Fox Rampage RS Downhill-Helm im Test: Leicht & sicher – einer für alles?
Fox Rampage RS im Test: Er schützt die Köpfe einiger der größten Downhill- und Enduro-Stars und soll in Sachen Gewicht, Sicherheit und Belüftung Maßstäbe setzen – die Rede ist vom Fox Rampage RS. Seit dem kompletten Redesign im letzten Sommer hat der Fullface-Helm deutlich abgespeckt und kommt nun mit Mips Integra Split-System, GoPro-Mount und einer optionalen Visierverlängerung für Regentage. Hier gibt’s die umfangreichen Testeindrücke.
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Fox Rampage RS: Infos und Preise
Der Fox Rampage ist seit jeher einer der legendärsten Downhill-Fullface-Helme und wurde zuletzt im Sommer 2025 in einer neuen RS-Version vorgestellt. Diese ist deutlich leichter als der Vorgänger, erfüllt allerdings die bekannten NTA sowie ASTM-Normen und kommt mit Mips Integra Split-System. Fox bietet den Rampage RS in 6 Größen von XS bis XXL und inzwischen fünf verschiedenen Designs an – bei 59 cm Kopfumfang habe ich Größe L in schlichtem Mattschwarz gewählt. Mit einem Preisschild von 599 € ist der Rampage RS keineswegs günstig.
- Einsatz Downhill, Bikepark, Enduro
- Besonderheiten 250 g leichter als der Vorgänger / 6 Größen / Gopro-Mount / Clip-On Visierverlängerung / Mips Integra Split-System
- Größen XS, S, M, L, XL, XXL
- Farben/Designs Mattschwarz / Splice / Crypt / Phantom / Vision
- Zertifizierungen NTA-8776 / ASTM F1952
- Gewicht 1.073 g (Größe L, gewogen)
- Material 47 % Carbon, 18 % EPS, 17 % EPP, 9 % PA, 9 % Polyester
- www.foxracing.com
- Preis 599 € (UVP) | Bikemarkt: Fox Rampage RS kaufen
Im Detail
Im Vergleich zum Vorgänger-Modell ist der Rampage RS ähnlich wuchtig in der Breite, läuft vorne am Visier und Kinnbügel allerdings spitzer zu. Das neue Design soll nicht nur etwa 250 g Gewicht eingespart haben – unser Testhelm in Größe L bringt moderate 1.073 g auf die Waage – sondern auch für eine 5 % bessere Aerodynamik sorgen. Interessant wäre jetzt noch zu wissen, wie viel der Helm zur Aerodynamik beiträgt und welche Rolle eine korrekte Haltung des Kopfes spielt.
Neben Gewicht und Aerodynamik bewirbt Fox vor allem die neuen Sicherheits-Features. So soll der Rampage RS gültige Sicherheitsnormen übertreffen und verfügt über das Mips Integra Split-System. Dieses bietet nicht einfach die bekannte Mips-Folie, die eine gewisse Rotation des Helms auf dem Kopf erlauben soll, sondern besteht aus zwei getrennten Helmschalen, die sich aufeinander bewegen können. So sollen Rotationskräfte auf den Kopf bestmöglich reduziert werden. Stöße sollen zudem von einem 2-lagigen EPS-Schaumstoff absorbiert werden, der von einer leichten Carbon-Schale umhüllt wird. Im Inneren soll ein herausnehmbares und waschbares Ionic+-Futter mit antimikrobiellen und geruchshemmenden Eigenschaften für einen angenehmen Sitz am Kopf sorgen.
Das Visier kann in zwei Stellungen montiert werden, wobei man dafür die obere Schraube komplett entfernen und in eine andere Bohrung schrauben muss. Zudem fällt das Visier auffällig filigran aus, Fox liefert jedoch eine aufsteckbare Verlängerung für Regentage mit. Auch ein GoPro-Mount sowie natürlich eine praktische Helmtasche sind Teil des Lieferumfangs.
Auf dem Trail
Ich konnte den Fox Rampage RS-Helm bereits zwei Wochen lang im Downhill- und Enduro-Einsatz in Neuseeland tragen. Mit einem Kopfumfang von 59 cm habe ich mich für Größe L entschieden, was gut gepasst hat. Lediglich die Wangenpolster fallen zu Beginn sehr dick und straff aus, wodurch ich mir in den ersten Tagen leider mehrfach innen auf die Wange gebissen habe. Das hat sich allerdings nach einer kurzen Phase des Eintragens gegeben und nach ein paar Tagen hat der Helm sicher, aber bequem gesessen. Interessanterweise muss ich beim Halbschalen-Modell Fox Speedframe (Test) zur Größe M greifen – gründliches Anprobieren ist empfohlen!
Ich konnte vor einigen Jahren bereits den Rampage-Vorgänger testen, der mir allerdings gar nicht gepasst und zu starken Druckstellen an der Stirn geführt hat. Davon ausgehend, dass mein Kopf noch derselbe ist, hat Fox wohl etwas an der Passform verändert. Während man beim Vorgänger zudem das recht stattliche Gewicht spüren konnte, fühlt man sich mit dem Rampage RS angenehm frei und uneingeschränkt.
Die Verarbeitung des Helms wirkt insgesamt hochwertig, vor allem an der Carbon-Schale, was man bei diesem Preis jedoch auch erwarten kann. Störend fand ich hingegen das locker sitzende und klapprige Visier, was sich leider auch durch Nachziehen der Schrauben nicht beseitigen lässt. Immerhin handelt es sich um Schrauben und Gewinde aus Metall und nicht Kunststoff, wie bei einigen Mitbewerbern oder dem Speedframe. Diese haben sich im Testzeitraum auch nicht gelockert. Etwas störend war zudem, dass sich der Kinnriemen nur störrisch aufziehen lässt und ich manchmal mit beiden Händen nachhelfen musste.
Der Rampage RS wird von einigen bekannten Enduro-Profis getragen, fällt allerdings durchschnittlich gut belüftet aus und wäre nicht meine erste Wahl für eine Enduro-Tour. Zudem ist der Fox-Helm zwar nicht sonderlich schwer, aber selbst für den DH-Einsatz einfach viel Helm. Gerade im Enduro-Einsatz würde ich eher etwas Schlankeres tragen. Dafür passen auch große Goggles à la Oakley Airbrake problemlos in den Helm. Dank der sehr spürbaren Kante am Hinterkopf sitzt der Strap auch immer schön gerade, was die Style-Polizei zu würdigen weiß.
Sämtliche Polster sind mit Druckknöpfen im Helm befestigt, an einigen Stellen kommen zusätzlich Klettstreifen zum Einsatz. Sie lassen sich problemlos und ohne unnötige Fummelei zum Waschen entfernen. Bisher ist das Mips Integra Split-System zudem ziemlich geräuschlos, wobei ich nur bei bestem Wetter gefahren bin. Viele klassische Mips-Folien in Fullface-Helmen knarzen bei der Fahrt nämlich deutlich wahrnehmbar.
Im Vergleich
Den besten Vergleich habe ich zum Troy Lee Designs D4. Die Helme der Daytona-Serie passen mir schon immer sehr gut, weshalb sie meist meine Standard-Helme sind. In Sachen Passform scheint sich Fox deutlich an Troy Lee angenähert zu haben, jedenfalls sitzen beide Helme in Größe L sehr ähnlich. Nur die Wangenpolster sind am D4 etwas schlanker. Beim Nebeneinanderlegen der beiden Helme war ich sehr überrascht, dass sie von oben betrachtet fast gleich breit sind. Der Fox Rampage RS fühlt sich nämlich nach deutlich mehr Helm an. Meiner Meinung nach liegt das am recht ausufernden Kinnbügel, den man durchaus wahrnehmen kann beim Tragen.
Die Belüftung fällt bei beiden Helmen vergleichbar aus – gut, aber nicht überragend. Am D4 lässt sich das Visier freier verstellen, wobei es nur eine akzeptable Position gibt – ganz oben! Zudem setzt TLD auf Plastik-Schrauben, die beim Sturz brechen sollen, sich aber auch manchmal lockern können oder nicht gescheit greifen. Dafür lässt sich der Kinnriemen am D4 spielerisch mit einer Hand aufziehen, hakelt aber ständig beim Fox. Die Verarbeitung der beiden Helme ist auf einem Niveau, allerdings knarzt bei 3/3 D4-Helmen, die ich besessen habe, die Mips-Folie.
Fazit – Fox Rampage RS
Selten war die Auswahl an schicken, leichten und mit sinnvollen Sicherheitsfeatures ausgestatteten Fullface-Helmen so groß wie aktuell. Der Fox Rampage RS überzeugt mit seinem geringen Gewicht, der guten Verarbeitung und dem Mips Integra Split-System. Die Passform wurde im Vergleich zum Vorgänger überarbeitet und passt mir persönlich nun deutlich besser, auch wenn es immer noch eine kurze Periode zum Eintragen benötigt hat. Durch den riesigen Kinnbügel fühlt sich der Rampage RS nach viel Helm an und wäre nicht meine erste Wahl für den Enduro-Einsatz. Zudem gilt es, den sehr hohen Preis zu berücksichtigen.
Fox Rampage RS – Pro / Contra
Stärken
- geringes Gewicht
- insgesamt gute Verarbeitung
- inklusive GoPro-Mount und Visierverlängerung
Schwächen
- klapperndes Visier
- sehr hoher Preis
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Preisvergleich Fox Rampage RS
Warum MTB-News Helme nicht auf dem Prüfstand testet
Jeder Helm muss verschiedene Tests und Normen bestehen, bevor er auf dem europäischen Markt verkauft werden darf. Die Praxisrelevanz dieser Normen, bei denen die Helme nach einem standardisierten Verfahren auf einem Prüfstand getestet werden, wird teilweise kontrovers diskutiert. Um eine Verkaufserlaubnis für den europäischen Markt zu erhalten, müssen Fahrradhelme bestimmte Standards erfüllen.
Hierzulande besonders relevant ist die Prüfnorm DIN EN 1078. Bei dieser Norm fällt der Helm – inklusive Prüfkopf, dessen Masse zwischen 3,1 und 6,1 kg beträgt – zunächst aus einer Höhe von etwa 150 cm mit einer Aufprallgeschwindigkeit von 19,5 km/h auf eine Stahlplatte. Anschließend fällt der Helm aus einer Höhe von circa 110 cm auf ein dachförmiges Ziel. Die Aufprallgeschwindigkeit beträgt hier 16,5 km/h. Im Prüfkopf befindet sich ein Sensor, der die Beschleunigung misst. Liegt diese unter 250 g, gilt der Test als bestanden und die Norm ist erfüllt.
Die Hersteller der Helme kommunizieren nur, wenn der Helm den Test bestanden hat – nicht jedoch mit einem konkreten Prüfergebnis. Die schwedische Versicherung Folksam hat 2015 mit einem aufwändigen Versuchsaufbau mehrere Helme auf dem Prüfstand getestet und anschließend die Ergebnisse veröffentlicht. Studien aus dem American Football zeigen, dass Gehirnerschütterungen ab einer Einwirkung von 60 bis 100 g auftreten können. Bei einer Einwirkung von 250 g – also dem Höchstwert, den ein Helm bei der DIN EN 1078 aufweise darf – liegt ein 40-prozentiges Risiko für eine Schädelfraktur vor.
Bei unserem MTB Helm Test haben wir uns gegen einen Test auf dem Prüfstand entschieden. Dieses Thema haben wir vorab redaktionsintern diskutiert und uns dabei unter anderem folgende Fragen gestellt:
- Simuliert man auf dem Prüfstand nur die beiden Situationen, die auch für die Erfüllung der DIN EN 1078-Norm relevant sind?
- Wie relevant ist ein Aufprall aus einer Höhe von 150 cm mit einer Aufprallgeschwindigkeit von 19,5 km/h auf eine Stahlplatte für einen Trail- oder Enduro-Helm?
- Und wie relevant ist ein Aufprall aus einer Höhe von 110 cm auf ein dachförmiges Ziel für einen Trail- oder Enduro-Helm?
- Sollte man nicht auch die auf den Kopf einwirkenden Rotationskräfte messen?
- Wie simuliert man im Labor einen bei einer Trailfahrt typischen Sturz?
- Müsste man nicht mehrere Ausführungen ein und desselben Helmes auf dem Prüfstand testen, um eine Serienstreuung auszuschließen?
- Wie, wo und wann testet man?
- Wie viel Schutz bietet ein Helm, der im Labor hervorragend funktioniert, in der Praxis aber schlecht auf dem eigenen Schädel sitzt?
- Wie viele Helme müsste uns eigentlich jeder Hersteller zuschicken, damit wir jedes Modell sinnvoll im Labor und auf dem Trail testen können?
Die Antwort auf die Frage, weshalb wir die Helme nicht im Labor auf dem Prüfstand getestet haben, ist also komplexer, als man zunächst annehmen würde. Unter idealen Bedingungen hätten wir natürlich gerne jeden Helm auch hinsichtlich seiner konkreten Schutzwirkung möglichst objektiv, reliabel und valide getestet. Generell begrüßen wir es, wenn die Hersteller der Helme den Fokus vor allem auf sicherheitsrelevante Aspekte legen und würden uns eine praxisrelevante Überarbeitung der aktuell für Trail- und Enduro-Helme notwendigen DIN EN 1078 wünschen.
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