2. Mannschaft siegt 4,5 – 3,5 gegen TV Witzhelden
Der Klassenerhalt ist unter Dach und Fach – und bereits vor der letzten Runde steht fest, dass wir die Saison auf einem soliden fünften oder sechsten Platz beenden werden. Dennoch wollten wir in Witzhelden auch die letzten, ohnehin nur noch theoretischen Zweifel beseitigen und den Ligaverbleib endgültig sichern.
Mit nahezu bester Besetzung traten wir die Reise an. Lediglich Semir Nurovic musste ersetzt werden, für ihn rückte Heinz Paradies ins Team. Ein Blick auf die Aufstellungen machte schnell deutlich: Wir gingen als Favorit in den Mannschaftskampf – auch wenn sich später zeigen sollte, dass es enger werden würde als erwartet.
Ich selbst kam gut aus der Eröffnung und erspielte mir früh einen leichten Vorteil. Mein Gegner fand jedoch die richtigen Mittel, um die Stellung auszugleichen und eigenes Gegenspiel zu entwickeln. In Anbetracht der vielversprechenden Stellungen an den übrigen Brettern entschied ich mich daher frühzeitig für ein Remis – in der Überzeugung, dass wir die nötigen Punkte anderweitig holen würden.
Gerhard Lohmann wurde seiner Favoritenrolle vollauf gerecht. Gegen einen rund 300 DWZ-Punkte schwächeren Gegner erspielte er sich schnell eine klare Stellung und verwertete seinen Vorteil souverän. Ein konzentrierter und abgeklärter Auftritt.
Trotz der Führung keimte zwischenzeitlich leiser Zweifel auf, ob der Mannschaftskampf nicht doch noch einmal spannend werden könnte. In dieser Phase zeigte sich jedoch besonders unsere mannschaftliche Geschlossenheit: Sämtliche Remisangebote wurden grundsätzlich in Rücksprache getroffen und nicht isoliert entschieden.
Sebastian Faupel erhielt ebenfalls ein Remisangebot und fragte folgerichtig nach. Meine Antwort fiel jedoch kurz und eindeutig aus: „Nein.“ Auch unabhängig davon hätte Sebastian die Partie weiterspielen wollen – und wurde dafür belohnt. Nur wenige Züge später gewann er eine Leichtfigur und führte die Partie in ein gewonnenes Endspiel. Trotz der noch langen Verwertung ließ er nichts mehr anbrennen und sicherte uns einen wichtigen vollen Punkt.
Auch Heinz Paradies stand vor einer ähnlichen Situation. In einer geschlossenen Stellung erhielt er ein Remisangebot und holte sich die entsprechende Rückmeldung. Wieder blieb es bei einer klaren Ansage von mir: „Nein.“ Heinz versuchte daraufhin, die Stellung zu öffnen, musste zunächst jedoch einen gefährlichen Gegenangriff überstehen. Kurzzeitig sah es kritisch aus, doch Heinz behielt die Übersicht, verteidigte sich präzise und nutzte schließlich die Ungenauigkeiten seines Gegners, um – trotz Zeitnot – den vollen Punkt einzufahren.
Walter Westermann lieferte eine ruhige und ausgeglichene Partie, in der sich auf beiden Seiten nur wenige Chancen ergaben. Auch er erhielt ein Remisangebot und stimmte sich kurz ab – die endgültige Entscheidung überließ ich jedoch ihm selbst. Walter nahm das Angebot an, was in der konkreten Stellung eine nachvollziehbare und solide Wahl war.
Die Partie von Manfred Kubiak war schwer einzuschätzen. Bereits nach der Eröffnung entstand eine unübersichtliche Stellung mit beidseitigen Möglichkeiten. Auch hier lag ein Remisangebot vor, und wie bei Walter überließ ich Manfred nach kurzer Rücksprache die Entscheidung selbst. Er entschied sich für die Punkteteilung – zu einem Zeitpunkt, als die Partien von Sebastian und Heinz noch nicht entschieden waren, was die Lage zusätzlich spannend machte.
Waldemar Stetinger wurde bereits in der Eröffnung überrascht: Sein Gegner eröffnete mit dem seltenen Zug b4. Ohne konkrete Vorbereitung fand Waldemar nur schwer ins Spiel und geriet früh in Nachteil. Zwar gelang es ihm zwischenzeitlich, den gegnerischen Vorteil etwas zu reduzieren, letztlich reichte dies jedoch nicht aus, um die Partie noch zu retten.
Werner Müller sah sich früh starkem Druck ausgesetzt. Sein Gegner baute den Angriff kontinuierlich aus und ließ sich auch durch ein – selbstverständlich abgestimmtes – Remisangebot nicht beirren. Trotz nicht durchgehend präziser Spielweise brachte er die Partie letztlich sicher zum Sieg.
Am Ende stand ein knapperer Mannschaftserfolg, als es die Ausgangslage vermuten ließ – aber ein verdienter. Der Klassenerhalt war damit endgültig gesichert.
Ausblick
Mit dem sicheren Verbleib in der Liga im Rücken geht es am 26. April zuhause gegen die SG Neuss in die letzte Runde. Auch wenn Neuss derzeit das Tabellenende ziert, besteht für sie noch die Chance auf den Klassenerhalt. Entsprechend konzentriert sollten wir in diesen Mannschaftskampf gehen, um die Saison sauber und sportlich fair abzuschließen.
Ein großes Kompliment an die gesamte Mannschaft für eine geschlossene und disziplinierte Leistung – gekrönt von einem verdienten Klassenerhalt.

