AlphaZero schlägt Stockfish!
Seit dem "Schachtürken" von Wolfgang von Kempelen im Jahr 1770 versuchten immer wieder findige Geister neue und bessere Schachautomaten zu bauen. Das geschah die folgenden mehr als hundert Jahre meist auf Basis von Gerätschaften mit allerlei Mechanik, worin sich ein Mensch verstecken konnte. Erst im Jahr 1914 stellte ein Spanier in Paris einen Automaten mit Relaistechnik vor, der bereits selbständig Schachaufgaben lösen konnte. Doch erst mit der Erfindung des digitalen Computers in den 1950er Jahren begann die Schachprogrammierung zu boomen. Die nächsten Jahrzehnte mühten sich Schachprogrammierer von teilweise Meisterstärke immer bessere Software herzustellen mit immer ausgefeilteren Algorithmen. Diese spielgewaltigen Boliden namens Rybka, Houdini, Stockfish oder Komodo kann sich jeder leisten und sie sind dem Menschen haushoch überlegen.
Am 5. Dezember stellte der Softwaregigant Google nun allerdings ein Programm vor, das die hochgezüchteten Schachengines zu Anfängern degradiert. Die Software namens AlphaZero hat erstens keine Ahnung von Schach, kann das Spiel aber schon nach wenigen Stunden mit Partien gegen sich selbst so perfekt, das eine der weltbesten Schachengines Stockfish (Elo 3426) keine Chance mehr hat.

