Bezirksliga spielt verrückt und wir machen mit
Das Telefon kann einen Geistesblitz töten oder auch eine wichtige Entscheidung, die in diesem Moment heranreift.
Cyril Northcote Parkinson
Ein Punkt musste gegen den Tabellenletzen Annaberg-Buchholz her, damit wir auch im Falle von drei Absteigern sicher sind. Doch der Punktkampf begann mit einem Schock in der Morgenstunde. Um 9:30 Uhr, wir hatten uns gerade alle in unsere Partien vertieft, zerriss ein Handy-Wecker die Stille im Turniersaal. Reinhards Handy obwohl ausgeschaltet, wollte nicht , dass der Student zu lange schläft. Mit dem gegnerischen Mannschaftsleiter, auch ein ausgebildeter Schiedsrichter, einigten wir uns, dass die Partie forstgesetzt wird. Nicht alle waren mit dieser Entscheidung einverstanden, sogar die Fairness wurde angezweifelt.
In den Fide-Regeln steht nichts mehr davon, was geschieht, wenn ein Gerät einen Ton verursacht. Sicher ist, dass die Schiedsrichterkommission nicht mehr den automatischen Partieverlust empfiehlt, sich sogar dezidiert dagegen ausspricht. Bei der DSAM in Potsdam klingelte der Wecker eines abwesenden Spielers sogar dreimal und er durfte seine Partie trotzdem fortsetzen.
Zum sportlichen Verlauf der Partien. Claus-Peter erreichte in seiner Spezial-Eröffnung schon fast gewinnbringenden Vorteil, als ihn seine Seuche der letzten Wochen einholte. Eine übersehene Taktik kostete plötzlich eine Figur. Leider war die Partie danach nicht mehr zu halten. Steffen hatte einen Bauern eingebüßt aber mit Schwarz kompromisslos angegriffen, in hochgradiger gegnerischer Zeitnot einigten sich die Gegner auf Remis. Zeitnot war ein Thema in Tonis Partie an Brett eins. Hier waren beide in hochgradiger Zeitnot, aber Toni blieb kühl und holte seinen ersten vollen Punkt zum Ausgleich. Kurz danach setzte Wello seinen Gegner in der Mitte des Brettes matt.
In Burkhards Partie war ein Damen-Springer-Endspiel mit gleichen Bauern entstanden so dass der Remisschluss erwartbar war. Reinhard hat, nach seinem Wecker-Faux-pas, eine blitzsaubere Partie hingelegt. Als Folge eines starken Angriffs sammelte er einige Bauern ein, die dann die Partie entschieden.
Zum Schluss spielten noch Michael an acht und Philipp an sieben. Michaels Gegner lehnte Remis ab und spielte konsequent auf Sieg. Er brach in Micheals Stellung ein und gewann erst einen wichtigen Bauern, dann eine Figur und am Ende die Partie. Zum Glück behielt Philipp die Ruhe und führte seine Partie in den sicheren Remishafen. So steht am Ende ein 4,5:3,5 Erfolg und wir spielen auch nächstes Jahr in dieser starken Bezirksliga, in der jeder jeden schlagen kann. So gewann Neukirchen, gegen die wir mit 6,5:1,5 unseren höchsten Sieg eigefahren hatten, gegen Stollberg, gegen die wir mit 1,5:6,5 sang- und klanglos untergegangen waren. Annaberg-Buchholz verlor zum fünften Mal mit dem knappsten aller Ergebnisse – sehr unglücklich.
Derweil verlor unsere Zweite gegen die Dritte von Wilkau-Haßlau mit 1:7.
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