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Adler Mannheim: Gegen Augsburg treffen auch die stillen Helden

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Von Rainer Kundel

Mannheim. Es zeichnet eine Spitzenmannschaft im Eishockey aus, wenn sie ohne ein großes Feuerwerk mit viel taktischer Disziplin am Ende einen ungefährdeten Sieg einfährt. "Es war ein bissel wie Schach", beurteilte Pavel Gross eine lange Zeit offene Partie, bevor seine Mannheimer Adler gegen die Augsburger Panther einen 4:0 (1:0, 1:0, 2:0)-Sieg in ihren Krallen hatten. "Wir haben heute unsere vierte Reihe gebraucht", befand der Trainer, "sie haben unglaubliches geleistet und wie am Freitag zwei Tore zum Sieg beigetragen".

Der Tabellenzweite bot die gleichen Formationen auf wie beim 6:1-Sieg in Krefeld. Die Besucher in der am zweiten Familientag nahezu ausverkauften SAP Arena sahen somit erstmals nach mehr zwei Jahren wieder Yannic Valenti im Adler-Trikot, den 19-jährigen Förderlizenz-Stürmer der Heilbronner Falken.

Und auch der einzige Torschütze im ersten Abschnitt war einer, der sonst wenig im Mittelpunkt steht. Janik Möser, vor drei Wochen von einer zweimonatigen Ausleihe an die Iserlohn Roosters zurückgekehrt, war mit einem ansatzlosen Schuss erfolgreich. Der ausgebildete Verteidiger komplettierte wie schon gelegentlich im Vorjahr die vierte Sturmreihe, womit deutlich wurde, wie wichtig an einem Tag wie am Sonntag das "Secondary scoring" ist. Ein Begriff, der dafür steht, wenn auch jene Spieler treffen, die nicht zu den Top-Scorern zählen. "Ich hatte in Iserlohn viel Eiszeit und bin mit großem Selbstvertrauen zurückgekommen", befand der 24-Jährige. Seine Rolle als Angreifer wollte er aber nicht überbewerten: "Ich habe ja eine Woche als Stürmer trainiert."

Die Panther, denen den Ruf einer latenten Auswärtsschwäche vorausgeht, hielten ordentlich mit, kamen zunächst zu einigen Halbchancen und im zweiten Drittel zu drei, vier dicken Einschussmöglichkeiten – die Endstation hieß dabei Dennis Endras.

Voraus ging der zweite Treffer und auch hierbei war mit Nico Krämmer einer jener "Unsong Heroes" (Stille Helden) erfolgreich. Auch wenn es bereits das achte Tor des Niederbayern war, ist der Stürmer eher zur Kategorie Teamplayer denn als Torschütze vom Dienst einzuordnen. Nachdem sich Lamb, Leblanc und Stieler während einer Strafzeit gegen Lampl (26.) sowie Valentine (28.) die Zähne am Adler-Keeper ausgebissen hatten, versäumten es die Blau-Weiß-Roten zu erhöhen.

Sei es durch Wolf, Desjardins und Plachta oder Smith, der uneigennützig zu Huhtala querlegte. Das vermeintliche 2:1 durch Fraser 0,4 Sekunden vor der zweiten Pause fand keine Anerkennung, da der "Streifendienst" zuvor bereits das Spiel aus nicht nachvollziehbaren Gründen unterbrochen hatte. Eine Konzessionsentscheidung aufgrund der zuvor sehr diskussionswürdigen Strafzeit gegen David Wolf?

Zehn Minuten waren noch zu spielen, als sich schließlich auch die Punktesammler vom Dienst zurückmeldeten. Tim Stützle (50.), durfte sich für sein erstes Tor ohne Helmgitter feiern lassen, voraus ging ein Solo des 18-Jährigen quer durch die gegnerische Defensivzone. Und als Panther-Coach Tray Tuomie in der Schlussminute Dennis Endras wohl unbedingt den "Shutout" vermiesen wollte, seinen Torhüter zog und den sechsten Feldspieler brachte, ebnete diese Maßnahme den Weg zum Endstand, da Borna Rendulic nach einem von Krämmer geblockten Schuss das leere Tor vor sich hatte.

Adler Mannheim - Augsburger Panther 4:0 (1:0, 1:0, 2:0); Tore: 1:0 Möser (8.), 2:0 Krämmer (26.), 3:0 Stützle (50.). 4:0 Rendulic (60.); Schiedsrichter: Iwert (Harsefeld), Kohlmüller (Erding); Strafminuten: 6/4; Zuschauer: 13.318.

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