Madrid: Nepo und Caruana setzen sich ab
Nach 6 von 14 Runden spricht einiges dafür, dass entweder Fabiano Caruana oder Ian Nepomniachtchi der mögliche Sieger des Kandidatenturniers sein könnten. Alireza Firouzja, der den Weltmeister Carlsen nach einer tollen Performance beim Grand Swiss im vergangenen Jahr sehr motiviert hatte, findet sich auf dem letzten Platz wieder nach einer krachenden Weiß-Niederlage gegen Caruana. Das Katalanen-Experiment mit 6.Dd3 war interessant aber statt 11.Td1 hätte der junge Franzose Sc3 mit etwas Vorteil spielen sollen. Im 20. Zug entschloss sich Firouzja zu einem Qualitätsopfer das einen Rechenfehler beinhaltete. Mit der starken Riposte 21....f5 hatte er sicherlich nicht gerechnet und danach bekam er die Qualität eben nicht zurück. Caruana vollendete mit seiner ganzen Routine zum sicheren Partiegewinn. Ian Nepomniachtchi meldet sich tatsächlich gestärkt von seinem Desaster bei der WM in beeindruckenderweise zurück. Er spielte seinem ursprünglichen Stil entsprechend sehr aggressiv und überspielte Duda, der einen Läufer geben musste, aber einige Bauern dafür bekam. Der Angriff von Nepomniachtchi war jedoch stärker und Duda musste die Waffen bereits nach dem 35. Zug strecken. Einen sicheren Gewinn hat Teimour Radjabov gegen Richard Rapport verpasst. Nach einem sehenswerten von Taktik geprägten Schlagabtausch versäumte Radjabov den brillanten Rückzug 39.Lh2, der ihm trotz drei Minusbauern eine Gewinnstellung beschert hätte, weil sein Turm entscheidend auf die siebte Reihe eingedrungen wäre. Nakamura und Ding neutralisierten sich in ihrem Duell. Es führt Nepomniachtchi mit 4,5 vor Caruana mit 4 Punkten. Auf Platz drei ist Nakamura mit einem ganzen Zähler Rückstand. chess24

