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Norco Optic C2 im Test: Tanz mit mir!

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Norco Optic C2 im Test: Ein Trailbike soll das Optic sein. Wenn man sich die Eckdaten anschaut – 140 mm Federweg vorne und 125 mm hinten, dazu 29″-Laufräder und ein Carbon-Rahmen – dann sieht das schon mal ganz gut aus. Kommt man dann in den Genuss, Bryn Atkinson auf diesem Rad beim Fahren zuzuschauen, stellt sich aber die Frage: Was bedeutet „Trailbike“ für Norco? Eine Frage, der wir nachgehen wollten.

Steckbrief: Norco Optic C2

EinsatzbereichTrail
Federweg140 mm/125 mm
Laufradgröße29ʺ
RahmenmaterialCarbon
RahmengrößenS, M, L, XL (im Test: XL)
Websitewww.norco.com
Preis: 4.499 €

In der großen Bandbreite an Einsatzbereichen ordnet Norco sein Optic im Trail-Sektor ein. Mit gleich zwei größeren Brüdern für All-Mountain bis Enduro – Sight und Range – ist das Optic in der hauseigenen Abstufung schon recht weit unten angesiedelt. Trotzdem ist vor allem die Geometrie erstaunlich nahe an dem dran, was man aktuell im langhubigen Segment sieht. Besonderheiten? Seit langem schon setzt Norco auf mitwachsende Kettenstreben, die durch die vier Rahmengrößen hindurch länger werden. Heraus sticht außerdem der flache 65° Lenkwinkel, den Norco beim 29er mit der kurzen Offset-Option an der Gabel paart.

Mit 140 mm Federweg an der Front reiht sich das Optic nahtlos in die aktuelle Trail-Kategorie ein. Am Heck sind es mit 125 mm allerdings etwas weniger. Ein geradliniger Carbon-Hauptrahmen trifft auf einen Alu-Hinterbau mit Horst-Link-Viergelenker. 2020 gab es neben dem Rahmenset drei Ausstattungsvarianten – für 2021 wurde auf fünf Ausstattungen ausgebaut.

# Das Norco Optic C2 ist das Mittelklasse-Modell der Optic Baureihe und ein waschechtes Trailbike - 140 mm Federweg an der Front und 125 mm am Heck sind im Carbon-Rahmen mit einer äußerst fortschrittlichen Geometrie und 29"-Laufrädern vereint.
Diashow: Norco Optic C2 im Test: Tanz mit mir!
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Im Detail

Erinnert man sich zurück an ältere Modelle von Norco, wie das A-Line oder das Team DH, dann steht man mit einer Mischung aus Verwunderung und Dankbarkeit vor dem neuen Optic. Die Evolution des kanadischen Traditionsherstellers in den vergangenen Jahren begrüßen wir sehr! Das Norco Optic C2 sieht mit seinem geradlinigen, aufgeräumten Erscheinungsbild ziemlich elegant aus. Flach gehaltene Rohrprofile, eine aufgeräumte Anordnung mit viel Platz im Hauptrahmen und nichts was unproportional aus dem Muster fällt. Das gefällt uns!

# Alles schön in Linie bei den Kanadiern - Ride Aligned heißt das Gesamtkonzept, das hinter dem Optic und anderen aktuellen Norco-Modellen steht. Ob der Rahmen deswegen auch mit so schönen geraden Rohren kommt?

Zum Glück hat das Bike nur noch den Viergelenk-Hinterbau mit seinen Urgroßvätern gemeinsam. Dieser steht unter dem Ride Aligned-Ansatz des kanadischen Herstellers: Ein Konzept, das bei der Kinematik, aber auch der Geometrie ansetzt, um auf dem Trail das bestmögliche Erlebnis zu bieten. Je nach Größe des Fahrers und des Bikes verändert sich die Schwerpunktlage des Systems und damit das Handling. Norco will mit der Geometrie dafür sorgen, dass die Radlastverteilung optimal für alle Rahmengrößen bleibt. Je nach Rahmengröße sollen Reach, Kettenstrebenlänge, der Sitzwinkel und die Lenkgeometrie speziell angepasst worden sein und damit für Sicherheit, flinkes Handling und viel Grip sorgen. Sowohl in der Abfahrt, als auch auf dem Weg in Richtung Gipfel. Hört sich so weit alles gut an!

Beim Fahrwerk setzt man Ride Aligned aber nicht alleine um, sondern arbeitet eng mit RockShox und Fox zusammen, um Custom-Tunes für die Federbeine zu erarbeiten. In Kombination mit optimierten Anti-Squat-Werten und einer konstant steigenden Progression sollen viel Grip, guter Support und eine aktive Federung in der Abfahrt sowie ein ruhiges Fahrwerk unter Antriebseinflüssen gewährleistet sein.

# Leitungseingang am Steuerrohr - die Leitungen sind hier nicht gesichert.
# Leitungshalter am Unterrohr - hier werden die Leitungen durch einen Kabelbinder gesichert.
# Leitungsführung ums Tretlager
# Foto Chris Spath Norco Optic-8981

Genug der Theorie – schauen wir uns den Rahmen noch einmal im Detail an. Schaut man genau hin, fallen kleine Änderungen im Modellwechsel von 2020 zu 2021 auf: Ein Unterrohrschutz für den Shuttle-Truck wurde weit oben am Unterrohr ergänzt, und die bremsseitige Kettenstrebe wurde abgesenkt – außerdem scheinen die Sitzstreben im Detail leicht verändert. Abgesehen davon ist das Rad unverändert und setzt weiterhin fast alle modernen Anbaustandards ein – lediglich die Trunnion-Option hat man außen vor gelassen. Am Carbon-Hauptrahmen verschwinden die Leitungen knapp hinter dem Steuerrohr ins Innere des Rahmens, bevor sie am Unterrohr wieder austreten und via Fixierung an der unteren Dämpfer-Aufnahme in Richtung Hinterbau geleitet werden. Ab hier bleibt die Bremsleitung draußen, während der Schaltzug wieder im Inneren der Alu-Kettenstrebe verschwindet.

Ansonsten gibt es nicht besonders viel zu entdecken – Kettenstreben- und Unterrohrschutz sind vorhanden, Flipchips oder andere Extras gibt es nicht. Modern, ordentlich aufgeräumt, stimmig und sehr unaufgeregt – man könnte fast meinen, da war ein deutscher Ingenieur am Werk.

# Das Optic ist in der Produktpalette nicht neu, wurde im Vergleich zum Vorgänger aber gewaltig überarbeitet.
# Unterrohrschutz bis kurz vors Tretlager.

Geometrie

Extrem spannend ist hingegen der Blick unter die Haube, sprich: die Geometrie des Norco Optic. Bereits angemerkt haben wir den flachen 65° Lenkwinkel, der einiges an Laufruhe bescheren dürfte – im Vergleich zum Vorgänger ist das neue Modell damit satte 3,5° flacher! Aber nicht nur der Lenkwinkel zeigt, dass Norco mit dem Optic durchaus mutig war: Auch die Reach- und Stack-Werte fallen lang aus, die Tretlagerabsenkung ist mit 38 mm tief und der Sitzwinkel von 76° dürfte gut dazu passen.

Werden wir etwas konkreter: In 30 mm-Schritten wächst der Reach von 420 mm in Größe S bis auf 510 mm in Größe XL. Dazu verlängert Norco an jedem Rad die Kettenstrebe um 5 mm – von kurzen 425 mm in S, bis hin zu moderaten 440 mm in XL. So soll sich für alle Rahmengrößen eine gute Balance einstellen. Plus 10 mm Steuerrohrlänge pro Rahmengröße sorgen für einen Zuwachs von 9 mm im Stack, der nicht extrem hoch ausfällt, aber auf einem Level liegt, auf dem man je nach Gusto in beide Richtungen optimieren kann.

Ob man von „Fehlen“ sprechen muss, wenn es zum Thema Flipchip kommt? Bei dieser Geometrie würden wir sagen – nein. Das Optic lässt sich ohne weiteres nicht in seiner Geometrie anpassen, steht aber im Vergleich zu weiteren, recht progressiven Trailbikes sehr gut da. Es ist in den meisten Belangen einen Ticken extremer als die Konkurrenz – ob das schon zu viel des Guten ist?

RahmengrößeSMLXL
Sitzrohrlänge395 mm415 mm445 mm485 mm
Oberrohrlänge572 mm605 mm637 mm669 mm
Steuerrohrlänge100 mm110 mm120 mm130 mm
Lenkwinkel65°65°65°65°
Sitzwinkel76°76°76°76°
Kettenstrebenlänge425 mm430 mm435 mm440 mm
Tretlagerhöhe337 mm337 mm337 mm337 mm
Tretlagerabsenkung38 mm38 mm38 mm38 mm
Radstand1157 mm1196 mm1235 mm1275 mm
Reach420 mm450 mm480 mm510 mm
Stack611 mm620 mm629 mm638 mm
# Geometrie-Aufkleber am Testrad - vor allem der flache 65° Lenkwinkel sowie die mitwachsenden Kettenstreben stechen aus der Masse heraus, aber auch ansonsten ist das Optic durchaus fortschrittlich.

Ausstattung

Unser Testrad stammt noch aus dem alten Modelljahr und kommt mit etwas anderer Ausstattung als die neuen 2021er Modelle. Mit RockShox-Fahrwerk, SRAM-Antrieb, Shimano-Bremsen und X-Fusion-Sattelstütze ist die Ausstattung zwar etwas durchgewürfelt, aber dennoch funktionell. Eins der auffälligsten Merkmale ist der fehlende Lockout-Hebel am Dämpfer. Zugunsten der Abfahrtsperformance wurde das Optic mit der DH-Ausführung des Super Deluxe-Dämpfers ausgerüstet – wenn man Ride Aligned trauen kann, braucht es dank gutem Anti-Squat auch keine Hilfsmittelchen am Dämpfer.

Every Optic is equipped with DH-focused components – because we know what kind of speed the bike inspires.

Norco Bikes

Für das neue Modelljahr 2021 gibt es zwei zusätzliche Modelle – das C AXS-Bike und das C2 Shimano-Modell. Durch die Bank gibt es eine auffällige Änderung: Waren die Räder im Jahr zuvor noch mit Schwalbe-Reifen ausgestattet, setzt Norco jetzt durch die gesamte Palette hindurch auf Vittoria. Im Speziellen den Mazza und den Martello mit der für die TNT-Trail-Karkasse charakteristischen, grauen Seitenwand. Die mit RockShox-Fahrwerk ausgestatteten Bikes kommen wieder mit Super Deluxe DH-Dämpfer, also ohne Lockout. Anders hingegen am neuen C1-Modell sowie dem C2 Shimano-Modell – diese beiden Ausstattungsvarianten sind jetzt mit Fox-Fahrwerk ausgerüstet. Am verbauten DPX2 ist der bekannte Plattform-Hebel mit im Programm.

Das C2 SRAM-Nachfolgemodell unseres Testbikes ist kaum verändert. Eine neue Kurbel – GX anstatt X1 – neue Naben – Shimano XT statt DT 350 – und die bereits angemerkten neuen Reifen werden jetzt verbaut.

  • Federgabel RockShox Pike Select+ (140 mm)
  • Dämpfer RockShox Super Deluxe Ultimate (125 mm)
  • Antrieb SRAM GX Eagle
  • Bremsen Shimano Deore BR-MT520
  • Laufräder Stan’s Flow S1, DT Swiss 350
  • Reifen Schwalbe Magic Mary/Hans Dampf
  • Cockpit TranzX-Lenker (780 mm) / Norco-Vorbau (45 mm)
  • Sattelstütze X-Fusion Manic (170 mm)

Norco OpticC AXSC1C2 ShimanoC2 SRAMC3
FedergabelRockShox Pike UltimateFox Performance Elite 36 Grip2Fox Performance Elite 36 Grip2RockShox Pike Select PlusRockShox Pike Select
DämpferRockShox Super Deluxe Ultimate DHFox Performance Elite Float DPX2Fox Performance Elite Float DPX2RockShox Super Deluxe Ultimate DHRockShox Super Deluxe Ultimate DH
KurbelnSRAM XX1 Eagle DUB SLe*thirteen TRS Race CarbonPraxis Girder CarbonSRAM GXShimano FC-MT6100
BremsenSRAM Code RSCShimano XTRShimano XTShimano BR-MT520Shimano BR-M420
SchaltungSRAM XX1 Eagle AXS
Shimano XTRShimano XTSRAM GX EagleShimano XT/SLX
LaufräderCrank Brothers Synthesis E11/ Industry Nine HydraStan's Flow S1-Felgen / Shimano XT-NabenStan's Flow S1-Felgen / Shimano XT-NabenStan's Flow S1-Felgen / DT 350-NabenStan's Flow S1-Felgen / Shimano HB-MT400-Naben
ReifenVittoria Mazza/MartelloVittoria Mazza/MartelloVittoria Mazza/MartelloVittoria Mazza/MartelloVittoria Mazza/Martello
SattelstützeRockShox Reverb AXSX-Fusion ManicX-Fusion ManicX-Fusion ManicX-Fusion Manic
FarbeBlack/ChromeGreen/CopperRed/Green oder Blue/Blue-BlackRed/Green oder Blue/Blue-BlackGrau / Schwarz
PreisN/A6.199 €4.499 €4.499 €3.499 €

# RockShox Super Deluxe Ultimate DH mit DebonAir-Luftkammer, ohne Plattform-Hebel - der kurze 190 mm Dämpfer lässt sich von außen in der Lowspeed-Zug- und Druckstufe verstellen. Volumenspacer-Tuning im Inneren ist ebenso möglich.
# RockShox Pike Select+ mit 140 mm Federweg und kurzem Offset - die Select+ Version der Pike arbeitet bereits mit Charger-Dämpfung und Bladder, ist aber von außen nicht so umfangreich verstellbar wie die Ultimate-Ausführung.
# X-Fusion Manic mit bis zu 170 mm Hub - die Stütze ist schlicht, selten gesehen, macht im ersten Moment aber einen vernünftigen Eindruck.
# Norco-Cockpit mit Ergon-Griffen - die günstigen Bremsen sind nicht Werkzeug-frei verstellbar. Frei nach dem Motto ??

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