BMM-Die gute Nachricht gleichmal vorweg
.. Unsere stark ersatzgeschwächte Dritte gewinnt mit 4 Mann 4:1!!!
Chapeau und Herzlichen Glückwunsch!!!
Damit konnte auch unsere Zweite leider nicht mithalten. Da sie drei Spieler an uns abgeben mussten, traten sie heute mit 6 Spielern an und hätten es trotzdem fast geschafft noch etwas Zählbares dazubehalten. Aber leider auch nur fast. Sie schlugen sich immerhin sehr achtbar und verloren denkbar knapp mit 3,5:4,5.
Und nun …
… zu uns.
Wage es Brasilien zu sein, empfahlen die führenden Fussballkommentatoren Brasiliens einer verunsicherten und gänzlich von Neymar Jr. abhängigen Nationalmannschaft.
Es endete legendär im Halbfinale von Belo Horizonte…
Gut 8 Jahre später erlebten wir heute unser „Mineiraco“ gegen Weisse Dame. Ist also gut möglich, dass zumindest der Lietzensee ab jetzt jedes Jahr am 9.10. schwarz-rot-gold angestrahlt wird und die Jungs sich dort zum Singen ihrer Vereinshymne versammeln …
Der Rücksichtnahme unserer nachfolgenden Mannschaften sei Dank traten wir zwar ersatzgeschwächt aber immerhin vollzählig mit 8 Spielern an, waren aber im Wortsinne chancenlos und gingen – leider auch in der Höhe völlig verdient mit 1:7 (in Worten: eins zu sieben) – unter. Es war ein glattes missmatch. Ich kann mich an keinen Mannschaftskampf erinnern, wo meinem Team derartiges widerfahren wäre.
Tatsächlich haben wir nicht nur kein einziges Brett für uns entscheiden können, sondern standen noch nicht einmal temporär an einem der Bretter klar im Vorteil.
Heute gilt es einfach mal die erdrückende Überlegenheit des Gegners – wenn auch nicht neidlos – anzuerkennen.
Wir hatten keine Chance – und wer keine Chance hat, kann sie auch nicht nutzen. Vielleicht exemplarisch bringt heute meine Partie den Mannschaftskampf auf den Punkt. Mein Gegner, Grigorios Sklavounos, spielte e5 und ermöglichte so aus der Wiener Partie kommend eine ausgesprochen scharfe Stellung in der Schwarz regelmäßig sehr zufrieden ist, aus der Eröffnung einen Bauern mitnimmt und leicht dazu neigt, die eigene Stellung zu überschätzen. Es ist eine Variante mit der ich bislang, so selten ich sie auch aufs Brett bekam, ich mich doch im Ergebnis immer durchsetzen konnte. Es ist allerdings zugleich eine zweischneidige Stellung, die genau behandelt werden will, weil sie ansonsten sehr schnell den Bach runtergehen kann. Quod errat demonstrandum. „Mit meiner Eröffnung“ geriet ich schon mit dem ungenauen 8. Zug positionell in Nachteil, den ich sodann im 9. Zug – immerhin konsequent – zügig weiter auszubauen verstand. Im 13. Zug folgte ein „Notscheinopfer“ nach welchem schon das Erreichen der Zeitkontrolle ein ambitioniertes Ziel wurde. Grigorius hatte es scheinbar eilig. Er spielte das sehr genau, nutzte meine Schwäche(nnnnnn) wirklich sehr schön aus, ließ nichts anbrennen und nahm mit dem 33. Zug meine Kapitulation entgegen.
Noch etwas schneller als ich war nur noch Klaus, der sich fast zeitgleich mit mir geschlagen geben musste. In der 1. Runde war er noch der „LAST MAN STANDING“, der die längste Partie spielte und dann auch noch gewann, doch heute schien er ähnlich chancenlos zu sein, wie ich. Wir beide gaben also mit dem 0:2 schon mal die Richtung vor, in die der Mannschaftskampf heute laufen würde.
Und da es auch an den übrigen Brettern keinen einzigen echten Hoffnungsschimmer gab, nahmen Wolfgang und Stefan, an Brett 1 und 2 vernünftigerweise die Remisangebote ihrer starken Gegner in noch halbwegs ausgeglichener Stellung an. 1:3.
Der Rest ist schnell erzählt: von oben nach unten verloren auch Manfred, Stefan Rohrbach, Peter Hoffmann und Olaf, wobei sich Manfred immerhin auf die Fahne schreiben kann, noch den längsten Widerstand geleistet zu haben.
1:7, was riecht wie eine Klatsche, was schmeckt, wie eine Klatsche und was sich erst recht anfühlt, wie eine Klatsche, dass ist dann wohl auch eine.
Ich persönlich habe schon häufiger gegen Spieler von Weiße Dame verloren. Besonders ärgerlich war eine Partie gegen SF Biebelmann, in der ich laut Stockfish einen Vorteil von etwa 8 Einheiten noch wegwarf. Im letzten Jahr, lehnte ich ein Remisangebot ab und verlor noch, und einmal musste sogar meine Tochter, als rettender Engel für Weisse Dame einspringen, indem sie – AUSNAHMSWEISE EINMAL – sonntag vormittag ihren verpeilten Vater auf seinem Handy anrief und ihn so aus allen Träumen riss… Die Kette scheint endlos.
Heute war es hingegen mal sowas von klar, dass einem nicht mal mehr eine Ausrede einfällt; denn die aufrichtige Erkenntnis, der Gegner war besser, sollte nicht als „Ausrede“ im engeren Sinne gewertet werden können.
Das uns Weisse Dame heute nun wirklich in allen Belangen einen Schritt voraus war, zeigte sich dann auch noch nach dem Mannschaftskampf, als Michael Dziallas, Reinhard, Stephan Reeger und ich noch zum Griechen am Klausener Platz gingen, und feststellen mussten, dass bei strahlenden Sonnenschein draußen kein Tisch mehr für uns frei war – die Jungs von der Weissen Dame saßen schon bestens gelaunt an zweien …
Der eine gab unmittelbar nach dem Mannschaftskampf – noch im Spiellokal – zu verstehen, dass er sich schon auf meinen Bericht freut…
Zufrieden?!
Wir sind also wohlverdienter Tabellenletzter. Glücklicherweise sind aber auch erst 2 Spieltage gespielt.
In der dritten Runde treten wir am 20.11.2022 bei Königsjäger an. Wir haben also mächtig viel Zeit unsere Wunden zu lecken und zu gesunden, um dann nach Möglichkeit und Kräften die Tabelle zu korrigieren.
Königsjäger 2 hat zwar heute hoch gewonnen und dürfte auch viele junge Spieler im Einsatz haben, so dass die Wertungszahlen nur bedingt aussagekräftig sein sollten. Nichtsdestotrotz sollte es für uns mit der richtigen Einstellung gut möglich sei, von dort Zählbares mitzunehmen und die Rote Laterne wieder abzugeben.
Schließlich haben wir „Sparfüchse“ heute – kostenlos aber vielleicht nicht umsonst – eine 1 a- Lehrstunde erhalten, in der wir zumindest viel gelernt haben sollten.
In diesem Sinne – trotz allem – ein schönes Restwochenende
Feri

