum Einsatz. Dieser ist im Prinzip exakt mit dem Gummi-Bumper vergleichbar, den man von Stahlfeder-Dämpfern kennt. Last but not least ist die minimalistische Außensechskantaufnahme zum Öffnen der Luftkammer endlich Geschichte. Stattdessen kann diese ab sofort bequem per Kassettenschlüssel geöffnet werden.
GripX2-Dämpfung
Auf der Dämpfungsseite hat sich optisch zwar nichts verändert, im Inneren der Dämpfung gab es allerdings einige Updates. Hier wurden einige mit der Podium eingeführte Neuerungen eingesetzt, die die Dämpfung feinfühliger und smoother machen sollen. So setzt die GripX2-Kartusche nun auf einen neuen Mid-Valve-Piston, der nun über zwei große statt drei kleine Ports verfügt, was den Ölfluss erhöhen soll. Außerdem wurde der Bleedport in der Dämpfung vergrößert. Dies soll verhindern, dass sich ein harsches Gefühl einstellt, wenn sich der Öldruck vor der Dämpfung aufbaut, bevor genug Druck vorhanden ist, um das Öl durch die Dämpfung zu drücken. Hierfür kann durch den Bleedport jederzeit eine gewisse Menge Öl frei in beide Richtungen an der Dämpfung vorbeifließen. Dadurch soll sich ein geschmeidigeres Dämpfungsverhalten ergeben.
Auf dem Trail
Für den Test der neuen Fox 40 hat mich Fox nach Finale Ligure eingeladen. Hier konnte ich die neue Downhill-Federgabel zusammen mit der ein oder anderen Fox-Neuheit, die euch in den kommenden Wochen erwartet, bereits kurz ausprobieren. Als Teststrecken standen die beiden weithin bekannten Trails Little Champéry und Pino Morto zur Verfügung. Beide präsentierten sich in einem hervorragenden Zustand.
Praktischerweise hat Fox mir die neue 40 in mein eigenes Santa Cruz V10 eingebaut. So konnte ich die neue Federgabel in einem ansonsten bekannten Setup testen. Nach einem Base-Setup durch und mit Fahrwerks-Guru Jordi Cortez (Hier geht’s zum Interview mit Jordi) ging es schnell auf die Trails und ich konnte erste Eindrücke sammeln. Aufgrund des zeitlich eng gesteckten Rahmens musste ich meine Testfahrten allerdings auf lediglich fünf Runs limitieren. Dies reicht für einen guten ersten Eindruck, kann aber einen ausführlichen Test natürlich nicht ersetzen. Glücklicherweise sind mir Bike und Trails gut bekannt, sodass hier keine Eingewöhnungszeit nötig war. Auch das eingestellte Base-Setup ging direkt in die richtige Richtung.
Die neue Fox 40 spricht, wie man es für eine brandneue Downhill-Federgabel erwarten darf, sehr feinfühlig an und saugt kleine Unebenheiten absolut geschmeidig weg, wodurch viel Grip generiert wird. Taucht man tiefer und schneller in den Federweg ein, so macht sich die Fox-typische sehr definierte Dämpfung bemerkbar. Die Federgabel arbeitet effizient und verschenkt keinen Federweg, ohne sich dabei harsch oder überdämpft anzufühlen. Hier scheinen die Updates zu greifen. Gerade bei den ersten schnellen Stufen auf Little Champéry steht die neue 40 angenehm hoch im Federweg und sorgt so für viel Kontrolle und eine stabile Bike-Geometrie. Auch bei harten Anbremsmanövern zeigt sich die Federgabel stabil und taucht nicht weg. Insgesamt macht die 40 also genau das, was sie soll: sie generiert Grip, zeigt sich stets absolut vorhersehbar und sorgt auch, wenn es richtig scheppert, stets für viel Kontrolle.
Nach zwei Abfahrten habe ich mein Grundsetup angepasst, um durch eine leichte Reduktion des Luftdrucks noch etwas mehr Komfort aus der 40 herauszukitzeln. Dies brachte den erhofften Effekt, ohne dabei Abstriche bei den bereits positiv hervorgehobenen Eigenschaften der neuen Forke machen zu müssen. Auffällig die von den Fox-Mechanikern ausgegebene Losung: Fahrergewicht in Kilogramm 1:1 als Luftdruck in PSI in die Gabel zu pumpen widerspricht dem aufgedruckten Setup-Chart um circa 10 PSI. Nach meiner Anpassung befindet sich mein jetziges Wohlfühl-Setting ziemlich genau in der Mitte zwischen den Vorgaben. Hier scheint der Rennsport-Hintergrund von Jordi und Co. ursächlich zu sein. Grundsätzlich lässt sich auch die neue Fox 40 gut, sinnvoll und fein einstellen. Aufgrund der vielen Optionen und Klicks sollte man allerdings Buch über die Änderungen führen, um den Überblick nicht zu verlieren. Hier ist das Konzept von RockShox bei der neuen Boxxer anfängerfreundlicher und übersichtlicher, aber auch nicht ganz so fein einstellbar.
Positiv hervorzuheben sind zudem die neuen, leicht optimierten Bleedports und vor allem die neue Fender-Montage. Das Schutzblech wird nun nicht mehr an den Bleedports, sondern an vier extra dafür vorgesehenen Gewinden befestigt. Ebenfalls sehr cool ist, dass die Luftkammer jetzt per Kassettenschlüssel geöffnet werden kann. Dies ist deutlich praktischer als die vorherige Außensechskant-Lösung. Zwiegespalten bin ich ob der neuen Löcher in der Brücke. Hier kann Matsch zumindest theoretisch leichter in den Bereich der Staubabstreifer gelangen als bei der vorherigen, geschlossenen Lösung. Ob sich dies allerdings tatsächlich am Ende in einem erhöhten Verschleiß niederschlägt, kann vermutlich bezweifelt werden. Bislang haben wir mit der diesbezüglich baugleichen Fox 36 auf jeden Fall keine negativen Erfahrungen gemacht.
Fazit – Fox 40 Downhill-Federgabel
Fox hat die 40 nicht neu erfunden, aber der Downhill-Federgabel viele sinnvolle Detailverbesserungen und ein neues Casting-Design verpasst: Mir hat die Federgabel im ersten Test sehr gut gefallen und mich mit einer gelungenen Kombination aus Kontrolle, Stabilität und Sensibilität überzeugt. Besonders gut hat mir dabei die effiziente, aber keineswegs harsch arbeitende Dämpfung gefallen. So fühlt sich die neue 40 wie der nächste logische Entwicklungsschritt an. Einzig, wer jetzt eine revolutionär bahnbrechend gesteigerte Performance gegenüber dem Vorgängermodell erwartet, wird vermutlich enttäuscht werden.
Wie gefällt dir die neue Fox 40? Sollen wir die Federgabel im direkten Duell gegen die neue RockShox Boxxer antreten lassen?

