XC World Cup 2022 – Andorra: Ergebnisse der XC-Rennen
Finaltag in den Pyrenäen! Am heutigen Sonntag gehen in der Höhe von Vallnord die XC-Wettkämpfe über die Bühne. Wer hat sich in Zwergstaat die Krone im Cross Country aufgesetzt? Hier gibt es alle Ergebnisse. Der Artikel wird laufend aktualisiert.
Herren: Luca Braidot wiederholt Lenzerheide-Erfolg
Auch wenn das finale Drama beim sechsten Weltcuplauf der Saison in Andorra nicht gänzlich so stark ausfiel wie eine Woche zuvor als die beiden Schweizer Nino Schurter und Mathias Flückiger auf den letzten Metern vor dem Ziel stürzten und sich somit gegenseitig die Chance nahmen vor heimischem Publikum zu triumphieren, boten die schnellsten Herren im Feld der Cross-Country-Stars heuer ein abermals äußerst packendes Spektakel: Wie bereits eine Woche zuvor war der Italiener Luca Braidot Nutznießer eines Missgeschicks eines anderen Fahrers und jubelte letztlich über den Sieg, auf den Positionen zwei und drei folgten der Spanier David Valero und der Weltmeister Nino Schurter. Mitfavorit Mathias Flückiger konnte krankheitsbedingt nicht starten.
Unter dem Einfluss der enorm heißen und stauben Bedingungen und der dünnen Luft auf knapp 2.000 Metern in Andorra entwickelte sich bereits unmittelbar nach dem Start ein packender Kampf um die Positionen an der Spitze. Zunächst konnte sich der inzwischen hauptsächlich auf der Straße aktive Victor Koretzky vom Rest der Konkurrenz absetzen und schien bereits auf dem besten Wege eine Soloflucht zu starten. Doch eine dreiköpfige Verfolgergruppe bestehend aus dem späteren Sieger Luca Braidot, dem Rumänen Vlad Dascalu und dem Franzosen Jordan Sarrou konnte noch im ersten Umlauf aufschließen und bestimmte schließlich in den folgenden Runden das Tempo an der Spitze. In der dritten Runde schaffte zudem der Spanier David Valero noch den Anschluss an die Spitzengruppe, sodass über weite Strecken des Rennens fünf Fahrer an der Spitze das Geschehen dominierten.
Je länger die Konkurrenz schließlich dauerte, desto turbulenter wurden die Ereignisse an der Spitze: Victor Koretzky musste seinem hohen Anfangstempo Tribut zollen und verlor den Anschluss, von hinten prischte sich zeitgleich eine Verfolgergruppe um den Weltmeister Nino Schurter Stück für Stück heran. Der Unglücksrabe des vergangenen Rennens in Lenzerheide hatte insbesondere in der ersten Rennhälfte sichtbare Probleme mit den Bedingungen vor Ort und fand erst im Verlauf des Rennens zu gewohnter Stärke zurück.
Kurz vor dem Beginn der letzten Runde schaffte Schurter schließlich den Anschluss an die Spitze mit einem knappen Abstand von wenigen Sekunden, ehe der Rumäne Vlad Dascalu zu einer entscheidenden Attacke blies. Dascalu sprengte das Spitzenquartett und schien auf dem besten Wege zu sein, nach mehreren Podestplätzen in diesem Jahr seinen ersten Weltcupsieg in seiner Karriere einfahren zu könnne. Doch Dascalu blieb nach einem schweren Sturz in Lenzerheide auch in Andorra nicht vom Unglück verschont und verzeichnete einen Schaltungsdefekt, der ihn schließlich vom ersten auf den vierten Rang zurückspülte. An der Spitze war es dann Luca Braidot, der sich als stärkster Verfolger von Dascalu an die Spitze setzen konnte und letztlich mit 10 Sekunden Vorsprung vor David Valero zum Sieg fahren konnte. Nino Schurter hatte nach seinem Anschluss an die Spitze der Attacke von Dascalu nichts mehr entgegenzusetzen und musste letztlich mit Rang drei Vorlieb nehmen. Dascalu belegte nach seinem Hinterrad-Malheur Rang vier, vor Jordan Sarrou auf Rang fünf.
Der deutsche Vize-Meister Luca Schwarzbauer fuhr etwas überraschend ein sehr konstantes Rennen und konnte sich zum zweiten Mal in dieser Saison unter den besten zehn Fahrern der Weltelite platzieren. Ohne Vorbereitung in der Höhe war Schwarzbauer von Beginn des Rennens an permanent in der Verfolgung der Spitzengruppe vertreten, letztlich landete der junge Deutsche mit 1:19 Minuten Rückstand auf dem neunten Rang. Als zweitbester deutscher Fahrer überquerte Cape Epic-Sieger Georg Egger den Zielstrich auf dem 24. Rang.
Ergebnisse Herren
valn_xco_me_results_yWeltcupgesamtstand Herren
valn_xco_me_standingsDamen: Terpstra holt sich ihren zweiten Weltcupsieg
Anne Terpstra hat sich ihren zweiten World Cup-Erfolg gesichert. Die Niederländerin triumphierte, wie bereits 2019, in der Höhe von Andorra vor Mona Mitterwallner und der überraschend stark auffahrenden Ramona Forchini.
Anne Terpstra hat den Weltcup in Vallnord hochverdient für sich entschieden. Die Ghost-Fahrerin setzte sich bereits in der ersten Runde an die Spitze und hielt das Tempo von Beginn an her sehr hoch. Lediglich Rebecca McConnell konnte der 31-Jährigen folgen, doch die Australierin verabschiedete sich durch einen Hinterraddefekt früh aus dem Kampf um die Podiumsplätze – ein weiterer Plattfuß sowie ein zusätzlicher Sturz sorgten dafür, dass die Weltcupgesamtführende heute nicht über Rang 21 hinauskam.
Nach dem Malheur von McConnell war der Weg einer einsamen Solofahrt von Anne Terpstra geebnet. Die Niederländerin fuhr kontrolliert und äußerst souverän an der Spitze und feierte nach 1:15 Stunden äußerst verdient ihren zweiten Weltcuperfolg. Dahinter gab es aus österreichischer Sicht Grund zum Jubeln: Mona Mitterwallner arbeitete sich von Rang 18, den sie nach der ersten Runde innehatte, Stück für Stück nach vorne und belohnte sich mit ihrem besten Karriereresultat im World Cup.
Dritte wurde indes Ramona Forchini, die für eine faustdicke Überraschung sorgte: Die Schweizerin biss sich früh in den Top 10 fest und arbeitete sich sukzessive in Richtung Podium. Vierte wurde Laura Stigger vor Caroline Bohé.
Aus deutscher Sicht zeigte Leonie Daubermann ein solides Rennen und wurde 17. Die KTM-Fahrerin kam dabei jedoch auch nicht ganz sturzfrei durchs Rennen. Nadine Rieder wurde währenddessen 36.
Ergebnisse Damen
valn_xco_we_analysis_xWeltcupgesamtstand Damen
valn_xco_we_standingsU23-Herren: Carter Woods oben auf
Der Kanadier Carter Woods hat den sechsen XC-Weltcup des Jahres für sich entschieden. Der Norco-Fahrer durchbrach damit auch die Siegesserie des Weltmeisters Martin Vidaurre, der in der Höhe von Andorra lediglich auf Platz acht in Ziel kam. Hinter Woods landeten Luca Martin und Riley Amos auf den Rängen zwei und drei.
Zu Beginn stellte sich ein gewohntes Bild ein: Martin Vidaurre-Kossmann drückte früh aufs Gaspedal und zog eine Reihe an Top-Fahrern hinter sich hier. Der Chilene zeigte sich zwar vermehrt an der Spitze, konnte seine Mitstreiter Carter Woods und Riley Amos aber nicht wirklich abschütteln. Danach ging es für den Lexware-Piloten aber nicht weiter nach vorne, sondern genau genommen in die entgegengesetzte Richtung – Vidaurre fiel zurück bis auf Platz acht.
An der Spitze löste sich in der vorletzten Runde Carter Woods von seinen Verfolgern und fuhr anschließend souverän zum Sieg. Auf Platz zwei folgte Luca Martin, der sich nach einem suboptimalen Start sukzessive nach vorne arbeitete und mit dem Podiumsrang belohnte. Dritter wurde am Ende der Trek-Fahrer Riley Amos.
Bester Deutscher war am Ende Lennart-Jan Krayer auf Rang 30.
Ergebnisse U23-Herren
valn_xco_mu_resultsWeltcupgesamtstand U23-Herren
valn_xco_mu_standings_xU23-Damen: Line Burquier sorgt wieder für klare Verhältnisse
Nachdem Line Burquier vergangene Woche in Lenzerheide sich erstmals 2022 im Weltcup geschlagen geben musste, stellte die Französin in Andorra nun die altbekannte Rangordnung wieder her. Die Canyon-Fahrerin siegte mit 36 Sekunden vor Ronja Blöchlinger und Puck Pieterse.
Das Rennen der U23-Damen war eine eindeutige Angelegenheit für die Weltcupgesamtführende Line Burquier. Die Französin hielt sich in der ersten Runde noch etwas zurück und ging mit sechs weiteren Fahrerinnen gemeinsam in den zweiten Umlauf. Dort drehte die 19-Jährige aber erstmals am Gashahn und zog der Konkurrenz direkt davon. Blöchlinger und Pieterse folgten zunächst mit einem Abstand von etwas mehr als 30 Sekunden, mussten sich fortan aber auf den Kampf um Platz zwei konzentrieren.
Burquier fuhr schließlich souverän zu ihrem fünften Weltcupsieg, während sich Blöchlinger in der letzten Runde gegen Puck Pieterse durchsetzte. Beste deutsche Nachwuchsdame war schließlich Kira Böhm auf Rang 13, Finja Lipp wurde auf 15 notiert.
Ergebnisse U23-Damen
valn_xco_wu_resultsWeltcupgesamtstand U23-Damen
valn_xco_wu_standings_xWas sprecht ihr zu den XC-Ergebnissen vom Weltcup in Andorra?
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