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Enduro World Cup – Blog von Christian Textor: Ein australischer Enduro-Star – Rennbericht aus Derby

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Am vergangenen Wochenende stand nach nur einer Woche Pause direkt der zweite Enduro World Cup der Saison an. Auf Maydena in Tasmanien folgte Derby – ein etwa 300 km entfernt gelegener Ort voller Mountainbike-Enthusiasten. YT-Teamfahrer Christian Textor berichtet in seinem Blog hautnah von seinen Erlebnissen auf der anderen Seite der Welt.

Derby … ein komplett anderes Rennen als Maydena. Die Location hat deutlich weniger Höhenmeter und keine Shuttles – dazu ein ganz, ganz anderer Untergrund mit vielen Steinplatten, wie man auf Fotos und Videos ja gut sehen konnte. Die Steine sind allerdings ziemlich griffig. Nach der ersten Runde des Enduro World Cups, in der die Ergebnisse ja ziemlich durcheinander waren, war es echt spannend, in das nächste Rennen zu starten. Am Trainingstag hat es leider volle Lotte durchgeregnet – wir waren 7 Stunden lang komplett bei Regen unterwegs. Trotzdem hatten wir eine gute Zeit, wobei man schon gemerkt hat, dass es ganz schön tretlastig wird, mit vielen flachen Stages. Es gibt vor Ort einfach nicht so viele Höhenmeter, was bei vielen Teilnehmern natürlich nicht gerade für das höchste Begeisterungs-Level gesorgt hat. Im schlammigen Training war das ziemlich mies – es wurde sogar diskutiert, ob eine Stage, die unten besonders tief und schlammig war, abgesagt wird.

# In Derby gibt es keinen Shuttle, dafür aber viele Tretstücke - am Trainingstag schüttete es auch noch wie aus Eimern, sodass die Racer 7 Stunden lang durch den Regen fahren mussten.
Diashow: Enduro World Cup – Blog von Christian Textor: Ein australischer Enduro-Star – Rennbericht aus Derby
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# Das Trikot wirkt gut saturiert …
# … die Strecke auch.
# Auch bei Dauer-Regen bleibt noch Laune für etwas Style.
# 20230330 EDR Derby Z4A4683

Zum Glück hatten wir einen Tag frei, an dem die Open-Klasse gefahren ist, und zum Finale waren die Strecken dann perfekt. Hier und da war es im Wald immer noch etwas glitschig und die grelle Sonne hat für etwas schwierige Licht-Schatten-Wechsel gesorgt. Alles in allem waren es jedoch sehr gute Bedingungen für ein Rennen. Derby hat zudem einfach besondere Vibes, wegen der krassen Zuschauer. Man merkt, dass jede einzelne Person begeistert ist, dass ein Fahrrad-Rennen stattfindet – der ganze Ort lebt einfach davon und dafür. Das macht das Rennen ziemlich besonders und war auch richtig cool. Dank Moi Moi TV (dem YouTube-Kanal von Texis Team-Kollegen Jack Moir, Anm. d. Red.) habe ich in Australien wohl eine größere Fanbase als in Deutschland und das war ziemlich überwältigend – wie viele Leute einen angefeuert und gefeiert haben. Beim Hochfahren wurde mir immer zugerufen „Hey, Texi!“ oder „big Chris“ – also Shoutout an Moi Moi TV.

# 20230401 EDR Derby H8A2635
# Nach der Dauer-Dusche im Training …
# … braucht das Arbeitsgerät etwas Liebe.
# Sonne am Renntag bedeutete trockene Felsen, aber auch harte Licht-Schatten-Wechsel.

Leider hatte ich physisch etwas Probleme und an dem Tag einfach keine Fitness. Dadurch habe ich auf den Pedalier-Stages ganz schön gestruggled, obwohl ich echt alles gegeben habe, was drin war. Ich war auf diesen Stages ziemlich abgeschlagen von meiner sonstigen Pace im Rennen, obwohl ich eigentlich nicht so ein Problem mit Tret-Stages habe. Das war komisch und schade, dabei habe ich einfach viel Zeit verloren. In Derby hat man vor allem beim Treten Zeit gemacht und konnte das in den technischen Segmenten nicht unbedingt umdrehen. Nichtsdestotrotz war ich auf zwei Downhill-lastigeren Stages super stark und konnte mich dort in den Top20 platzieren. Da habe ich dann auch gemerkt, dass ich so fahren konnte, wie ich es von mir erwarte. Meine Probleme aus Maydena, wo ich einfach nicht frei fahren konnten, waren also weg und das war richtig cool.

# Such den Texi!
# 20230401 EDR Derby Z4A1872
# 20230401 EDR Derby Z4A3660

Natürlich wäre ich gerne stärker auf den Tret-Stages gewesen, muss aber unterm Strich sagen, dass ich mit meinem 28. Platz happy bin. Ein großes Plus, das ich mit nach Hause nehme, ist, dass meine Pace bergab wiedergekommen ist und dass ich auf dem Level fahren kann, auf dem ich zuletzt auch war. Es war ein harter Tag, der aber Spaß gemacht hat, wobei ich mich jetzt freue, zurück zu meiner Familie zu reisen. Für Enduro-Deutschland lief es auch richtig gut: Torben Drach war mega stark – der ist aber auch eine Maschine auf seinen Hufen – und hat einfach richtig performt. Mit ihm in den Top 30 ist das natürlich ein super Ergebnis für uns als Herren. Ich glaube, das wird dieses Jahr noch richtig gut und hoffe, dass wir uns gegenseitig pushen können, um weiter nach vorne zu fahren. Auch Raphaela Richter hat gut abgeschnitten: Sie ist morgens auf einer Tret-Stage gestürzt, hat dann aber richtig gute Top10-Stages gefahren und war am Ende Achte.

# Derby ist nicht nur für seine felsigen Trails, sondern auch die super enthusiastischen Fans bekannt.

Für uns als Team lief es auch gut. Jack Moir hatte leider einen Steher, war sonst aber die ganze Zeit knapp am Podium dran. Nach nur 2 Wochen auf dem Rad – er war vorher verletzt – ist das echt stark. Das YT Mob-Team an sich funktioniert super, wir haben einen guten Vibe und sind schon eine super Gang. Für Enduro-Deutschland ist das auch ein Meilenstein, einen weiteren deutschen Hersteller mit eigenem Factory-Team im Rennzirkus zu haben, mit mir als Fahrer. Ich hoffe, dass das auch die nachrückenden Fahrer motiviert, zu sehen, was alles möglich ist, wenn man nur richtig Gas gibt.

# Gute Vibes im YT Mob-Team.
# Dank Teamkollege Jack Moir ist Texi in Australien ein richtiger Enduro-Star.

Jetzt steht erst einmal eine kleine Pause an, während der wir noch mal an einigen Kleinigkeiten arbeiten können, bevor es dann in Europa losgeht. Zu Hause steige ich erst mal zwei Wochen in meine Arbeitsstiefel, bevor es dann vollgas zurück ins Training geht.

Habt ihr Fragen an Texi oder zu seinem Bike? Postet sie in die Kommentare – wir leiten sie weiter und versuchen, sie im nächsten Blog zu beantworten!


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Bilder: Rick Schubert / Isaac Paddock

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