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Let’s go on

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Lesen Sie den neuen Fortsetzungsroman von Mathias Guthmann, jede Woche eine neue Folge.

Kapitel 1. Ich würde gerne spazieren gehen.

„Nein“, sagt eine Stimme, „bleib hier, was willst du draußen, willst du dich anstecken“?
Ich gehorche.

Es gibt noch eine Flasche Wein die ich hastig öffne und in ein Glas schütte.

Es ist die Zeit von Corona, oder Covid 19 oder wie sonst auch. Die Nachrichten sind voll davon, es gibt Sondersendungen rund um die Uhr. 

Ich habe nichts zu tun und höre Bill Evans, You Musst Believe in Spring. Programmmusik, Frühlingsjazz, perfekte Technik, der Rhythmus bewegt sich auf der Welle, geht in den Kopf. Mit Musik kann man die Zeit anhalten. Die rechte Hand streichelt sphärische Akkorde in den Raum, der Bass klingt trocken. Ein ausgezeichneter Percussionist spielt seine eigene Stimme, ein gutes Arrangement.

Mir fällt ein Dialog in der Bahn ein. Vor mir sitzt jemand, der nervös zwischen den Sitzen wechselt, nach rechts, dann wieder nach links und wieder nach rechts, dabei schreibt er mit seinem Finger Wörter in die Luft.

Laut: „Hallo, können sie mir sagen, wie spät es ist“?Er blickt er auf einen großen Mann, der eine Jacke trägt, die ihn als Mitarbeiter der Bahngesellschaft ausweist.Leise: „Ich habe leider keine Uhr dabei“.

Laut: „Ich muss wissen, wann diese Bahn an der Endstation ankommt, ich habe da einen wichtigen Termin“.

Hilfsbereit:“Habe leider keine Uhr“.
Laut: „Warum? Ich frage nur freundlich nach der Zeit nach, ich habe einen wichtigen Termin“.
Freundlich-distanziert: „Wie kann ich ihnen helfen“.
Laut: „Ich habe einen wichtigen Termin bei der Kriminalpolizei, ich bin ein stolzer Sizilianer“.

Hilfsbereit: „Wohin nochmal“?
Laut:“Zur Endstation, immer das gleiche hier, man wird verarscht, so ist es in Deutschland, ich will doch nur wissen ob ich meinen Termin noch bekomme um 14:00 Uhr“.

Es ist schon fast drei Uhr mittags. Ich stelle eine allgemeine psychosomatische Störung fest. Man verabschiedet sich freundlich.

Man sagt, dass diese Krise die schlimmste nach dem 2.Weltkrieg wäre.

Ich erinnere mich ein ein Treffen mit dem japanischen Kaiser, in einer Bar in Tokio. Nach einigen Whiskys sprachen wir über die Unterschiede zwischen Europa und Japan, eine zierliche Dolmetscherin machte das möglich. Akihito war gut drauf. 

„Wir haben keine Atombomben mehr“.
„Super, dann klopft auch niemand mehr bei Ihnen an die Türe, mein Kaiser“.

Akihito lächelt weise und sagt dann:
„Vielleicht“.
„Gibt es noch Whisky“?

Akihito: „Ja gerne, ich frage nach“.

Ich  betrachte seine Frau. Schlaffe Brüste, aufgeklebte Wimpern, einen Gang wie ein lahmer Leopard.

Akihito: „Ich schicke sie weg“.
Ich: „Danke“.

Akihito:“In Zukunft wird mein Sohn den Laden schmeißen, haben Sie etwas dagegen, wenn ich Pink Floyd, Dark Side of the Moon auflege“?

Ich:  „Wenn ihre Frau nichts dagegen hat, gerne“.

Akihito: „Die geht jetzt ins Bett“.

Ich: „Super.“

Akihito: „Ich liebe meine Frau, sie ist die Zierde meines Lebens sie ist mein Elixier“.

Ich: „Leck mich“.

Akihito: „Ich weiß wie unkultiviert Europa ist“.

„Wo bleibt der Whisky“?

Akihito:“Frage ich mich auch“.

Akihito: „ Als sie damals das Interview mit Marlon Brando geführt haben, hat er etwas über Sex erzählt“?

Ich: „Ja, absolut, es ging um Penetration“.

Ich verlasse das Lokal, höre dabei Pink Floyd. Die Straßen in Tokyo sind belebt, an einer Ecke bietet mir ein Typ mit dunklen Augenbrauen gebrauchte Damenhöschen an, ich überlege kurz und lehne dann ab, der Preis stimmt nicht.

Der Beitrag Let’s go on erschien zuerst auf Schachclub SC uBu Karlsruhe.

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