Rückblick und Ausblick
Liebe Eckbauern,
manchmal meint es das Schicksal auch gut mit uns: die Erste gewinnt überraschend bei dem SC Borussia Lichtenberg mit 4,5:3,5!!!
Das war nun das Gegenstück zum letzten Sonntag… Während wir vor einer Woche gegen Weiße Dame durch einen „kampflosen“ Punkt nach einer halben Stunde in Rückstand gerieten, gingen wir heute durch Klaus ‚ Präsenz an Brett 2 pünktlich um 9.30 Uhr mit 1:0 in Führung. – Zu diesem Zeitpunkt wussten wir noch nicht, dass wir letztlich diese Führung ins Ziel retten sollten.
Und das kam so:
Manfred hatte sich heute augenscheinlich viel vorgenommen. Es wurmte ihn scheinbar immer noch ein wenig, dass er vor einer Woche seine klar vorteilhafte Stellung nicht hatte verwerten können. Und so spielte er mal eben einen Gegner, der wertungstechnisch mit ihm auf Augenhöhe war, mit Schwarz an die Wand. So sorgte er für ein erstes Ausrufungszeichen, eine „beruhigende 2:0 – Führung und das wohlige Gefühl, dass heute etwas für uns „drin“ sein könnte. „Nie war er so wertvoll, wie heute.“
An Brett 5 stand Dieter mit Weiß rasch zumindest sehr vorteilhaft, während Thomas Victor mit den schwarzen Steinen „das Brett 6“ anzündete und eine ebenso spannende, wie unübersichtliche Stellung entstehen ließ.
Peter gewann an Brett 7 einen Bauern, geriet aber – neben 2 Türmen und einer Dame waren vor allem ungleichfeldrige Läufer auf dem Brett – zunehmend unter Druck.
Frank König und sein noch sehr junger Gegner hatten kurz und lang rochiert, so dass eine relativ scharfe Stellung entstand, in die sein Gegner jedoch deutlich mehr Bedenkzeit investiert hatte. Frank hatte dafür einen Bauern ins Geschäft gesteckt und hoffte nun auf Rendite.
Wolfgang und sein Gegner belauerten sich und schienen (- diesmal nun aber wirklich, im Gegensatz zu meinem irrigen Eindruck von seiner Partie vor einer Woche -) die Remisspanne nicht verlassen zu wollen.
Sein Gegner bot ihm Remis an und Wolfgang konnte es mit einer 2:0 Führung im Rücken guten Gewissens annehmen.
Bleibt noch über unser Sorgenkind zu berichten, den Mannschaftsführer. Der hatte Weiss und sah sich an Brett 3 einem noch sehr jungen Spieler gegenüber, der zwar mit einer DWZ von 1892 die schlechtere Wertung, dafür aber am Brett die besseren Pläne hatte. Und für den das Wort Bedenkzeit nicht erfunden wurde. Nach 20 Zügen hatte ich schon mehr als 70 Minuten verbraucht, er kaum 15. Er vermittelte mir damit zugleich das Gefühl, die jeweilige Stellung schon zig-mal auf dem Brett gehabt zu haben, während ich mühsam am Brett nach Plänen und Lösungen suchte. Und ganz nebenbei spielte er mich peu-a-peu an die Wand. Zumindest der Ärger vom letzten Sonntag, als ich nach guter Partieanlage noch eine Siegstellung weggeschmissen hatte, blieb mir diesmal erspart. Ich hatte diesmal keine Siegchance und er nutzte seine kalt, konsequent und sehr zügig.
Glücklicherweise hatte sich während ich noch auf letzte Schummelchancen hoffte, bei Thomas an Brett 6 der Pulverdampf gelegt und den Blick auf eine klar gewonnene Stellung freigemacht: 3,5:0,5 für uns. Und während ich schlechter stand, stand Dieter klar besser und es stellte sich nur die Frage, ob er die Stellung zum Sieg verwerten oder sich doch mit einem Unentschieden zufrieden geben müsste. An Brett 4 und 7, d.h. bei Frank und Peter war derweil immer noch jedes Resultat möglich.
Ich musste schließlich die Segel streichen und einsehen, dass ich gegen meinen Gegner heute nichts mehr ausrichten konnte: 3,5:1,5.
Mit Dieters starker Stellung im Rücken und dem Eindruck, dass Peter heute wohl doch das Nachsehen haben würde, signalisierte ich Frank, dass er jederzeit Remis machen könne. Es galt möglichst wenigstens den Mannschaftssieg als solches noch nach Hause zu bringen. Frank ließ sich weder durch seinen Gegner, noch durch seinen Mannschaftsführer aus der Ruhe bringen und wollte augenscheinlich erstmal sehen, ob sein Gegner mit Mehrbauern aber massiv unter Druck seine Zeitnot heil überstehen würde. Glücklicherweise gelang ihm das nicht. Zwar überstand er den 40. Zug, aber nur auf Kosten einer Verluststellung. Fank war mit seinem Angriff durchgedrungen: 4,5:3,5. „Nie war er so wertvoll, wie heute“.
Der Auswärtssieg war geschafft!!
Peter konnte dann auch bald darauf seinem Gegner die Hand reichen: 4,5:2,5.
Und mit dem sichergestellten Mannschaftserfolg im Rücken, konnte Dieter ins Risiko gehen. Nachdem er heute lange auf Sieg gestanden hatte, wollte er sich mit Mehrbauern im Springer gegen Läuferendspiel nicht mit der Punkteteilung zufrieden geben, um die sein Gegner tapfer fightete. Er entschloss sich in der Hoffnung auf ein gewonnenes Bauernendspiel dazu, den Bauern zurückzugeben und musste schließlich festtellen, dass das Bauernendspiel schlussendlich für seinen Gegner gewonnen war.
Endstand also: 4,5:3,5.
Heute galt: „Black is more than just ok.“
Die Bretter 2, 4, 6 und 8 gingen an uns, die Bretter 3, 5 und 7 an die Gegner.
Entscheidend war mithin auch, dass Wolfgang heute das Kunststück gelang, als einziger mit Weiss nicht zu verlieren. „Nie war er so wertvoll, wie heute“.
Nun stehen wir auf einmal zwei Runden vor Schluss mit 9:5 Punkten blendend da.
Dank unserer Zweiten, die dafür im Gegenzug immer noch tapfer gegen den Abstieg ankämpfen muss.
Dabei ist ihr heute immerhin ein 4:4 gegen Kreuzberg geglückt – und der Mannschaftspunkt könnte sich in der Endabrechnung noch einmal als sehr wichtig und wertvoll erweisen. Unsere Zweite ist jetzt Tabellenvorletzter und hat wie der Tabellendrittletzte 3 Mannschaftspunkte, während der Tabellensiebte auch erst 4 hat.
Am nächsten Sonntag trifft nun die Zweite auf das Schlusslicht und hat mithin die realistische Chance, mit einem Sieg die Abstiegsränge zu verlassen.
Wir spielen gegen den Tabellenzweiten, Friesen Lichtenberg, und zwar erneut auswärts: Stadion Friedrichsfelde, Eggersdorfer Straße 22, 10315 Berlin.
Soweit erstmal für heute –
Liebe Grüße
Feri

