Schachmatt in Mauer: "Schach in Mauer - Jung trifft Alt" wurde eingestellt
Von Agnieszka Dorn
Mauer. Schachmatt! In den Räumen unterhalb der Kinderkrippe Rappelkiste kämpften zuletzt nur noch drei Schachbegeisterte um den Sieg. Deshalb wurde "Schach in Mauer - Jung trifft Alt" nach vier Jahren eingestellt. Das wöchentliche Angebot rentiere sich nicht mehr, leider kämen nicht mehr genug Leute, sagte Bürgermeister John Ehret. Zum letzten Schachtreffen war der Rathauschef persönlich gekommen, um Schachtrainer Manfred Rutsch für sein Engagement zu danken - mit einem Christstollen und einem Mauermer Kugelschreiber.
Rathauschef Ehret, der selbst begeisterter Schachspieler ist, spielte in den letzten Jahren des Öfteren einige Partien mit. Damals war die Elsenztalgemeinde noch regelrecht im Schachfieber, sogar der ehemalige Bürgermeister von Dielheim, Hans-Dieter Weis, schaute vorbei und spielte mit. Doch inzwischen hat sich das Blatt gewendet.
Das Aus war ein schleichender Prozess. Es kamen immer weniger Spieler und zum Schluss saßen nur noch drei Schachbegeisterte da. Weil es aber nicht mehr genug Interessierte gab, entschloss Rathauschef Ehret, das königliche Spiel in Mauer einzudampfen. Immerhin nahm die Gemeinde für das Angebot Geld in die Hand und bezahlte Trainer Manfred Rutsch für seine Arbeit. Die Gemeinde bekam damals sogar extra für "Schach in Mauer" Schachbretter gesponsert.
Rathauschef Ehret bot Rutsch jetzt an, dass dieser drei oder vier der karierten Spielbretter haben könnte, für den Fall, dass Rutsch in einer anderen Gemeinde Schach unterrichten möchte.
Er bedauere das Ende sehr, sagte Manfred Rutsch enttäuscht. Er habe sein ganzes Herzblut in das strategische Spiel mit Bauer und Läufer, Turm und Springer, König und Dame gesteckt. Einen Grund für den Spieler-Rückgang sieht Rutsch in den Ganztagsschulen: Dadurch hätten Kinder weniger Freizeit und somit gebe es keinen Schachnachwuchs.
Ungewiss ist, ob es im nächsten Jahr überhaupt das Kinderosterschachturnier oder Ferienschach im Sommer geben wird. Das müsse man dann sehen, sagte John Ehret. Das "Aus" für das wöchentliche Angebot ist laut Bürgermeister Ehret endgültig. Die Gemeinde habe den Raum, in dem Schach gespielt wurde, bereits weiter vergeben. Eigentlich sollte "Schach in Mauer - Jung trifft Alt" bereits vor den Sommerferien in diesem Jahr enden, sagte Ehret, aber dann seien doch einige Spieler gekommen und der Rathauschef stimmte einer Art "Bewährungsprobe" bis Ende des Jahres zu. Nur blieben die Schachinteressierten auf Dauer aus.

