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Nach Leichtathletik-EM: So stehen Deutschlands Chancen bei der WM 2027

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Die deutschen Leichtathleten verblüffen bei der EM in Birmingham. Im kommenden Jahr wartet noch größere Konkurrenz. Es war eine überaus erfolgreiche Woche für die deutsche Leichtathletik. Bei der Europameisterschaft in der englischen Stadt Birmingham gewannen die Athleten insgesamt 21 Medaillen, darunter sechsmal Gold. Einzig Gastgeber Großbritannien (neunmal Gold) sowie Italien (zehnmal) schnitten noch besser ab. Bemerkenswert ist die deutsche Bilanz speziell vor dem Hintergrund, dass die DLV-Athleten bei der EM 2024 mit lediglich einer Goldmedaille auf dem elften Rang gelandet waren. Doch was bedeutet der Aufschwung für die Weltmeisterschaft im kommenden Jahr, wenn sich die Deutschen auch mit den Besten aus den USA, Kenia, Jamaika oder China messen? Bei der WM 2023 war Deutschland erstmals ohne Medaille geblieben, 2025 gewann Zehnkämpfer Leo Neugebauer die einzige deutsche Goldmedaille. Von wegen alles schlecht: Leichtathleten senden ein Signal an ganz Deutschland EM-Heldin nach Silber-Coup: "Schwierig, dass man Miete und Rechnungen bezahlt bekommt" Der 26-Jährige darf sich auch beim interkontinentalen Vergleich im kommenden Jahr realistische Medaillenchancen ausrechnen. Schon bei Olympia 2024 gehörte Neugebauer zu den Besten in seiner Disziplin, gewann am Ende Silber. Bei der WM 2025 schnappte er sich dann sogar Gold. Deutsche Leichtathletik zwischen Euphorie und Demut Nach Ansicht von Speerwerfer Julian Weber , der in Birmingham zum zweiten Mal EM-Gold holte, dürften sich im kommenden Jahr weitaus mehr deutsche Athleten Hoffnungen auf einen Erfolg machen. "Die deutsche Leichtathletik ist geil, wir sind unfassbar stark, und es kommt so viel Gutes in der Jugend hinterher", sagte der 31-Jährige laut "Sportschau". "Das macht echt Spaß." Auch Jörg Bügner, DLV-Vorstand Leistungssport, zog ein erfreutes EM-Fazit. "Wir haben hier in Birmingham ein Team erlebt, das großartig aufgetreten ist", sagte er und wagte einen Blick auf die kurz- bis mittelfristige Zukunft: "Wir sind auf einem sehr guten Weg, sehen eine größere Breite, junge Athletinnen und Athleten rücken nach, etablierte Leistungsträger entwickeln sich weiter, und auch das Selbstverständnis unseres Teams verändert sich. Wir treten mit größerem Selbstvertrauen auf." Trotzdem "dürfen wir jetzt nicht überheblich werden", mahnte Bügner. "In bestimmten Disziplinen war hier die absolute Weltklasse am Start, in anderen nicht. Wir wissen sehr genau, dass der Weg in einigen Disziplinen bis zur internationalen Spitze noch weit ist." Malaika Mihambo ist dort längst angekommen, in ihrer Vita steht unter anderem einmal Olympia- und zweimal WM-Gold. Bei der Europameisterschaft trat sie als eine der Favoritinnen an, erwischte aber keinen herausragenden Tag und wurde Fünfte. Bei der WM im kommenden Jahr dürfte sie dennoch wieder eine Gold-Anwärterin sein. Deutsche Läufer erleben einen Aufschwung Auch Marathonläufer Amanal Petros gehört innerhalb seiner Disziplin zu den herausragenden Athleten. 2025 wurde er Vizeweltmeister, dieses Jahr krönte er sich zum Europameister. Im kommenden Jahr dürfte er erneut Chancen auf eine Medaille haben – vor allem dann, wenn Weltrekordhalter Sabastian Sawe erneut auf einen WM-Start verzichtet. 2025 hatte er aufgrund seiner Vorbereitung für den Berlin-Marathon auf einen Start in Tokio verzichtet. Gänzlich offen ist, ob Owen Ansah bei der kommenden WM an den Start gehen darf. Der Sprinter gewann über 200 Meter Gold und über 100 Meter Bronze. Gegen ihn läuft aber ein Nada-Verfahren wegen eines angeblich verweigerten Dopingtests. Ihm droht eine bis zu vierjährige Sperre, zudem könnte er seine EM-Medaillen verlieren. Auch unabhängig von Ansah ist unter den deutschen Läufern aber ein Aufschwung zu spüren. Hindernisläufer Frederik Ruppert gewann über 3.000 Meter Gold, Karl Bebendorf holte im selben Lauf Bronze. Gesa Krause, seit Jahren eine internationale Größe, schnappte sich auf derselben Distanz ebenfalls Gold. Florian Bremm lief über 5.000 Meter hinter Superstar Jakob Ingebrigtsen sensationell zu Silber. Und mit Mohamed Abdilaahi fehlte der stärkste Deutsche über 5.000 und 10.000 Meter sogar verletzt. "Konkurrenz belebt das Geschäft", erklärte Ruppert laut "Spiegel" die Entwicklung der deutschen Läufer. "Wenn du international laufen willst, musst du besser werden." Noch vor wenigen Jahren hätten demnach durchschnittliche Zeiten genügt, um sich einen der drei möglichen Startplätze für Großereignisse zu sichern. Das reiche nun nicht mehr. Mit Blick auf die Weltmeisterschaft 2027 scheinen somit auch mehr als die insgesamt fünf deutschen Medaillen bei der vergangenen WM möglich zu sein. Oder, wie Lauf-Bundestrainerin Isabelle Baumann sagt: "Du musst aufhören, an Grenzen zu denken."

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