Bike der Woche powered by bike-components: Zerode Taniwha von IBC-User Staubreifen
Mit dem Zerode Tanihwa hat sich IBC-User Staubreifen seinen Traum vom Carbon-Getriebebike mit Pinion SmartShift erfüllt. Vom aufwendigen Einbau des Akkus für das Getriebe bis hin zur schicken Custom-Lackierung: In diesem Rad steckt viel Liebe für’s Detail. Wir wünschen viel Spaß mit dem Bike der Woche!
Dank bike-components als Sponsor gibt’s auch für dieses Bike der Woche einen Gutschein für bike-components.de im Wert von 50 €. Viel Spaß damit! Außerdem qualifiziert sich jedes Bike der Woche für den großen Jahresgewinn am Ende der Saison.
Bike der Woche powered by bike-components
Zerode Taniwha, Staubreifen
MTB-News.de: Hallo Staubreifen, dein ohnehin schon eher seltenes Zerode Taniwha sticht dank Custom-Lackierung und Pinion SmartShift definitiv aus der Masse heraus. Wie ist es zu deinem Bike gekommen, das wir heute als Bike der Woche vorstellen?
Mit meinem alten Eisdielenrad war ich schon länger nicht so super zufrieden, einhändig schalten und bremsen mit Eis in der Hand ist einfach zu komplex. Außerdem hatte ich beim Anhalten vor der Eisdiele immer das Problem, im falschen Gang wieder starten zu wollen, was nicht sehr souverän aussah. Pinion hat mit Pre.Selct und Start.Selct diese schwerwiegenden Probleme zum Glück restlos gelöst. Von Zerode gibt es zum Glück auch ein entsprechendes Rad aus Carbon – nur Carbon ist vor der Eisdiele legitim!
Leider passte natürlich mein Budget nicht dazu. Ich hatte die letzten Jahre immer zwei statt nur einer Kugel Eis, habe also komplett über meinen Verhältnissen gelebt. Nach etwas Warten bin ich im Gebrauchtmarkt bei einem gut benutzten, aber bezahlbaren Taniwha fündig geworden. 2020 wurde es als Rahmengröße L ausgeliefert und inzwischen wird die gleiche Größe als M verkauft. Passt also bestimmt.
Die erste Handlung war dann, alles zu zerlegen, Lack runter und neu lackieren. 2K-Sprühdosen in Verbindung mit der Lackierkabine auf Arbeit ermöglichten ein ordentliches Ergebnis. Da eine Fox Factory-Gabel oder gar eine Intend leider nicht ins Budget passten, musste eine Fox 36 Performance reichen. Günstig zu bekommen war aber nur die 160 mm-Variante. Das sind etwa 18 mm zu viel Federweg für den angedachten Einsatzzweck. Also kurzerhand den Airshaft ausgebaut, den Splint aus dem Kolben geschlagen, Kolbenstange um 18 mm mit der Säge gekürzt und neues Splintloch gebohrt. Mit dem gesparten Geld konnte ich die Gabel dann direkt mit farblich abgestimmten Fox Factory-Stickern tunen.
Die neu beschaffte Pinion C1.12i SmartShift drückte dann noch mal ordentlich aufs Budget. Aber die alte mechanische kommt dann demnächst in das noch zu bauende Lastenrad rein – konnte ich zumindest meinem Gewissen einreden. Als das neue Getriebe mit komplettem Kabelstrang und Akku zu Hause lag, kam die Erkenntnis, dass Zerode für die elektrischen Varianten noch Löcher und Halterungen vorsieht, die bei mir logischerweise nicht vorhanden waren. Zum Glück passt der Akku exakt durch das untere Steuerlager in den Rahmen und ich habe keine Angst davor, Löcher in das Unterrohr zu bohren. Schöne Idee, blöde Umsetzung. Gute vier Stunden und einiges an Nerven habe ich gebraucht, um den viel zu dicken Kabelstrang durch die eigentlich zu kleine Schaltzugdurchführung zu bekommen.
Eine 3D-gedruckte Halterung für den Akku war schnell gedruckt. Diese sollte dann elegant im Inneren des Unterrohrs versenkt und von außen mit zwei Schrauben verschraubt werden. Deutlich länger hat die sehr friemelige Umsetzung des Plans gebraucht. Am Ende dürfte ich aber den am cleansten verlegten Akku an einem Taniwha haben. (Ist es jetzt eigentlich ein Ultra-Light-Support E-Bike?)
Leider erwies sich der Wechsel von Kette zu Riemen, mit dem ein Getrieberad erst so richtig legitimiert wird, mit meiner Version der Kettenstrebe als nicht kompatibel. Auch der sehr freundliche Mitarbeiter von Zerode konnte mir da leider nicht helfen, da schon alle Umrüstungskettenstreben verkauft waren.
Die erste Testfahrt zeigte dann, dass das Tretlager noch ein gutes Stück zu hoch ist. Außerdem habe ich mir direkt im Gebüsch vor der Eisdiele die empfindlichen Hände zerkratzt. Also Dämpfer mit kürzerem Einbaumaß und Handguards angebaut. Perfekt. Für mich.
Wie ich recht schnell feststellen musste, erkennt die Eisdielen-Elite leider recht schnell, dass ich überall versucht habe, Geld zu sparen, und ohne Transmission und Kashima gibt’s leider keine Ice-Buden-Credibility. Na gut, dann halt doch ab auf die Trails, damit!
Dort funktioniert es überraschenderweise auch ziemlich gut. Es schaltet schön schnell in jeder beliebigen Situation und der Tretwiderstand stellt auch kein Problem dar. Glück im Unglück also. Lediglich die Pre.Select Funktion (automatisches Schalten passend zur Geschwindigkeit beim Coasten) kommt mit den schnellen Geschwindigkeitsänderungen auf dem Trail überhaupt nicht hinterher und lässt einen öfter ins Leere oder in einen zu schweren Gang treten, nur recht zuverlässig nicht in den richtigen. Auf den Überführungswegen durch die Stadt hingegen ist es bequem.
Worauf hast du beim Aufbau deines Bikes besonders geachtet?
Es sollten möglichst funktionale und preiswerte Teile genutzt werden, um das Budget zu schonen. Vor allem war es ein Test, um zu schauen, wie mir ein Getriebebike taugt.
Wie geht es mit deinem Bike weiter?
Erstmal abwarten, was Zerode demnächst vorstellt. Ansonsten neue Carbon-Laufräder.
Welchen Einsatzbereich hat das Bike?
Eisdiele / Trail
Was wiegt das Bike?
~16 kg
Was ist dein persönliches Highlight an deinem Bike der Woche?
Die Schaltung und die Lackierung.
Wie fährt sich das Rad?
Ich fahre am liebsten steile Trails mit vielen Kurven. Deswegen habe ich das 27,5er Vorderrad gegen ein 29er getauscht. Jetzt fährt es sich schön wendig mit viel Grip am Vorderrad. Lediglich der Lenkwinkel könnte noch etwas steiler sein, um etwas wendiger zu werden. Das ist eine Konsequenz aus dem etwas tieferen Tretlager, was mir etwas wichtiger war.
Ein oft erwähnter Vorteil von Getrieberädern, dass die ungefederte Masse am Hinterrad geringer wird und damit das Federverhalten deutlich besser wird, kann ich als Laie leider nicht so richtig stützen. Mir fehlt dazu vermutlich das Feingefühl. Es ist gegenüber dem 29″ Vorgänger aber auch nicht schlechter geworden.
Wie bist du zum Mountainbiken gekommen?
2009 wurde mein Stadtrad geklaut. Von der Versicherungssumme habe ich dann mein erstes Bike bekommen. (Später ist das dann mein Stadtrad geworden und wurde wieder geklaut.) Seitdem kann ich nicht mehr ohne.
Mountainbiken als Lifestyle / die Industrie – deine Sicht.
Ich bin immer interessiert an Neuerungen und Ideen. Ich hatte auch schon länger überlegt, am Vorderrad ein noch größeres Rad einzubauen. Aber es scheint, dass ich dazu demnächst direkt schon fertig etwas bekommen könnte. Ansonsten habe ich großes Gefallen an den neuen Click-Ventilen gefunden. Die sollten wirklich überall Standard werden. Ansonsten bin ich gespannt auf Neues.
Du und die Internet Bike Community – wann und wie bist du zu uns gekommen und was verbindest du mit der IBC?
Zusammen mit meinem ersten MTB habe ich mich hier angemeldet. So wirklich aktiv war ich aber nie. Da bin ich eher der stille Mitleser oder schaue, ob ich Lösungen zu Fragen finde.
Technische Daten: Zerode Taniwha 2020
- Rahmen
- !!Zerode Taniwha, !!2020, !!Rahmengröße L
- Gabel
- Fox 36 Performance
- Dämpfer
- Fox Float X, !!210×55
- Steuersatz
- Chris King Steuersatz
- Bremsen
- !!Shigura MT7 mit XTR M9220 Gebern
- Vorbau
- Bike Yoke Barkeeper, !!35×35
- Lenker
- Beast 760 mm
- Griffe
- ESI Griffe
- Felgen
- Bontrager Line 30, DT Swiss 1520
- Reifen
- Continental Argotal, Continental Kryptotal
- Kurbel + Innenlager
- Pinion
- Kettenblatt / Kettenblätter
- Pinion
- Schalthebel
- Pinion TE1
- Schaltwerk
- Pinion C1.12i smartshift
- Pedale
- Crankbrothers Stamp 1
- Sattel
- SQlab 611
- Sattelstütze
- Bike Yoke Revive, !!213 mm
- Sonstiges
- !!Der Airshaft der Gabel wurde aus Kostengründen mit einer Handsäge von 160 mm auf 142 mm gekürzt. Ein neuer Airshaft kostet einfach zu viel. Der Dämpfer hat eigentlich das falsche Einbaumaß, !!aber um das Tretlager tiefer zu bekommen und mit dem Federweg der Gabel zusammen zu passen, !!kam ein kürzerer Dämpfer mit weniger Hub rein. Der Rahmen ist eigentlich nicht für Pinion mit smartshift vorbereitet, !!deswegen mussten für den Akku fachmännisch einige Löcher gebohrt werden.
Über das Bike der Woche
Ihr habt auch ein Bike, das sich bestens in die ehrenhafte Riege der „Bikes der Woche“ einfügen kann? Dann lest euch die Regeln für folgendes Album durch und ladet ein Bild in selbiges hoch. Viel Erfolg! Die Regeln: So wird dein Bike „Bike der Woche powered by bike-components“
Das Album findet ihr hier: mtb-news.de/s/55943.
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