Wir befinden uns im Jahre 2019 n. Chr. und ganz Europa ist von Flowtrails besetzt … ganz Europa? Nein! Ein von unbeugsamen Italienern bevölkertes Dorf im Trentino hört nicht auf, den Schotter-Strecken Widerstand zu leisten. Und das Leben ist hier nicht leicht als Rennfahrer. Egal ob erfahrener Profi oder blutjunger Privateer – alle haben sich angesichts der stolzen Wurzelberge besonders viel Zeit für den heutigen Trackwalk genommen.
Insgesamt ist die Streckenführung beim World Cup in Val die Sole im Vergleich zum Vorjahr mehr oder weniger unverändert. Angesichts der Wurzeln und Steine, die bereits vor dem Rennen aussehen, als ob sie in einen Bottich Zaubertrank gefallen wären, können einem allerdings wahrlich die Knie weich werden. Eine Anpassung ist jedoch, dass die Organisatoren insgesamt zu einer etwas breiteren Streckenführung tendiert haben und nun einige Hinkelsteine innerhalb des Tapes liegen, die die Obelix GmbH und Co KG mit Stolz an ihre Kunden ausgeliefert hätte. Wer hier bestehen will, muss seine Linien weise wie Miraculix wählen, gestählt wie Automatix, mutig wie Asterix und stark wie Obelix sein. Die Black Snake-Strecke macht ihrem Leben also wieder alle Ehren und schlängelt sich schwärzer denn je ins Tal der Sonne.
Diashow: Downhill World Cup 2019 – Val di Sole - Der Anti-Flowtrail – Fotostory vom Track Walk
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#Von der namensgebenden Sonne war zunächst nichts zu sehen - zum Glück verzogen sich die dunklen Gewitterwolken, die für den ganzen Tag angekündigt waren, schneller als erwartet.
#Mit der Gondel geht es gut 500 Meter hoch zur Mittelstation …
#… die auf 1.375 Meter Höhe liegt. Dort startet die wohl brutalste Strecke des Jahres!
#Black Snake heißt die World Cup-Strecke - wer auf der Suche nach dem ultimativen Flowtrail ist, der findet hier das ultimative Gegenteil!
#Die ersten Kurven sind nämlich völlig irreführend: Nach wenigen Sekunden verschwindet die Strecke im Wald und besteht aus einem einzigen Wurzel-Stein-Potpourri.
#Die schnellen Kurven im offenen, oberen Teil werden von einem kleinen Roadgap unterbrochen - im Gegensatz zu denen in Les Gets haben die Sprünge im nördlichen Teil Italiens sogar sowas wie Landungen.
#Der Start der Strecke sieht sehr simpel aus, hat es aber durchaus in sich - Loris Vergier wurde diese Kurve letztes Jahr zum Verhängnis, bei der WM 2016 brach sich Manon Carpenter eine Kurve vorher das Schlüsselbein.
#Früher war bekanntlich alles besser - damals, als Sam Hill im Australien-Skinsuit einen der beeindruckendsten Runs der Downhill-Geschichte aufs Parkett zauberte, ging die Strecke genau hier los. Gregor demonstriert, wie man möglichst schnell möglichst schnell wird.
#Kurz danach kreuzt die Strecke den Lift und wird in bester Val di Sole-Manier richtig steinig, wurzelig und knallhart.
#Gerade im Regen dürften die Abfahrten in Val di Sole ein absolutes Lotterie-Spiel werden.
#Charlie Harrison hat die letzten World Cups aufgrund eines gebrochenen Handgelenks verpasst - nun ist der Amerikaner, der in diesem Jahr an seinem endgültigen Durchbruch in die Weltspitze arbeitet, wieder zurück. Die Freude darüber war ihm anzusehen!
#Im Vorjahr führte die Strecke um den riesigen Stein rum - nun hat man die Option, auch vom Stein runter in die Kurve zu fahren und dadurch sehr viel Strecke zu sparen. Andererseits muss man dafür auch sehr viele Volumenspacer in sein Fahrwerk aufbauen und sehr viel Training in seine Unterarme stecken. Ansonsten wird diese Linie sehr viel weh tun.
#Während manche Kurven trotz Regen noch staubtrocken waren …
#… präsentierten sich die Wurzeln im Regen von Val di Sole von ihrer blitzeblankesten Seite. Das dürfte das Training noch interessanter machen.