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Rosenberg/Ravenstein: Radwege als metallisches Formennetz am Skulpturen-Radweg

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Rosenberg/Ravenstein. (joc/F) Im nunmehr ausklingenden Sommer – wenn die schwülen Temperaturen nachlassen – beenden wir auch die RNZ-Serie über die im Jahr 2019 geschaffenen Skulpturen auf dem Bauländer Skulpturen-Radweg. Heute stellen wir zum Abschluss die beiden neuen Kunstwerke auf den Gemarkungen Ravenstein und Rosenberg mit den Titeln "NRIO – Natürlich Radfahren im Odenwald" (Ortsausgang Rosenberg) und "Sculpture for the road" (am Ortsausgang in Merchingen) vor:

"NRIO – Natürlich Radfahren im Odenwald". Skulptur von Franziska Jaschek. Die Künstlerin wurde 1993 in Miltenberg geboren.

Erbaut 2019; Länge 3,60 Meter, Breite 2,10 Meter, Höhe 2,90 Meter (höchster Punkt); Material: Metallrundrohre (Durchmesser 48,3 Millimeter) mit Zinkstaub-Farbe grundiert und lackiert.

Standort: Streckenabschnitt Rosenberg-Osterburken, circa 800 Meter nach dem Ortsausgang Rosenberg in Richtung Talmühle.

In die Formgebung des Kunstwerks "NRIO" sind alle 14 verzeichneten Radwege der Odenwald-Region eingeflossen. Alle geografischen Besonderheiten, Gabelungen und Wegbiegungen hat die Künstlerin Franziska Jaschek in Formen abstrahiert und in Metallrohre biegen lassen.

Der eingezeichnete Startpunkt des jeweiligen Radwegs ist auf allen Formen Teil der 14-teiligen Grundform. Jede Form weist ein Schild mit herausgelasertem Ortsnamen an der geografisch korrekten Stelle auf. Je nachdem, ob der Startpunkt an einer Ecke oder einer Kante der Form liegt, ist diese jeweils Teil der Grundform der Skulptur. Ausgehend von dieser Grundform werden alle Radwegformen gleichmäßig nach oben hin zusammengeschweißt, bis ein komplexes geschlossenes Formennetz, ein großformatiger Skulpturenkörper entsteht. Die Skulptur fügt sich stimmig in das Landschaftsbild ein.

Der Prozess ist analog zu Jascheks Arbeit mit dem Material Stoff, den die Künstlerin oft gebraucht: Die Metallstäbe bilden die "Nähte" der einzelnen Formen. Es findet eine Verwandlung vom zweidimensionalen Kartenmaterial hin zur dreidimensionalen und für den Betrachter haptisch erfahrbaren Skulptur im Raum statt.

Die Farbgebung der Metallrohre greift das Grau des Radweg-Asphalts auf und spiegelt durch ihren leichten Schimmer die Farben der Umgebung wieder. Der Titel "NRIO" geht zurück auf die Broschüre "Natürlich Radfahren", die alle Informationen rund um die Radfahrwege der Region Odenwald vereint. Sie bildet die Grundlage für die Skulptur, da das gesamte Kartenmaterial der Broschüre entnommen wurde.

"Sculpture for the road". Skulptur von Nino Maaskola, geboren 1983 in Marburg. Erbaut 2019; Länge 0,15 x Breite 0,35 x Höhe 1,8 Meter; Material: Aluminium.

Standort: am Ortsausgang Merchingen, auf dem Radweg in Richtung Oberkessach.

Nino Maaskola fertigte für "Sculpture for the road" zwei großformatige Aluminiumgüsse. Diese 1,80 Meter hohen Aluminiumplatten wurden zerbrochen, um vier großformatige Stelen – mit den körperähnlichen Maßen 180 x 35 x 14 Zentimeter – entstehen zu lassen. Aufgestellt wurden die Bruchhälften links und rechts des Weges mit der Bruchfläche zueinander.

Die Zufälligkeit in der Entstehung der Gussoberfläche wird durch die Komponente der Zufälligkeit des Bruchs noch verstärkt. Die genauen Bruchstellen lassen sich im Detail nicht vorausplanen. Maaskola spielt hier auf verschiedene Weise mit den Gesetzmäßigkeiten des Materials Aluminium.

Die gebrochenen Aluminium-Stelen wurden mit Stiften zur Halterung im Boden versehen. Die Oberflächenstruktur der Abgüsse findet sich in der Unregelmäßigkeit des Blattwerks des Waldes wieder; die Aluminiumgüsse gehen durch Struktur und Farbigkeit in der Baumlandschaft auf, verschmelzen mit ihr.

Ab einer gewissen Größe hat ein Stein eine andere Erfahrbarkeit, wir nehmen seine Präsenz verändert wahr. So erlangen die wuchtigen Stelen von "Sculpture for the road" eine eigene Präsenz im Raum. Mit diesem Phänomen spielt Nino Maaskola ganz bewusst: Die klaren Formen der Güsse säumen den Radweg, ihre Größe lässt sie wie ein Tor in eine andere Welt wirken. Hat der Besucher dieses erste Tor passiert, sieht er sich einem zweiten gegenüber.

Diese Wegstrecke, die Distanz der beiden Tore zueinander, bildet den ganzen Erfahrungsraum der Skulptur. Die Entfernung zwischen den Toren wird zu einem eigenen Raum. Wenn der Besucher sich auf diesen Weg begibt, sollte er ein besonderes Bewusstsein entwickeln, Eindrücke der Natur intensiv aufnehmen und die Welt in Relation zu sich selbst bewusst wahrnehmen ...

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