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Leistung besser als das Resultat

Als Tabellenletzter waren wir Sonntag beim Spitzenreiter SK Kirchweyhe 3 zu Gast. Der Topfavorit trat mit fünf Titelträgern an. Bei einer durchschnittlich über 400 Punkte besseren DWZ rechneten wir uns recht wenig Chancen aus, dennoch war der Kampf enger als es das Endergebnis vermuten lässt.

Fangen wir mit den positiven Ergebnissen an. An Brett 1 traf Justus Ibe mit Weiß auf einen FIDE-Meister (FM). Aus der Trompowsky-Eröffnung heraus ergab sich eine ausgeglichene Stellung. Das Gleichgewicht wurde im Verlauf der Partie nie ernsthaft gestört. In einem Turmendspiel hatten beide Parteien Freibauern auf den unterschiedlichen Flügeln. Da jedoch keiner der beiden Kontrahenten entscheidenden Vorteil herausarbeiten konnte, endete die Partie friedlich mit einem Unentschieden. Eine starke Leistung von Justus!

An Brett 4 zeigte Frank Schildt ebenfalls eine tolle Leistung. Trotz einer Minderqualität konnte er dank eines geschickt platzierten Läuferpaars die Stellung im dynamischen Gleichgewicht halten. Der Candidate Master (CM) fand keine Hebel, um in die Stellung von Frank einzudringen und ihn vor ernsthafte Herausforderungen zu stellen. Nachdem die Zeitkontrolle erreicht war, hatte der CM ein Einsehen und bot von sich aus das Remis an, was Frank folgerichtig und zufrieden annahm.

An den anderen Brettern konnten wir lediglich vorfeiertägliche Ostereier einsammeln.

An Brett 2 wehrte sich Ralf Schöngart am längsten. Gegen eine WIM opferte Ralf eine Leichtfigur für zwei Bauern und aktives Spiel. Lange Zeit konnte er seine Gegnerin vor Aufgaben stellen und die Stellung ausgeglichen halten.  Schlussendlich musste er sich nach 5 Stunden aber doch geschlagen geben und der Titelträgerin zum Sieg gratulieren.

Bernd Skalmowski hatte an Brett 3 nach der Eröffnung eine aussichtsreiche Stellung gegen eine WGM erreicht, die es ihm erlaubte, einen Königsangriff zu starten. Seine Gegnerin bot ihm den Damentausch an, was er angesichts der attraktiven Angriffsmöglichkeiten ablehnte. Leider konnte seine Gegenspielerin im weiteren Verlauf ihre Stellung sukzessive  verbessern und in ein Turmendspiel mit einem Mehrbauern abwickeln. Ab dann lief es für die WGM wie geschmiert und als ein weiterer Bauer „abtrünnig“ wurde, gab Bernd die Partie auf.

An Brett 5 sah sich Torsten Damm ab Zug drei mit einer Zugfolge konfrontiert, die ihm so noch nicht über den Weg gekommen war. Die Folge war, dass sich der FIDE-Meister zu einem frühen Zeitpunkt über einen Mehrbauern freuen konnte. Dennoch ließ sich Torsten nicht beirren und versuchte das Beste aus der Stellung rauszuholen. Es entwickelte sich ein Stellungstyp, in dem Schwarz präzise agieren musste. Im 33. Zug unterlief dem FM ein einzügiger Einsteller. Da keine Falle erkennbar war, griff Torsten zu und schnappte sich die angebotene Qualität. Sichtlich konsterniert schüttelte der Kirchweyher den Kopf. In der Folge entwickelte er jedoch einen gefährlichen Königsangriff. Angesichts knapper Zeit waren nun „einzige“ Züge zu finden. Im 36. Zug wurde es immer komplizierter und Torsten griff daneben. Zwei Züge später war die Stellung verloren. Zu allem Überfluss überschritt Torsten auch noch die Zeit.

Curd-Liam Hiersche hatte es an Brett 6 ebenfalls mit einem DWZ-Schwergewicht zu tun. Aus der Eröffnung heraus konnte Curd-Liam eine Initiative am Königsflügel entwicklen, die seinen Gegenüber einiges an Kopfzerbrechen bereitete. Langfristig zahlte sich jedoch die größere Routine aus und der Kirchweyher konnte den materiellen Vorteil verwerten, den er sich im Endspiel erarbeitet hatte.

Am 7. Brett spielte Peter Rußi zunächst eine grundsolide Partie, die sich lange Zeit in der Remisbreite bewegte. Im Übergang vom Mittelspiel wähnte er sich sogar im leichten Vorteil. Leider überzog er in der Folge die Stellung und die Partie kippte zugunsten des Gegners. Auch hier machte sich der Spielstärkeunterschied erst in der späten Phase der Partie bemerkbar.

Ralph Bernhard an Brett 8 machte es seinem Kontrahenten ebenfalls nicht einfach. Zwar hatte der Kirchweyher Gegenüber frühzeitig das Läuferpaar für sich reklamieren können, musste aber mit der schlechteren Bauernstellung vorlieb nehmen. Auch hier ein ähnliches Bild: Lange Zeit eine ausgeglichene Stellung, aber je näher die Zeitkontrolle kam, desto mehr setzte sich die Erfahrung und Routine durch, so dass auch diese Partie verloren ging.

Fazit: Auch wenn das Resultat von 7:1 zugunsten der Kirchweyher am Ende deutlich ausfiel, waren die Partieverläufe deutlich enger. Somit hat das Team eine lobenswerte Einstellung und – trotz der Underdog-Rolle – einen guten Kampfgeist bewiesen. Das lässt für den Endspurt im Abstiegskampf hoffen.

Torsten Damm

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