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Cannondale Scalpel im Test: Neue Messer schneiden gut

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Cannondale Scalpel im Test: Der Name scheint Programm zu sein – mit einem innovativen Ansatz präsentierte die amerikanische Traditionsfirma Cannondale vor wenigen Monaten ein messerscharfes Gefährt für die Cross-Country-Rennstrecken dieser Welt – das Cannondale Scalpel. Ein komplett neu entwickelter Rahmen mit einer radikal veränderten Geometrie soll die Antwort sein auf die aktuellen Trends in der Szene. 100 mm Federweg, gezähmt von Lefty und flexenden Kettenstreben, treffen auf clevere Detaillösungen und ein Rahmengewicht von unter zwei Kilogramm. Wie schlägt sich das neuartige Konzept in der Praxis?

Steckbrief: Cannondale Scalpel

EinsatzbereichCross Country
Federweg100 mm/100 mm
Laufradgröße29ʺ
RahmenmaterialCarbon
Gewicht (o. Pedale)10,2 kg
RahmengrößenS, M, L, XL (im Test: XL)
Websitewww.cannondale.com
Preis: 7.999 Euro

Seit vielen Jahren sind die Scalpel-Modelle von Cannondale aus dem World Cup-Zirkus nicht wegzudenken. Ob Manuel Fumic, Marco Fontana oder Henrique Avancini – Cannondale-Fahrer prägten mit ihrem Auftreten und ihren dazugehörigen Rädern die Rennszene wie kaum ein anderes Team. Und auch das neue Cannondale Scalpel soll die Rennszene in besonderer Art und Weise beeinflussen: Mit einer äußerst progressiven Geometrie, FlexStay-Kettenstreben, die einen Horst-Link-Drehpunkt imitieren, und einem geringen Rahmengewicht von 1.910 Gramm (in Rahmengröße M) gilt das neue Scalpel als Vorreiterbeispiel für die aktuellen Trends im Cross-Country-Bereich.

Das Renngefährt soll laut den Entwicklern leichter, effizienter und vor allem deutlich schneller als alle vorherigen Varianten des Race-Fully-Klassikers sein. Im Gesamtpaket mit der außergewöhnlichen Lefty Ocho-Federgabel hat das neue Cannondale Scalpel die eindeutige Zielsetzung, die Podien bei Cross-Country-Rennen rund um den Globus zu erklimmen.

# Cannondale Scalpel Hi-MOD 1 - 100 mm/100 mm Federweg, Shimano XTR-/XT-Austattung, 10,2 kg
Diashow: Cannondale Scalpel im Test: Neue Messer schneiden gut
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Geometrie

Die Tendenz langer und flacher Geometrien macht auch nicht vor dem Cross-Country-Zirkus Halt: Eine der wesentlichen Veränderungen des neuen Scalpels im Vergleich zum Vorgängermodell betrifft die Geometrie, die durch einen deutlich flacheren Lenkwinkel von nun 68° und einem längeren Reach (etwa 10 Millimeter mehr) diesem Trend folgt. Im Zusammenspiel mit einem verhältnismäßig langen Gabel-Offset der Lefty Ocho von 55 mm entsteht ein Radstand (1.175 mm bei Rahmengröße L), der mehr an ein Trailbike als ein Cross-Country-Gefährt erinnert.

Um eine nicht allzu gestreckte Position auf dem Rad zu erreichen, wurde der Sitzwinkel des Scalpels um 1° im Vergleich zum Vorgängermodell angehoben und bewegt sich mit einem Wert von 74,5° in einem Bereich, der für Cross-Country-Bikes dieser Art als gängig bezeichnet werden kann. Die Länge der Kettenstreben wurde darüber hinaus um einen Millimeter auf 436 mm erhöht: Nicht nur im Trail- und Enduro-Bereich haben sich Längen um diesen Wert als ein vernünftiger Kompromiss aus einem agilen Fahrverhalten und einem hohen Maß an Traktion auf dem Trail etablieren können.

Rahmengröße S M L XL
Laufradgröße 29″ 29″ 29″ 29″
Federweg (hinten) 100 mm 100 mm 100 mm 100 mm
Federweg (vorn) 100 mm 100 mm 100 mm 100 mm
Sitzrohr 430 mm 440 mm 480 mm 520 mm
Überstandshöhe 743 mm 745 mm 745 mm 748 mm
Radstand 1.128 mm 1.151 mm 1.175 mm 1.199 mm
Lenkwinkel 68° 68° 68° 68°
Tretlagerhöhe 331 mm 331 mm 331 mm 331 mm
Tretlagerabsenkung 40 mm 40 mm 40 mm 40 mm
Sitzwinkel, effektiv 74,5° 74,5° 74,5° 74,5°
Steuerrohr 95 mm 105 mm 115 mm 125 mm
Gabel-Offset 55 mm 55 mm 55 mm 55 mm
Kettenstreben 436 mm 436 mm 436 mm 436 mm
Oberrohr 576 mm 599 mm 622 mm 644 mm
Reach 415 mm 435 mm 455 mm 475 mm
Stack 582 mm 591 mm 601 mm 610 mm
STR 1,40 1,36 1,32 1,28
# „Lang und flach“ lautet das Motto beim neuen Scalpel - die Trends eines flacheren Lenk- sowie steileren Sitzwinkels und längeren Reachs erbt das Scalpel in gewisser Weise aus dem Trailbike-Segment.

Ausstattung

Als echte Sensation im Jahr 1999 vorgestellt, avancierten die Lefty-Federgabeln von Cannondale zum größten Wiedererkennungsmerkmal der amerikanischen Bikeschmiede und gelten noch heute als die wohl meistdiskutierten Federgabeln auf dem Markt. Ein Cross-Country-Rad aus dem Hause Cannondale ohne Lefty? Unvorstellbar! Und so setzen die Amerikaner auch beim neuen Race-Fully Scalpel auf die hauseigene Gabel im extravaganten Look. Die 2018 vollständig überarbeitete Lefty Ocho in der leichten Carbon-Version bildet beim getesteten Scalpel Hi-MOD 1-Modell mit einem Fox Float DPS-Dämpfer das Fahrwerk, welches, typisch für Cross-Country-Bikes, mittels eines Remote-Hebels vom Lenker aus blockiert, beziehungsweise geöffnet werden kann.

Ein Cross-Country-Rad aus dem Hause Cannondale ohne Lefty? Unvorstellbar!

Die weitere Ausstattung des getesteten Hi-MOD 1-Modells lehnt sich in weiten Teilen an die Ausrüstung der Cannondale Factory-Mannschaft um den deutschen Vorzeigefahrer Manuel Fumic an: Antrieb und Bremsen stammen von Shimanos 1×12-Topgruppen XT und XTR, die Sattelstütze vom Leichtbauspezialisten Enve, Reifen aus der Cross-Country-Sparte von Schwalbe und der Sattel von Prologo. Bei den Laufrädern setzen die Produktmanager auf hauseigene Carbon-Felgen, die Naben bestehen aus einer leichten und langlebigen DT Swiss-Hinterradnabe sowie einer selbst entwickelten, mit der Lefty-Federgabel kompatiblen Vorderradnabe. Die weiteren Anbauteile – ein Carbon-Lenker ohne Rise und der Aluminium-Vorbau mit einer Neigung von 7° – stammen ebenfalls aus eigener Entwicklung.

Darüber hinaus haben sich die Entwickler von Cannondale zwei zusätzliche Features einfallen lassen, die das Rad für Kunden interessanter machen sollen. Das Stash-Fach, das unterhalb des Flaschenhalters am Unterrohr angebracht ist, wird mit einem speziell angepassten Minitool und einem Dynaplug-Werkzeug zum Reparieren von Tubeless-Plattfüßen bestückt. Das Minitool wird dabei geschickt versteckt und kann dank eines speziell ausgeformten und gut erreichbaren Gummi-Griffs im Ernstfall schnell und einfach herausgezogen werden. Zudem befindet sich am Stash-Fach ein weiteres dickes Gummiband, welches das Fixieren von CO2-Kartuschen ermöglicht. Als zweites zusätzliches Gimmick verbaut Cannondale vom Werk aus einen am Laufrad montierten Sensor zur Aufzeichnung von Fahrdaten wie Geschwindigkeit, Fahrstrecke und Fahrzeit. Dieser ist ANT+-fähig und damit mit verschiedenen Fahrradcomputern kompatibel.

  • Federgabel Cannondale Lefty Ocho Carbon Remote (100 mm)
  • Dämpfer Fox Float DPS Factory Remote (100 mm)
  • Antrieb Shimano XT/XTR
  • Bremsen Shimano XTR
  • Laufräder Cannondale HollowGram 25-Felgen / Lefty 60- und DT-Nabe
  • Reifen Schwalbe Racing Ray 2,25″ / Schalbe Racing Ralph 2,25″
  • Cockpit Cannondale 1 Flat (760 mm) / Cannondale 1 (80 mm)
  • Sattelstütze Enve Carbon

Mit der Bitte um Beachtung: Angesichts der Mehrwertsteuersenkung im Jahr 2020 in Deutschland können die aufgeführten Preise von zukünftigen Preisen abweichen.
Cannondale ScalpelCarbon 4Carbon Women's 2Carbon 3Carbon 2Carbon LTDHi-MOD 1Hi-MOD Ultimate
RahmenmaterialCarbonCarbonCarbonCarbonCarbonCarbonCarbon
FedergabelFox Float RhythmLefty Ocho CarbonLefty OchoLefty OchoLefty OchoLefty Ocho CarbonLefty Ocho Carbon
DämpferFox Float DPS Performance EliteFox Float DPS Performance EliteFox Float DPS Performance EliteFox Float DPS Performance EliteFox Float DPS Performance EliteFox Float DPS FactoryFox Float DPS Factory
VorbauCannondale 3, AlloyCannondale 2 AlloyCannondale 3, AlloyCannondale 1, AlloyCannondale 1, AlloyCannondale 1, AlloyCannondale 1, Alloy
LenkerCannondale 2 Flat, AlloyCannondale 2 Flat, AlloyCannondale 2 Flat, AlloyCannondale 2 Flat, AlloyCannondale 1 Flat, CarbonCannondale 1 Flat, CarbonENVE M5, Carbon
GriffeESI Silicone 32 mmESI Racer's Edge SiliconeESI Silicone 32 mmESI Silicone 32 mmESI Silicone 32 mmESI Silicone 32 mmESI Silicone 32 mm
BremsenShimano MT500Shimano XT M8100Shimano Deore M6000Shimano XT M8100Shimano XT M8100Shimano XTR M9100SRAM Level Ultimate
SchaltungSRAM NX-/SX-EagleShimano XTShimano XT/SLXShimano XTSRAM X01 EagleShimano XTR/XTSRAM XX1 Eagle AXS
LaufräderNoTubes Crest S1/ Shimano-NabenStan's NoTubes Crest MK3 Team/ Stan's Lefty Neo- und Stan's Neo-NabenStan's NoTubes Crest S1/ Lefty 60- und Shimano-NabeCannondale HollowGram 25/ Lefty 60- und DT-NabeCannondale HollowGram 25/ Lefty 60- und DT-NabeCannondale HollowGram 25/ Lefty 60- und DT-NabeENVE M525 Carbon/ Lefty 60- und DT-Nabe
ReifenSchwalbe Racing Ray/Racing Ralph Performance 2,25"Schwalbe Racing Ray/Racing Ralph 2,25"Schwalbe Racing Ray/Racing Ralph 2,25"Schwalbe Racing Ray/Racing Ralph 2,25"Schwalbe Racing Ray/Racing Ralph 2,25"Schwalbe Racing Ray/Racing Ralph 2,25"Schwalbe Racing Ray/Racing Ralph 2,25"
SattelstützeCannondale C3, AlloyCannondale 2, AlloyCannondale 2, AlloyCannondale 2, AlloyCannondale 1 CarbonENVE CarbonENVE Carbon
Sattel Prologo Dimension STN NDRFabric Line Shallow SportPrologo Dimension NDRPrologo Dimension NDRPrologo Dimension NDRPrologo Dimension NDRPrologo Dimension NDR
Preis3.699 €4.999 €4.199 €4.999 €6.499 €7.999 €11.499 €

# Ein Cannondale Scalpel ohne Lefty-Federgabel? Unvorstellbar! - Bei den leichten Hi-MOD-Modellen und der speziellen Frauen-Version des neuen Scalpels kommt die Carbon-Variante der 2018 vorgestellten Lefty Ocho-Federgabel zum Einsatz.
# Ein spezieller Hebel soll das Demontieren des Vorderrads bei der Lefty Ocho erheblich vereinfachen und so den Zeitaufwand eines Laufradwechsels minimieren - die Bremsen am getesteten Hi-MOD 1-Modell stammen aus der Topgruppe XTR von Shimano.
# Viele Shimano-Antriebe, kaum SRAM am Cannondale Scalpel - beim getesteten Hi-MOD 1-Modell setzen die Produktmanager von Cannondale auf Komponenten der Schaltgruppen XTR und XT von Shimano. Dazu gibt es die Cannondale-eigene Si-Kurbel. Die gesamte Produktpalette wird in erster Linie mit Komponenten der Japaner bestückt.
# Fox Float DPS am Heck - alle XC-Räder der Scalpel-Serie werden mit Fox-Dämpfern ausgestattet, die jeweils einen Remote-Lockout am Lenker haben.
# Die Anbauteile des Rads stammen aus einem Mix aus hauseigenen Komponenten und Produkten des Carbon-Spezialisten Enve sowie den Sattelexperten von Prologo - Lenker und Sattelstütze sind von Enve, der Sattel kommt von Prologo und der Vorbau von Cannondale selbst.
# Cannondale verbaut standardmäßig einen Sensor an der Nabe, der Fahrdaten aufzeichnen kann - der spezielle ANT+-fähige Laufradsensor soll Geschwindigkeits- und Streckendaten sehr präzise messen können.
# Das Stash-Kit an der Flaschenhalteraufnahme soll für Platz in den Trikottaschen sorgen - Mini-Tool, Dynaplug-Tubeless-Kit und eine Aufnahme für CO2-Kartuschen können direkt am Unterrohr verstaut werden.

Im Detail

Was die Neuerungen am Rennsport-Klassiker Scalpel im Vergleich zu seiner Vorgängerversion angeht, haben sich die Ingenieure bei Cannondale auf drei wesentliche Aspekte fokussiert: die Anpassungen der Geometrie, die Kinematik und das Gewicht.

Die Entwickler machten sich eigenen Angaben zufolge viele Gedanken über die Möglichkeiten, das Gewicht des Rades zu reduzieren. Auch wenn im Rennsportbereich zunehmend der Fokus vom reinen Leichtbau hin zu Haltbarkeit und Funktionalität rückt – wie es beispielsweise immer breitere Felgen und Reifen im XC-Bereich belegen – so bleibt das Gewicht eines Racefullies stets ein Knackpunkt, der über Sieg oder Niederlage entscheiden kann. Und so befindet sich das neue Scalpel mit einem Rahmengewicht ab 1.910 g (Herstellerangabe) inklusive Dämpfer und Hardware in der leichten Hi-MOD-Version in einer Liga mit den leichtesten verfügbaren Rahmen auf dem Markt. Die günstigeren Ausstattungsvarianten ohne die Hi-MOD-Bezeichnung besitzen etwas kostengünstigere und somit schwerere Carbon-Fasern, die das Rahmengewicht dieser Modelle um rund 250 g erhöhen.

# Als Race-Bike muss das Scalpel gezwungenermaßen gewisse Anforderungen in puncto Gewicht erfüllen - Lösungen wie der Chainstay Cage und die FlexStay sollen im Vergleich zum Vorgängermodell etwa 200 g am Rahmen gespart haben.
# Viel Hardware hebt das Gewicht - verschiedene Schutzvorrichtungen vor Dreck und Schlägen sollen verhindern, dass der Scalpel-Rahmen durch Steinschläge und Co. unerwünschten Schaden nimmt. Um das Gewicht dabei nicht allzu sehr in die Höhe schnellen zu lassen, setzten die Entwickler auf Leichtbaukomponenten wie eine Aluminium-Umlenkung anstelle der bisherigen Variante aus Stahl.

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