XC World Cup 2021 – Albstadt: Ergebnisse und Rennberichte der Eliterennen
Der erste Weltcup der Saison liegt hinter uns. Das Albstädter Bullentäle war am heutigen Sonntag Schauplatz spannender und spektakulärer Wettkämpfe. Hier gibt’s alle Ergebnisse sowie Berichte vom Damen- und Herrenrennen. Der Artikel wird laufend aktualisiert.
Damen: Lecomte in eigener Liga
Die Französin Loana Lecomte hat in beeindruckender Art und Weise den Cross Country-Weltcup in Albstadt gewonnen. Die amtierende U23-Weltmeisterin verwies ihre Landsfrau Pauline Ferrand-Prévot auf den zweiten Platz, die vor der überraschend starken Haley Batten ins Ziel einfuhr. Beste deutsche Fahrerin war die Lokalmatadorin Ronja Eibl auf Rang 22.
Die Leistungsdichte im Damenfeld wurde im Vorfeld des Rennens als besonders hoch eingestuft. Die Experten räumen zwar Loana Lecomte und Pauline Ferrand-Prévot die größten Siegchancen ein, doch zu 100 Prozent wollte sich im Vorfeld des Weltcupauftakts niemand auf eine klare Favoritin festlegen. Mit Spannung wurde also das erste Aufeinandertreffen der Top-Stars erwartet, doch im Grunde genommen war davon im Damenrennen nur wenig zu sehen – zu stark präsentierten sich die beiden Französinnen an der Spitze des Feldes.
Schon in der Startrunde löste sich die etatmäßige U23-Fahrerin vom Rest des Feldes und brachte schon nach 2,8 Kilometern stolze 18 Sekunden zwischen sich und ihre Verfolgerinnen. Von nun an wurde das Rennen zur One-Woman-Show der 21-Jährigen. Lecomte baute ihren Vorsprung weiter aus und zauberte dreimal in Folge die schnellste Rundenzeit ins Bullentäle. Bei der vorletzten Zieldurchfahrt betrug ihr Abstand auf Ferrand-Prévot über eine Minute, sodass die Französin im letzten Umlauf sogar etwas die Beine hochnehmen konnte.
Doch die Taktik Lecomtes sah es gar nicht vor so schnell zu enteilen: „Ich hatte keinen richtigen Rennplan, ich wollte einfach so schnell es geht Radfahren! Nach meinen Erfolgen im Vorjahr wusste ich, dass ich vorne mitfahren kann und habe im Winter im Training an einigen Stellschrauben nochmal gearbeitet. Ich bin sehr glücklich über den Sieg heute“, so die junge Französin.
Ihre Landsfrau Pauline Ferrand-Prévot landete auf Rang zwei und war mit dem Ergebnis alles andere als unzufrieden. „Auch wenn viele von mir den Sieg erwartet haben, ist es immer noch ein zweiter Platz und ich habe die Gesamtweltcupführung inne“, zeigte sich die amtierende Weltmeisterin sichtlich zufrieden mit ihrem Rennen und ergänzte: „Ich erwischte nicht den besten Start und war zu weit hinten als Loana an der Spitze davon zog. Ich war insgesamt etwas unaufmerksam zu Beginn des Rennens und es war schwierig am Anfang Plätze gutzumachen. Ich habe dann einfach versucht meinen eigenen Rhythmus zu finden und mein eigenes Rennen zu fahren. Es war super hart, weil ich mich heute einfach nicht perfekt gefühlt habe – das macht sich auf dieser schweren Strecke doppelt bemerkbar.“
Für die größte Überraschung des Tages sorgte Haley Batten. Die US-Amerikanerin fuhr ein famoses Rennen, lag nach der Startloop noch auf Platz 15, arbeitete sich aber rasch nach vorne und belohnte diesen couragierten Auftakt mit ihrem ersten Weltcuppodium. „Ich ging ohne große Erwartungen in das Rennen. Ich war bereits super happy, dass ich mich im Short Track für die zweite Startreihe qualifizieren konnte. Ich wollte einfach ein cleveres und starkes Rennen fahren, das habe ich umgesetzt und bin natürlich überglücklich wie es gelaufen ist. Ich hatte einen soliden Start und habe mich dann stetig nach vorne gearbeitet.“
Beste deutsche Fahrerin wurde am Ende Ronja Eibl auf Platz 22. Die U23.Gesamtweltcupsiegerin des Jahres 2019 erwischte einen super Start und überquerte bei der ersten Durchfahrt als Elfte das Ziel. Anschließend lief es allerdings nicht mehr rund für die Fahrerin des Alpecin-Fenix Teams. „Ich hatte einen guten Start, glaube aber nicht, dass ich zu schnell losgefahren bin. Ich hatte dann einfach Probleme mit dem Kreislauf. Mir wurde es extrem heiß und ich hatte im ganzen Körper ein komisches Kribbeln. Aber es war allgemein etwas komisch. Ich war heute Morgen extrem aufgeregt und habe mich nicht gut gefühlt. Am Start ging es dann, aber danach wurde es eben wieder schlechter. Im Rennen war es dann auch schwer vom Kopf her. Ich wurde von zig Fahrerinnen überholt und konnte mich dann zeitweise auch nicht mehr pushen“, beschreibt die junge Deutsche ihre Rennsituation. Am Ende ging es wieder etwas aufwärts für Eibl, sodass die Top 20 nur knapp verpasste. „Ich bin schon enttäuscht von dem Ergebnis. Ein großes Ziel war es in die Top 15 zu fahren, vielleicht sogar in die Top 10. Die Strecke liegt mir eigentlich richtig, deshalb ist das schon schade.“
Zwei Plätze hinter Eibl überquerte die deutsche Meisterin Elisabeth Brandau die Ziellinie. „Ich bin einfach tot. Das Rennen war extrem hart. Ich hatte keinen guten Start. Ich glaube, ich habe da einfach zu viel Schiss und kann die Ellenbogen nicht ausfahren. Danach ging es dann darum alles rauszuholen, was ich konnte. Das hat dann auch geklappt. Mit dem Ergebnis muss ich zufrieden sein“, so Brandau.
Ein weiteres starkes Resultat erzielte Nina Benz. Die 23-Jährige wurde in ihrem ersten Elite-Weltcup 29 und war dementsprechend überglücklich mit ihrem Rennen: „Es ist mega! Top 30 in meinem ersten Elite-Weltcup. Ich wusste nicht genau wo ich stehe und es war für mich schwer einzuschätzen, was möglich ist. Das lag einerseits an der Startposition und andererseits daran, dass es mein erster Elite-Weltcup war. Ich hatte deshalb auch etwas Respekt vor der Startphase und habe mich da aus allem rausgehalten. Ich bin dann einfach mein Tempo gefahren und es ging super nach vorne. Ich hatte allerdings etwas Probleme mit der Hitze. Die Temperaturänderungen während des Wochenendes waren extrem.“
Ergebnisse
Damen
albs_xco_we_resultsHättet ihr mit diesen Ergebnissen gerechnet?
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