Kandidatenturnier in Berlin - Achte Runde
Die erste Hälfte des Turniers ist vorbei und man kann sich über die kämpferische Einstellung der Kandidaten nicht beklagen. Viele entschiedene Partien und eine hohe Risikobereitschaft prägten den Verlauf. Caruana und Mamedjarow sind die Gewinner des ersten Umlaufs, vor allem Ersterer konnte sich mit +3 sehr deutlich an die Spitze setzen. Zwar profitierte er in der 4. und der 7. Runde davon, dass Kramnik und Aronjan jeweils den Faden verloren, aber das soll seiner starken Leistung keinen Abbruch tun. Die beiden Letztgenannten wurden nicht nur dadurch etwas zu den tragischen Helden der ersten Hälfte und können mit 50% oder sogar -1 wie Aronjan nicht zufrieden sein. Mamedjarow konnte sich bisher gut in Szene setzen und in manchen Partien Kraft sparen, vielleicht zahlt sich das zum Ende aus? Dass Ding schwer zu schlagen ist war durchaus bekannt, aber dass er in diesem Klassefeld nie wirklich in Gefahr eines Partieverlusts kam, ist dann doch überraschend. Grischuk und Karjakin konnten bislang noch keine Akzente setzen und spielten im Rahmen der Erwartung. Um So musste man sich zu Beginn des Turniers ernsthaft Sorgen machen, denn er erschien komplett außer Form. Aber er fing sich mit sicheren Remisen und der Leidtragende seiner aufsteigenden Form war dann in der 6. Runde Aronjan. Alles in allem gute Vorzeichen für eine Fortsetzung des kämpferischen Schachs aus der ersten Turnierhälfte in der 8. Runde.

