Kadetten-WM: Von einer Erdbebenwarnung, Elo-Scheinzwergen und dem Generalkonsul
Sportlich läuft es unspektakulär, man könnte auch sagen: ernüchternd. Paul David Peglau vom Schachzentrum Seeblick ragt aus der deutschen Riege heraus. Er kratzt im U12 Open mit drei Punkten aus vier Partien zumindest an den Top Ten. „Paul David ist insgesamt auf einem sehr guten Weg“, sagt Bundesnachwuchstrainer IM Bernd Vökler. Andere, so Vökler, würden „kräftig Lehrgeld zahlen“, weil sie nicht erwartet hätten auf so starke Gegner zu treffen. Beispiel David Kovacs in der U8 – laut Elo-Liste an Nummer vier gesetzt, aktuell auf Rang 139. Es bewahrheite sich, so Bernd Vökler, was er im Vorfeld der Kadetten-WM U 8 bis U12 in Almaty prognostiziert habe: Elo-Zahlen, teilweise sogar bei null, sind Schall und Rauch, wenn die Spielerinnen und Spieler aus Ländern kommen, wo die Turniere nur rudimentär erfasst werden. Man könnte, in Anlehnung an Michael Endes literarische Figur des Scheinriesen von Elo-Scheinzwergen sprechen. Wird der Scheinriese immer kleiner, je näher er kommt - so wird der Scheinzwerg immer größer, je näher er auf dem Brett vorrückt. So verbieten sich vermutlich – wie erwartet - Medaillenträume für die neunköpfige DSB-Equipe. Aber die Talente erleben trotzdem sehr viel, wie aus dem Bericht von Delegationsleiter FM Hendrik Hoffmann hervorgeht:

