Downhill World Cup 2019 – Snowshoe: Final Countdown – Fotostory von der Qualifikation
Mit The Final Countdown ist der schwedischen Band Europe ein Smash Hit gelungen, der zu jedem Jahreswechsel ein ähnliches Ohrwurm- und Nerv-Potenzial wie Last Christmas wenige Tage zuvor hat. Nun steht das große Finale der Downhill-Saison 2019 in West Virginia an – und mit der Qualifikation hat der finale Countdown der Saison endgültig begonnen!
Wenn beim Finale des World Cups in Snowshoe die schnellsten Fahrerinnen und Fahrer der Welt gegeneinander antreten, dann werden wenige Sekunden nicht nur über Sieg oder Niederlage entscheiden, sondern auch über den Ausgang einer kompletten Saison. Sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen ist das Rennen um den Titel in der Gesamtwertung offen: Werden Loïc Bruni und Tracey Hannah den knappen Vorsprung ins Ziel retten? Können Amaury Pierron und Marine Cabirou auf den letzten Metern einer mehr als spannenden Saison vorbeiziehen und beim Saison-Auftakt 2020 mit der begehrten Startnummer 1 ins Rennen gehen? Oder gibt es gar eine Sensation und jemand anderes schiebt sich noch nach ganz vorne?
Wer sich tiefergehende Erkenntnisse aus der Qualifikation vor dem Rennen erhofft hat, der dürfte zumindest etwas enttäuscht werden. Beide Favoriten konnten sich in ihren jeweiligen Klassen vor ihren ärgsten Konkurrenten platzieren: Tracey Hannah konnte die Qualifikation der Frauen für sich entscheiden, Loïc Bruni überquerte bei den Männern mit der zweitschnellsten Zeit des Tages die Ziellinie – allerdings hinter Danny Hart und nicht hinter Amaury Pierron, der nach einem Sturz im oberen Teil auf Platz 15 ins Ziel rollte. Es stellt sich jedoch die Frage: Wie viel taktisches Kalkül steckt hinter den Läufen der Qualifikation? Haben alle Fahrerinnen und Fahrer 100 % gegeben? Oder wurden einige Sektionen bewusst etwas langsamer angegangen, um sich vor dem großen Showdown nicht in die Karten schauen zu lassen? Beim World Cup-Finale werden schließlich keine Punkte für die Qualifikation vergeben; stattdessen bekommt der Gewinner des morgigen Rennens satte 250 Punkte für die Gesamtwertung.
Wie nicht anders zu erwarten waren viele Blicke der schon am Quali-Freitag zahlreich erschienenen Fans auf die amerikanischen Fahrer gerichtet. Und die teils weite Anreise hat sich für die Zuschauer gelohnt: Mit gleich vier Fahrern sind die Amerikaner sehr stark in den Top 10 vertreten. Die wohl größte Hoffnung dürfte Charlie Harrison sein, der bereits im Timed Training die schnellste Zeit hinlegen konnte und in der Quali auf einem sehr guten dritten Platz gelandet ist. Aaron Gwin fährt der Musik jedoch hinterher: Mit Platz 44 dürfte der amerikanische Superstar alles andere zufrieden sein. Sein Teamkollege Neko Mulally hat sich im Training verletzt und muss das Saison-Finale mit gebrochenem Wadenbein zusehen, auch diverse andere Fahrer hat es auf der sehr steinigen und vor allem im Training rutschigen Strecke erwischt.
Aus deutscher Sicht besonders erfreulich ist der hervorragende zwölfte Platz vom Cube Global Squad-Fahrer Max Hartenstern und der nicht minder beeindruckende siebte Rang von Sandra Rübesam, die sich zum Abschluss der Saison einiges vorgenommen zu haben scheint. Mit Andreas Kolb auf Platz 10 und David Trummer auf Rang 13 konnten außerdem zwei Österreicher mal wieder sehr gute Ergebnisse einfahren. Doch das große Finale steigt erst morgen – eine Quali gewinnt man schließlich nicht, sondern fährt höchstens die schnellste Zeit. Das gilt für allem für das Saisonfinale in West Virginia – der Final Countdown hat nun definitiv angefangen!

