Polnischer Sieg beim Internationalen Tandemschach-Open
Tandemschach - das ist die schon bei Kindern beliebteste Randschachsportart neben Räuberschach. Und von ihren Übungsleitern und Trainern oft gar nicht gern gesehen. Man würde sich den Stil verderben, ist ein häufiger Vorwurf. Dabei schult gerade Tandemschach in der international üblichen Variante mit Schach- und Matteinsetzen die Sinne, weil höchste Aufmerksamkeit erforderlich ist, um nicht unterzugehen. Material zählt bei dieser Schachvariante fast gar nichts. Da werden Damen gegen Bauern geopfert, nur um dem Gegner keine freien Felder für den Überfall auf den eigenen König anzubieten. Weltklasseleute wie Lewon Aronjan und Nils Grandelius lieben Tandemschach oder Bughouse, wie es im Englischen genannt wird.
Die beiden Großmeister waren diesmal nicht dabei, beim 18. Internationalen Tandemschach-Open am 22. Juni im Zeiss-Großplanetarium im Berliner Stadtteil Prenzlauer Berg. Hinter den beim Tandem üblichen Spitz- oder Decknamen verstecken sich oft starke Spieler des klassischen Schachs. So auch beim Sieger 2019. Das polnische Team zdybu/Rezacz gewann erst das Vorrundenturnier knapp und setzte sich dann in den K.o.-Duellen noch einmal durch. Hinter den Spitznamen verstecken sich die beiden Ersten der polnischen Bughouse-Rangliste von chess.com: Bartłomiej Zdybowicz und FM Wojciech Reza.

