Cape Epic 2026 – 1. Etappe: Pleiten, Pech & Pannen – die Fotostory
Turbulenter erster Langstreckentag beim Cape Epic 2026: Die für die Damen 70 Kilometer und für alle anderen Rennklassen 90 Kilometer umfassende Strecke rund um Montagu stellte sich aufgrund hoher Temperaturen um 35° C, sowie einer erbarmunslos ruppigen Strecke als erster mächtiger Gradmesser heraus. In der Damenkategorie bestätigten die beiden Prologsiegerinnen Candice Lill und Alessandra Keller ihre beeindruckende Vorstellung vom Vortag, bei den Herren sicherten sich im Zielsprint der Belgier Wout Alleman und der Tscheche Martin Stošek den Sieg. Die beiden Sieger der Herrenklasse des Vortages, Tristan Nortje und Matthew Beers, kämpften sich nach einem Reifendefekt und zwischenzeitlichem fast vierminütigen Rückstand zurück in die Spitzengruppe und verteidigten die Gesamtführung erfolgreich.
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Video: Highlights der 1. Etappe
Damen: Lill und Keller bauen Führung aus
Die beiden Favoritinnen bleiben das Maß der Dinge im Damenfeld: Candice Lill und Alessandra Keller vom Team Thömus Maxon Sabi Sabi setzte sich rund 70 Kilometern und rund 1.800 Höhenmetern rund um Montagu nach einer Fahrzeit von 3:01:52 Stunden souverän durch. 1:36 Minuten brachte das schweizerisch-südafrikanische Duo schlussendlich zwischen sich und das zweitplatzierte Team Buff-BH Efficient Infiniti um Roosa van Doorn und Vera Looser. Rang drei ging an die Prologzweiten Kate Courtney und Greta Seiwald mit einem Rückstand von 1:56 Minuten im Tagesklassement.
Die erste Etappe des Cape Epic 2026 startete indes mit einem Novum in der mehr als zwanzigjährigen Geschichte des Rennens: Die Fahrerinnen der Eliteklasse der Damen startete auf eine verkürzte Etappe im Vergleich zu allen anderen Rennklassen. Der Grund hierfür: Kürzere Renndistanzen sollen laut den Veranstaltern dazu beitragen, dass die Abstände zwischen Teams geringer ausfallen und somit die Spannung über das Cape Epic hinweg erhöht wird. Bei Kilometer 24 der Rennstrecke aller anderen Teilnehmerinnen und Teilnehmer ging es schließlich heute in Montagu für die Damenteams auf die Rennstrecke in der Klein Karoo-Region.
Im Renngeschehen kristallisierte sich früh ein Dreikampf an der Spitze der späteren drei erstplatzierten Teams heraus. Candice Lill und Alessandra Keller erhöhten erst am ersten längeren Anstieg des Tages spürbar das Tempo und setzten ihre ärgsten Kontrahentinnen vom Team Buff-BH Efficient Infiniti und Team She Sends Foundation unter Druck. Spätestens auf der folgenden Abfahrt, die im Streckenprofil unter dem markanten Namen „Dead Man’s Descent“ geführt wird, spielten Lill und Keller ihre ganze Klasse aus und setzten sich frühzeit rund 45 Sekunden von ihren Kontrahentinnen ab.
Während die beiden Führenden an der Spitze anschließend solo davonzogen, entwickelte sich hinter den beiden ein spannender Kampf um Rang zwei. Kate Courtney und Greta Seiwald lagen zunächst noch auf der zweiten Position, doch eine etwas unglückliche Verpflegunsstrategie brachte die beiden im letzten Renndrittel zunehmend in Schwierigkeiten. Rosa van Doorn und Vera Looser nutzten die Gunst der Stunde und überholten Courtney und Seiwald am letzten Anstieg des Tages und sicherten sich schließlich Rang zwei vor ihren beiden Kontrahentinnen.
Es war von Anfang an richtig hart, der erste Anstieg hatte es echt in sich. Aber wenn man gut in Form ist und die anderen unter Druck setzen kann, dann macht das Leiden sogar einigermaßen Spaß. Wir haben gemerkt, dass die anderen Teams nach und nach Probleme bekamen und das haben wir genutzt und einfach durchgezogen.
Mit dem zweiten Sieg am zweiten Tag bauen Alessandra Keller und Candice Lill logischerweise ihren Vorsprung in der Gesamtwertung aus und liegen nun liegen knapp drei Minuten vor Kate Courtney und Greta Seiwald, Rosa von Doorn und Vera Looser folgen mit 3:45 Minuten Rückstand im Gesamtklassement.
Ergebnisse
Tageswertung Top 3
- Thömus Maxon Sabi Sabi – Candice Lill / Alessandra Keller: 3:01:52
- Buff-BH Efficient Infiniti – Rosa van Doorn / Vera Looser: +1:36
- She Sends Foundation – Kate Courtney / Greta Seiwald: +1:56
Gesamtwertung nach der 1. Etappe Top 3
- Thömus Maxon Sabi Sabi – Candice Lill / Alessandra Keller: 3:53:16
- She Sends Foundation – Kate Courtney / Greta Seiwald: +2:53
- Buff-BH Efficient Infiniti – Rosa van Doorn / Vera Looser: +3:45
Herren: Packende Aufholjagd von Beers & Nortje
Der erste Besuch der Klein-Karoo-Region rund um Montagu seit mehr als 15 Jahren beim Cape Epic bescherte der ersten Etappe der Herrenkategorie eine Menge Drama und Spannung. Pleiten, Pech und Pannen verschiedenster Teams reihten sich aneinander – wer ungeschoren auf 90 Kilometer rund um Montagu davon kam, durfte sich glücklich schätzen. Am glücklichsten dürften sich aller Voraussicht nach die beiden Tagessieger Wout Alleman und Martin Stošek gefühlt haben: Der Belgier und der Tscheche sicherten sich nach dem turbulenten Tag den ersten Tageserfolg beim diesjährigen Cape Epic in einem packenden Sprintfinish mehrerer Teams.
Der aufgrund der hohen Temperaturen von über 35 °C um eine halbe Stunde früher beginnende Renntag in der Herrenkategorie begann zunächst eher ruhig, ehe nach rund 30 Kilometern mit dem ersten längeren Anstieg des Tages, sowie ersten Defekten das Spektakel seinen Lauf nahm. Als eines der ersten Teams mit Defektpech machte das Canyon-Duo um Luca Schwarzbauer und Sam Gaze unfreiwillig am Streckenrand – die Kette von Schwarzbauer verweigerte ihren Dienst und musste schließlich beim nächstgelegenen Verpflegungspunkt gänzlich ausgetauscht werden.
Unmittelbar nach dem Missgeschick des deutsch-neuseeländischen Duos zeigten die TV-Bilder der Live-Übertragung die beiden Prologsieger und Träger des gelben Führungstrikots, Matthew Beers und Tristan Nortje, am Streckenrand: Ein Riss im Reifen von Nortje hatte die beiden Südafrikaner abrupt zum Stoppen gebracht und eine schnelle Reparatur blieb zunächst ohne Erfolg. Mit Unterstützung ihres Landsmann Marco Joubert, der sein Hinterrad für Teamkollege Nortje opferte, gelang es den beiden – wohlgemerkt mit einem Rückstand von knapp vier Minuten – schließlich wieder die Verfolgung der Spitzenteams aufzunehmen.
Was folgte, war eine äußerst bemerkenswerte Aufholjagd: Beers, dreifacher Cape-Epic-Sieger, und der erst 24-jährige Nortje fanden schnell wieder in ihren Rhythmus und arbeiteten wieder nach vorne – Kilometer für Kilometer schrumpfte der Rückstand. Rund 15 Kilometer vor dem Ziel gelang schließlich tatsächlich der Anschluss an die Spitzengruppe – und damit war plötzlich wieder der Etappensieg und insbesondere die Verteidigung des Führungstrikot wieder in Aussicht.
Als ich realisiert habe, dass der Rückstand 3:40 Minuten beträgt, dachte ich: „Oh je, das ist ein ganz schöner Brocken“, und ich war mir nicht sicher, ob wir das noch aufholen können. Aber wir haben versucht das Tempo hoch zu halten und flüssig zu fahren – und das hat erstaunlicherweise gut funktioniert. Mit den Jahren lernt man, wie man seine Kräfte am besten einsetzt, und letztendlich war es jetzt sogar ein sehr guter Tag für uns.
Währenddessen egalisierten sich an der Spitze verschiedene Teams: Insgesamt sieben Teams erreichten letztendlich gemeinsam die letzten Anstiege des Tages: das Team Wilier-Vittoria mit Luca Braidot und Simone Avondetto, Klimatiza Orbea mit David Valero Serrano und Marc Stutzmann, das Origine-Wilier-Duo Mathis Azzaro und Juri Zanotti, Torpado Kenda FSA um Fabian Rabensteiner und Casey South, Matthew Beers und Tristan Nortje, Martin Stošek und Wout Alleman, aber auch Andreas Seewald und Jakob Hartmann vom KTM Singer Team.
Im Finale gelang es schließlich keines der Teams sich entscheidend von allen anderen abzusetzen, sodass die etwas verwinkelte Zieleinfahrt für die Entscheidung sorgen musste: Wout Alleman stürmte frühzeitig an die Spitze, sein Teampartner Martin Stošek folgte hinter Luca Braidot an dritter Position. Da im Ziel stets der langsamere der beiden Teamfahrer in die Gesamtwertung eingeht, sicherten sich Stošek und Alleman schließlich den Sieg, vor den beiden Italienern Luca Braidot und Simone Avondetto. Nur zwei Sekunden hinter den beiden erstplatzierten Teams rollten schließlich Matthew Beers und Tristan Nortje auf Rang drei über die Ziellinie.
Auf Rang vier folgte mit drei Sekunden Rückstand das Origine-Willier-Team um Mathis Azzaro und Juri Zanotte, zehn Sekunden hinter den Tagessiegern rollten schließlich David Valero und Marc Stutzmann über den Zielstrich. Rang sechs ging an Casey South und Fabian Rabensteiner und mit gut einer Minute Rückstand folgten schließlich Andreas Seewald und Jakob Hartmann auf Rang sieben. Zweitbestes Team mit deutscher Beteiligung war das Team Bergankunft um Peat Weinberg mit seinem niederländischen Teamkollegen Tim Smeenge (+2:56,9 Minuten). Luca Schwarzbauer und Sam Gaze belegten nach ihren Defekt den zwölften Rang, Martin Frey und Simon Stiebjahn vom KTM Singer Team wurden 17. Georg Egger und Lukas Baum erwischten abermals einen gebrauchten Tag: Mit fast 16 Minuten Rückstand landete die beiden Cape Epic-Sieger aus dem Jahr 2022 auf dem 27. Rang.
Ergebnisse
Tageswertung Top 3
- Buff-BH – Wout Alleman / Martin Stošek: 3:38:43
- Wilier-Vittoria – Luca Braidot / Simone Avondetto: +1 s
- Toyota Specialized Imbuko – Matthew Beers / Tristan Nortje: +2 s
Gesamtwertung nach der 1. Etappe Top 3
- Toyota Specialized Imbuko – Matthew Beers / Tristan Nortje: 4:23:23
- Wilier-Vittoria – Luca Braidot / Simone Avondetto: +4 s
- Klimatiza Orbea – David Valero Serrano / Marc Stutzmann: +20 s
Fotostory
Absa Cape Epic 2026 auf MTB-News.de
Wir berichten auch in diesem Jahr täglich ausführlich vom Absa Cape Epic – alles dazu findet ihr auf unserer Kategorie-Seite zum Cape Epic 2026. Wie gewohnt gibt’s jeden Tag große Fotostories und einem ausführlichen Bericht über die Renngeschehnisse vom Spektakel in Südafrika.
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